Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Skandinavier inziwschen das bessere Design machen, die schönsten Hauptstädte haben und den schönsten Jazz machen. Mit diesem Album müssen wir uns damit abfinden, dass sie sogar beim Britpop ganz vorne mitspielen.
Cats on Fire aus Finnland, deren Debüt "The Province Complains" eher Insider interessierte, legen mit ihrem zweiten Werk eine wunderbare Songsammlung vor, deren warmherzige Melodien und zurückhaltende Melancholie an Bands wie The Smith oder die Housemartins erinnert.
Schon im Opener "Horoscope" öffnen sie den Britbaukasten: perlende Gitarrenläufe, mehrstimmige Gesänge und ein mitreißender Beat machen augenblicklich gute Laune. Treibende Stücke wie "Lay Down Your Arms" mit seiner simplen treibenden Struktur könnten direkt einer britischen Industriestadt entsprungen sein, während das ruhige "Never sell the House" an die ebenfalls skandinavischen "Kings Of Convenience" erinnert. Das ganze ist kein Ausbund von Originalität, aber spätestens bei "The Borders Of This Land" bekommt man diese Songs nicht mehr aus den Ohren.
Ein Album, so vertraut, als käme ein guter Freund zu Besuch, den man lange nicht gesehen hat. Ein Glücksgriff und der bestmögliche Soundtrack für den Sommer.