Beth Gibbons überzeugt in „Out of Season" mal wieder durch ihre einzigartig melancholische und unglaublich facettenreiche Stimme... Wer hier allerdings ein Soloalbum im Portishead-Stil erwartet, wird schnell enttäuscht - und die Enttäuschung wäre die Erwartung in sich und nicht das Album selbst.
Obgleich Elemente aus alter Portishead-Zeit zu finden sind (was vielleicht sogar daran liegt, dass auch Adrian Utley von Portishead bei der Produktion von „Out of Season" mitwirkte), wird schnell klar, dass Beth eine eigenständige Größe ist, und die klar unter Beweis stellt - und besteht ~ mystische und klangvolle Töne, Intensität der Texte und Musik und deren Interpretation von Beth sind in der Lage den Hörer in eine Welt zu tragen, in der man nicht nur zuhört sondern mitfühlt, das Drama erlebt... in all seiner Traurigkeit, Verzweiflung und doch Hoffnung und Wärme in sich selbst...
Vor einigen Jahren hatte ich die Ehre Beth Gibbons bei einem Konzert kennen zu lernen, und war fasziniert von dieser zierlichen Person, die auf den ersten Blick so introvertiert, fast scheu wirkt - doch nach kurzer Zeit wird klar, dass sie jeglichen nur denkbaren Gegensatz in sich trägt, eine innere Stärke besitzt - und genau dies scheint in „Out of Season" voll zum Tragen zu kommen... Mit diesem Album hat sie sich selbst übertroffen, und all die Seiten gezeigt, die mit der Musik von Portishead nicht vereinbar waren...
Wer also auf eine hautnahe Reise der Melancholie und Selbsterkenntnis gehen will, kommt an Beth Gibbons und „Out of Season" nicht vorbei!