Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Reizvolle Reise ..., 1. Februar 2003
Die Tatsache, dass Künstlerinnen wie Beth Gibbons relativ hoch in den amazon-Verkaufscharts rangieren, wirkt hinsichtlich des ganzen "Deutschland sucht den Superstar"-Rummels und des einhergehenden, vermeintlichen Niedergangs deutschen Musikgeschmacks doch recht beruhigend. Echte Qualität spricht sich letztendlich herum und setzt sich trotz aller Unkenrufe durch. Noch ist nichts verloren ! Beth Gibbons und ihr(ex-Talk Talk)Partner Paul Webb schicken uns auf eine melancholisch anmutende, herbstlich gestimmte Reise durch oftmals karge Soundlandschaften. Einzig "Tom the model" kommt mit einem recht aufwendigen Bläser-bzw. Streicherarrangement daher und lässt innerhalb des Chorus ein paar vereinzelte Sonnenstrahlen durch die Wolkenwand blinzeln. Erstaunt Beth Gibbons uns dort noch mit einem flattrigen Vibrato in der Stimme, lädt sie uns gleich im Eröffnungs-Titel "Mysteries" durch ihren elfengleichen Gesang dazu ein, ihr schützend zur Seite zu stehen. Sie schafft es allerdings, sich auf eigene Faust durch die Geisterchöre zu schlängeln. Sehr variantenreich setzt Lady Gibbons ihre Stimme ein, um uns bei "Show" und "Romance" mit bluesig-fragilem Timbre einerseits und Billie Holiday'scher Verzweiflung andererseits, anzurühren. Ein Cello hier, eine Querflöte dort, wissen diese Stimmung gebührend zu würdigen. Wer bei "Romance" nicht völlig erschauert, muß ein Herz aus Stein haben. Die allenthalben herangezogenen Vergleiche mit Nick Drake oder Tindersticks sind tatsächlich nachzuvollziehen. Manchmal meine ich, eine Prise Leonard Cohen und Joni Mitchell zu spüren. Alle Angesprochenen vermögen, sich in vergleichbaren Stimmungswelten zu bewegen. Der Abschlußsong "Rustin man" entführt uns sogar noch in Radioheads "Kid A"-Kosmos. Sehr aufregend ! Dies ist eindeutig Musik zum Zuhören, zum Eintauchen, zum sich verlieren in melancholischen Stimmungen. Jedes einzelne Lied schwebt quasi langsam wie ein Laubblatt im Herbstwind zu Boden. Faszinierend ! Doch wer mit Herbstlaub nichts anzufangen weiß, sollte die Finger von dieser Platte lassen.
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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein bestechendes Soloalbum..., 6. November 2002
Beth Gibbons überzeugt in „Out of Season" mal wieder durch ihre einzigartig melancholische und unglaublich facettenreiche Stimme... Wer hier allerdings ein Soloalbum im Portishead-Stil erwartet, wird schnell enttäuscht - und die Enttäuschung wäre die Erwartung in sich und nicht das Album selbst. Obgleich Elemente aus alter Portishead-Zeit zu finden sind (was vielleicht sogar daran liegt, dass auch Adrian Utley von Portishead bei der Produktion von „Out of Season" mitwirkte), wird schnell klar, dass Beth eine eigenständige Größe ist, und die klar unter Beweis stellt - und besteht ~ mystische und klangvolle Töne, Intensität der Texte und Musik und deren Interpretation von Beth sind in der Lage den Hörer in eine Welt zu tragen, in der man nicht nur zuhört sondern mitfühlt, das Drama erlebt... in all seiner Traurigkeit, Verzweiflung und doch Hoffnung und Wärme in sich selbst... Vor einigen Jahren hatte ich die Ehre Beth Gibbons bei einem Konzert kennen zu lernen, und war fasziniert von dieser zierlichen Person, die auf den ersten Blick so introvertiert, fast scheu wirkt - doch nach kurzer Zeit wird klar, dass sie jeglichen nur denkbaren Gegensatz in sich trägt, eine innere Stärke besitzt - und genau dies scheint in „Out of Season" voll zum Tragen zu kommen... Mit diesem Album hat sie sich selbst übertroffen, und all die Seiten gezeigt, die mit der Musik von Portishead nicht vereinbar waren... Wer also auf eine hautnahe Reise der Melancholie und Selbsterkenntnis gehen will, kommt an Beth Gibbons und „Out of Season" nicht vorbei!
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schönheit statt Drama, 25. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Es ist nicht selbstverständlich für die scheue Sängerin von Portishead, ein Solo-Album zu machen oder damit sogar wie kürzlich geschehen auf die Bühne zu gehen. Umso erstaunlicher, dass Beth Gibbons eine Kreativpause von Portishead genutzt hat, um mit ex Talk Talk Mitglied Paul Webb (aka Rustin Man) ein Album von unglaublicher Poesie und Schönheit aufzunehmen. Natürlich ist der Geist von Portishead präsent - zu sehr hat uns Beth Gibbons in den Jahren seit "Dummy" begleitet und verzaubert als dass wir mit ihrem Gesang nicht auch automatisch an Bristol Trip Hop denken würden. Auf "Out Of Season" dominieren jedoch nicht die Breakbeats, vielmehr ist die Stimme eingewoben in ein vielschichtiges Arrangement aus verfremdeten Naturinstrumenten und Elektronik, fast ohne perkussive Elemente. So entsteht ein schwebendes Soundbild, in dem Beth Gibbons ganz neue Facetten ihres Gesanges offenbart. Die neben Björk vielleicht wichtigste Frauenstimme in der Popmusik der letzten Jahre hat sich entwickelt und lässt uns das hören. Möglich auch, dass Beth mit diesem geschärften, eigenen Profil mehr Einfluss auf das nächste Album ihrer Band gewinnt, wir dürfen sicher gespannt sein. Aber mit "Out Of Season" haben sie und Paul Webb definitiv (und Ende Oktober darf man das schon sagen) eines der Alben des Jahres veröffentlicht, dass uns durch den Herbst, den Winter und trotz einer eher getragenen Grundstimmung bis in den Frühling begleiten wird. Wunderbar.
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