Also, wer sagt einem verdienten Comedian, dass es vielleicht an der Zeit wäre, das aktive Filmgeschäft ruhen zu lassen....wer?
Der bitteren Wahrheit ins Auge zu blicken ist nie schön, insbesondere dann, wenn man die Zeichen der Zeit nicht erkennt. Und richtig schlimm wird es, wenn man die eigene Kreativität betrügt und sich, wie in diesem Fall, seiner eigenen Filme als Vorlage (7 Zwerge) bedient.
Ich möchte hier gar nicht auf die Handlung als solche eingehen, denn diese ist und war bei Otto-Filmen zweitrangig. Ottos Filme leben von den Gag-Ideen und natürlich von den Schauspielern, die er in schöner Regelmäßigkeit zahlreich und namensgewaltig um sich scharrt.
Zunächst die Gags: Ganz ehrlich, wer will z.B. bitte schön noch die Kunstfigur Harry Hirsch sehen?! Vielleicht mutet der rasende Reporter altgedient an, vielleicht ist jene Figur aber nur noch ein Symbol für die liebenswerte Verklärtheit und dem müffelnden Charme, den Otto seinen Zuschauern im 21. Jahrhundert zumutet. Und das sich Olli Dittrich dafür hergibt, ist mehr als gewagt. Naja, und auch die anderen Lustigkeiten sind eher liebenswert als eben lustig. Es ist eher höfliches Grinsen als herzhaftes Lachen angesagt. Alles wirkt angestaubt, albern und 'vor der Zeit'; eingefleischte Otto-Fans wird dies jedoch kaum stören.
Dann die Schauspieler: Mirco Nontschew als dauerhektischer Blödler wirkt einfach nicht mehr witzig. Und Rick Kavanian ist in seiner Rolle unterfordert. Einzig und allein Max Giermann weiß zu überzeugen, da hat Herr Waalkes eine weise Wahl getroffen. Sky du Mont ist als graue Eminenz schon fast gesetzt und was die olle Sara Nuru mit ihrem Erstlings-Schauspielversuch lieferte, war einfach Käse.
Und Otto? Er verkörpert auch hier das, was die Zuschauer erwarten dürfen und nimmt sich dabei teilweise auffällig zurück. Und das Schlimmste dabei ist, dass gerade dieser Umstand dem Film bisweilen gut tut.