Der Autor Hans-Jürgen Lange legt mit dieser Biographie den langerwarteten Ergänzungsband zu seinem Erstlingswerk über Rahn vor. Mit der gleichen Akribie, die sein erstes Buch auszeichnete, widmet er sich im vorliegenden Buch dem Leben des Gralsforschers Otto Rahn. Lange betritt damit weitestgehend unbekanntes, gefährliches Land, gilt Rahn doch aufgrund seiner zeitweisen Zugehörigkeit zur Stiftung Ahnenerbe innerhalb der SS als persona non gratta im Bereich der Gralsforscher. Trotz dieser schwierigen Ausgangsposition gelingt es dem Autor, Rahn nicht nur unter diesem wenig glücklichem Aspekt zu sehen, sondern vielmehr die Vielschichtigkeit dieses Menschen herauszuarbeiten, wobei die Homosexualität Rahns dabei nicht unterschlagen wird. Insgesamt ergibt sich ein sehr ausgewogenes und differenziertes Bild das Lange vom Gralsforscher Rahn zeichnet. Derjenige der nach fundierten und ausgewogenen Informationen zu diesem Thema sucht, ist mit diesem Buch sehr gut beraten.