Zuerst muss ich anmerken, daß ich kein "Kenner" der norwegischen Musikszene bin und überhaupt kenn ich aus dem Jazz gerade die Bekannteren, nichtsdestotrotz halte ich mich für "open minded" was Musik betrifft.
Diese Platte ist meiner Meinung nach nichts für "Fließbandkonsumenten", die nebenbei anderen Aktivitäten nachgehen wollen. Sie ist ein Gesamtwerk, das vom Anfang bis zum Ende die verschiedensten Möglichkeiten muskalischen Ausdrucks zeigt - sei es, wie schon oben von der Redaktion erwähnt, in Liedform oder improvisiert. Die minmal gehaltenen Instrumentalen bieten das ideale Fundament für Endresens Stimme, sowie für ihre inhaltsstarken Texte, die mir persönlich viel geben konnten - "geben" in dem Sinn, daß ich mich bei manchen Gedanken nicht mehr allein fühlte und ich auch meistens nicht wusste wie man sie am besten ausdrücken könnte...Sidsel Endresen hat dafür gute Möglichkeiten gefunden.
Die fehlende Wärme in Norwegen findet sich scheinbar in ihrer Musik wieder - wohltuend und wärmend trotz der Melancholie in den Tonfolgen. Ein Vergleich, der etwas gewagt ist, aber durchaus mit dem Gefühl zu vergleichen wäre, ist "Portishead", wobei ich betonen muss, daß nicht die Musik ähnlich ist, sondern nur das erzeugte Gefühl beim Hören.
Wer einzigartige Musik sucht könnte sie auf dieser CD mit einem ebenso einzigartigem Artwork finden...