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Otto Schily
 
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Otto Schily [Gebundene Ausgabe]

Reinhold Michels
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 237 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt DVA (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421054673
  • ISBN-13: 978-3421054678
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.120.586 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Reinhold Michels
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Rechten stempelten ihn schlicht zum Baader-Meinhof-Sympathisanten, die Linken zum "liberalen Scheißer". Seit Otto Schily als Bundesinnenminister vorführt, dass auch ein "Sozi" energisch für Sicherheit und Realismus in der Zuwanderungspolitik streiten kann, gilt er den einen als opportunistischer Karrierist, den anderen als "Kanther ohne Scheitel". Dass er sich bei ihm zwar um einen "seltenen Vogel unter vielen Sperlingen" im Berliner Politikbetrieb handelt, beileibe aber keinen Wendehals, macht Reinhold Michels in seinem Buch Otto Schily. Eine Biografie deutlich.

Zwei Jahre vor dem angekündigtem Rückzug aus der aktiven Politik hält der Innenressortleiter der konservativen Rheinischen Post Rückschau auf die wechselvolle Vita des dann Siebzigjährigen, den er für einen echten "Aktivposten" der Regierung Schröder hält. Michels zeichnet das Bild eines ewigen Individualisten, der sich trotz seiner Wendungen stets treu geblieben ist. Er berichtet vom "Kopfmenschen und Musensohn" aus tolerantem großbürgerlichem Anthroposophen-Elternhaus, vom politischen Moralisten, dessen Hang zum Weltverbesserischen ihn an die Seite der revolutionären Linken, der Friedensbewegung und der Grünen trieb.

Schily könne nur diejenigen überraschen, die ihn nicht kennen. Stets habe er Menschen mit doktrinären Scheuklappen abgelehnt. Und selbst in seinen "wildesten" Zeiten als systemkritischer Staradvokat sei er unbedingt für einen intakten Staat eingetreten -- und zwar für einen, der auch Top-Terroristen eine optimale Prozessvertretung einräumt und der sich selbst an die von ihm aufgestellten Regeln strikt hält, der nicht exzessiv, aber wehrhaft gegen jeden agiert, der ihm die Wurzeln zu beschneiden trachtet -- sei es ein gemeiner Krimineller oder ein hochrangiger Staatsdiener.

Dank nötiger Objektivität und Einfühlungsvermögen ist es Reinhold Michels in seinem Buch gelungen, in wohltuender Kürze und Prägnanz der vielschichtigen Persönlichkeit Otto Schilys gerecht zu werden. --Roland Detsch

Kurzbeschreibung

Otto Schily: Vom Anwalt der RAF zum Innenminister Geschmäht, geachtet, umstritten: Otto Schily ist einer der interessantesten Politiker der Bundesrepublik. Die erste Biographie zeichnet das vielschichtige Porträt des einstigen Anwalts und RAF-Verteidigers und heutigen Bundesinnenministers. Er ist ehrgeizig, brillant, eigenwillig und, obwohl nacheinander Mitglied zweier Parteien, politisch auf Abstand bedacht, ein Solist, der nie ganz dazugehört. Für viele ist Otto Schily ein rotes Tuch, seitdem er in den siebziger Jahren Mitglieder der Rote-Armee-Fraktion vor Gericht verteidigte. Daß sein Leben Brüche und Wendungen aufweist, macht ihn vielen anderen verdächtig. In seinem Beharren auf Moral, Recht und Gesetz wirkt er fast altmodisch. Otto Schilys Lebensgeschichte spiegelt zugleich Kontinuität und Diskontinuität. An Schily scheiden sich die Geister. Seinen Feinden ruft Schily entgegen: Nur Idioten ändern sich nicht.

