Durch eine CD-Ausleihe von einem Bekannten lernte ich das Album "Out to Lunch" kennen. Je mehr ich es hörte, desto mehr nahm es mich ein, so daß ich es mir letztlich selbst auf CD zulegte. Bei der neu angeschafften CD handelte es sich nicht um die Veröffentlichung von 1987 meines Bekannten, sondern um eine remasterte Version von 1999. Für diese wurde das analoge Masterband zunächst in einer Wortbreite von 24 Bit digitalisiert, um es alsdann auf die 16-Bit-Wortbreite der CD zu konvertieren - ein Verfahren, mit dem ich bei anderen Aufnahmen gute Erfahrungen gemacht habe. Leider, leider hat Rudy Van Gelder die von ihm 1964 tontechnisch sehr gut durchgeführte Aufnahme beim Remastering auch einer dynamischen Kompression unterzogen, d.h. die leisen akustischen Signale wurden im Verhältnis zu den übrigen in ihrer Lautstärke erhöht. Der Effekt dieser beim Remastering generell um sich greifenden Unsitte kann sein, daß die Musik wenig atmet, eher in einem Einheitsklang rüberkommt und die Klangfarbenunterschiede zwischen den Instrumenten verflachen. All dies ist hier im Übermaß geschehen. Daher empfehle ich beim Kauf von Dolphys "Out to Lunch" auf CD nach der alten CD-Ausgabe von 1987 zu suchen. Sollte diese (aufgrund ihrer noch nicht ausgereiften Fabrikationsweise und ihres Alters) hohe Jitterwerte aufweisen - zu hören an einer das akustischen Signal begleitenden unbestimmten, nicht verortbaren Hintergrundshelligkeit, die nicht den instrumentalspezifischen Obertönen zugerechnet werden kann, und an der reziprok dazu geminderten Fülle der musizierten Noten - so empfehle ich eine verlustfreie Kopie mit "Exact Audio Copy" (EAC) sowie eine Übertragung auf eine hochwertige CD-R wie den Goldrohling von MFSL oder - nicht ganz so gut, aber akzeptabel und deutlich preiswerter - auf eine CD-R Audio von TDK. (Die Datenfehler auf der Original-CD vermag EAC durch seine Fehlerkorrektur zu beheben und das wiederhergestellte Original korrekt abzuspeichern. Mehr oder weniger neue Fehler entstehen beim Brennen, deren Zahl bei einem guten Rohling und geringer Brenngeschwindigkeit jedoch häufig geringer ausfällt als auf der Original-CD.) (Kopieren und Brennen eigener Original-CD's für den Eigenbedarf ist legal.)