Ich muss vorweg sagen, dass ich erst kürzlich Jazz entdeckt habe und mich zurzeit durch die unüberschaubare Vielzahl von Künstlern, Stilen und Veröffentlichungen kämpfe. Von daher mag man mir als Anfänger verzeihen, wenn ich nicht alle genrespezifischen Fachausdrücke kenne und mich mit Rockmusik-Vergleichen behelfe. Schon das Cover sieht etwas nach Pink Floyd aus. Hätten Pink Floyd je ein Jazz-Album mit starken Weltmusik-Einflüssen gemacht, könnte es so klingen wie dieses hier. Schon die ersten Klänge, die sich nach irgendeinem archaischen Saiteninstrument anhören, ziehen einen in seinen Bann. Was dann folgt ist eine Kollage aus Improvisation und Schnipseln, die sich wie komponiert anhören. Diverse Schlaginstrumente und Drums geben Struktur, Metronom-artige Takte erzeugen immer wieder eine hypnotische Wirkung. Die schwarzen Stimmen, die nur sparsam zum Einsatz kommen, wecken sowohl karibische als auch afrikanische Assoziationen.
Trotzdem ist das Ganze nicht überproduziert, sonders immer auf das nötige reduziert. Fazit: anspruchsvolle und gleichzeitig entspannende Musik, die vor allem unter dem Kopfhörer funktioniert und es nicht verdient hat im Auto gehört oder als Hintergrundmusik verschwendet zu werden.
Anspieltipp: One, Two, Free