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Kein Volltreffer!, 19. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Otto Schily (Gebundene Ausgabe)
Der Biograph hat es nicht geschafft, die komplizierte Persönlichkeitsstruktur des Otto Schily zu "knacken". Seine oberflächlichen (V-)Erklärungsmuster reichen nicht aus, um den Werdegang Schilys plausibel zu machen. Das Rechtsstaatsbewusstsein als alleinige Maxime Schily'schen Denkens und Handelns zu unterstellen, vernachlässigt bedeutende Facetten der Persönlichkeit. Da helfen auch die vielzitierte, ewige Krawatte, goldene Uhrenkette oder Wohlerzogenheit des gutbürgerlichen Querdenkers nicht. Dass Schily sich auf diesem Hintergrund ja eigentlich immer treu geblieben sei, ist zudem grober Unsinn. Hier widerspricht Schily seinem eigenen Biographen mit einem Zitat Georges Pompidous: "Nur Idioten ändern sich nicht".
Die Frage, wer oder was zu welchem Zeitpunkt Otto Schily zu den sich verändernden Einsichten bewegt hat, bleibt völlig offen. Es fehlen Schlüsselerlebnisse, politische/philosophische Leitlinien und einfühlsamere und tiefere Einblicke in die Persönlichkeitsstruktur. Es fehlt insbesondere der kritische Mut (oder die Kompetenz?) zu eigenen Rückschlüssen und Hypothesen, die sich m.E. mit etwas mehr Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen durchaus im Lebenslauf herauslesen lassen.
Vielleicht hätte der Biograph (Journalist!) den Innenminister zu seiner "Vita activa" auch einfach mal befragen sollen...
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Willkommen im Ressentiment., 11. August 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Otto Schily (Gebundene Ausgabe)
Man fragt sich, warum der Autor nicht einfach nur einen Lebenslauf Otto Schilys abgedruckt hat. Das wäre weniger Arbeit für ihn gewesen, und den Lesern wären so einige Ärgerlichkeiten erspart geblieben, die dieses Buch birgt. Weshalb, fragt man sich weiter, schreibt ein Autor, dem es anscheinend nicht möglich war, sich in die Person, die er portraitiert, hineinzudenken, überhaupt eine Biographie über diese Person; eine biographische Darstellung zudem, die so wirkt, als sei sie aus mehreren Zeitungsartikeln einfach zusammengezimmert? Das Buch ist teilweise unglaublich schlecht geschrieben, umgangssprachliche Ausdrücke treffen auf Sprachklischees, und triviale Adjektive sollen wohl eine eigene Meinungsbildung bei den Lesern unterbinden. Diese treffen dann beispielsweise auf solche Charakterisierungen wie die von Jutta Dittfurth, die der Autor als „eine Art Ulrike Meinhof ohne Molotow-Cocktails" beschreibt. Was will er uns damit bloß sagen?
Weder Otto Schily noch die Zeitgeschichte sind nach der Lektüre näher gerückt. Der Autor hat mehrfach die musikalische Begabung Schilys, dessen Liebe zu Italien, sowie dessen stets tadellose Manieren nebst gut sitzender Krawatte gepriesen. Und sich ansonsten darüber gewundert, was dieser Mensch je bei solch ‚linken Chaoten mit selbstgestrickten Wollpullis' (oder ähnlich) zu suchen hatte. Willkommen im Ressentiment.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Lesenswert!, 29. März 2001
Rezension bezieht sich auf: Otto Schily (Gebundene Ausgabe)
Wie wird man vom RAF-Anwalt zum Bundesinnenminister? Indem man sich selbst treu bleibt, da Otto Schily auch zu seinen "linken" Zeiten für den Rechtsstaat eingetreten ist. Reinhold Michels beschreibt fair, kritisch und prägnant die Entwicklung des Otto Schily vom musisch begabten Bürgersohn über den Verteidiger der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin bis hin zum "Roten Sheriff". Er malt dabei das Bild eines ewigen Individualisten, der nie - weder früher bei den Grünen noch heute bei der SPD - Mehrheiten hatte und bis heute regelmäßig mit seinen Ansichten aneckt. Man muß die Meinungen von Otto Schily nicht teilen, aber er hat sich im konformistischen Politikgeschäft seine Individualität bewahrt, das macht ihn dann doch irgendwie sympathisch.
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