Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit Alben wie
Intervision (1997) und
Organism (1999) festigte der finnische Klangbastler in den letzten drei Jahren eindrucksvoll seinen Ruf als einer der einfallsreichsten und eigenwilligsten Musiker dieses Planeten. Statt des lange angekündigten Pop-Albums präsentiert uns Jimi Tenor zehn Songs, mit denen er sich weiterhin jeder stilistischen Einordnung erfolgreich verweigert. Bereits der aufwendig orchestrierte Opener "Out Of Nowhere" klingt in jeder Beziehung außergewöhnlich. Die gelungene Homage an Bernard Hermann, der mit seinen Soundtracks zu Filmen wie
Psycho und
Taxi Driver Musikgeschichte schrieb, spielte Tenor mit dem Orchester des Theaters in Lodz, Polen, ein. Auch der Rest der Stücke ist brillant -- vom kammermusikalischen "Paint The Stars" bis zu der mit Flötenklängen angereicherten Komposition "Hypnotic Drugstore". Jimi Tenor erweist sich auf
Out Of Nowhere einmal mehr als begnadeter Songwriter, der es perfekt versteht zwischen den Polen E- und U-Musik zu pendeln, ohne sich dabei auch nur eine Sekunde zu lang darüber Gedanken zu machen. Mit diesem Album ist ihm ein weiterer Geniestreich gelungen, der Jazz- und Elektronik-Liebhaber gleichermaßen begeistern wird.
--Norbert Schiegl
INTRO
Der Kino-Fan Jimi Tenor trägt anno 2000 ganz, ganz dick auf. Ein gewisser Hang zum Film Noir und zur Vertonung visueller Darstellungsformen wird dem mageren Glasbausteineträger ja schon länger nachgesagt. Auf seinem letzten regulären Album Organism schien diese Glimmer-Seite des öfteren durch. Mit Out Of Nowhere präsentiert uns Tenor endgültig die orchestrale Breitseite seines latent ironischen Geschmacks zwischen Bombast-Kitsch und Pop-Klassik. Noch einen großen Schritt weiter weg von der Tanzfläche entwirft, nein, komponiert der Michael Schumacher-Hasser eine variable und aufwendige Filmmusik ohne reale Bilder. Nur Screen Shots spazierten vor seinem inneren Auge vorbei. Was da wohl alles zu sehen war? Einiges, so einiges. Out Of Nowhere bietet nämlich Sounds von Jazz über Orchester bis zum Downbeat, die von Porno bis Apokalypse, von Liebesschnulze bis Science-fiction nahezu jede visuelle Ebene begleiten könnten. Ob Heavy-Gitarre, polnisches 60-Personen-Orchester, finnischer Pro-Cantor-Chor oder Gastvokalisten, hier wird geklotzt, ohne daß der Funk nun gänzlich verschwunden wäre, wie es Hypnotic Drugstore oder das gar an Prince erinnernde Spell belegen können. Dieser Finne ist komplett wahnsinnig. Dieser Finne ist der personifizierte Pop. Via Tenor durch das Glamour-Universum.
Christoph Jacke / Intro - Musik & so
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