Anlässlich des 60. Geburtstags von Otto Waalkes brachte der Carlsen Verlag das Buch "Otto" mit dem verheißungsvollen Untertitel "Das Werk" heraus. Tatsächlich handelt es sich hierbei um das Beste aus Ottos vielseitigem Schaffen. Die Beiträge dazu steuerten natürlich Otto Waalkes selbst sowie die Texter Bernd Eilert, Robert Gernhardt und Peter Knorr, der das Buch auch herausgegeben hat, bei. Schon die für den Komiker typischen Ottifanten auf dem Cover des Schutzumschlages - auch das Lesebändchen ist mit solch einem Rüsseltier versehen - weisen auf die rege Tätigkeit ihres Erfinders hin: Der Ostfriese war Darsteller und Drehbuchautor von insgesamt acht Kinofilmen (zuletzt "Sieben Zwerge - Der Wald ist nicht genug"), die deutsche Synchronstimme des sympathischen Faultieres Sid in den "Ice Age"-Filmen, Anfang der 1970er Jahre hatte er seine eigene TV-Show. Außerdem ist er Sänger, Cartoonist und ein genialer Stand-up Komiker.
In einem Interview nannte Otto einmal seine ersten Vorbilder. Darunter waren Heinz Erhardt, Jerry Lewis und vor allem Loriot, der ihn durch seine Parodien von Wissenschaftssendungen (Hoimar von Ditfurth und andere) beeinflusste, vertreten. Deutsche Stand-ups gab es Ende der 1960er Jahre noch nicht, als Otto Waalkes von Emden nach Hamburg in eine großräumige WG zog. Diese teilte er eine zeitlang unter anderem mit Udo Lindenberg, Marius Müller-Westernhagen und elf weiteren Mitbewohnern.
Schlägt man dieses Buch - Biographical Universal Communication Humbug - auf, dann bekommt der Leser zunächst einmal eine Gebrauchsanweisung vorgesetzt. Erst die strikte Befolgung der hier aufgestellten Regeln soll den vollen Lesegenuss dieses Werkes gewährleisten. Die darauffolgende, noch zu unterschreibende Einverständniserklärung räumt die letzten Zweifel aus, dass hier der Spaß nämlich endgültig aufhört. Doch weit gefehlt, denn nun beginnt eine rasante Abfolge von Gags und Sketches, die zum Großteil auf Fotos in Schwarzweiß mit dazu passenden Sprechblasen dargestellt werden, welche manchmal an Collagen erinnern.
Das Buch "Otto" enthält Klassiker wie "Großhirn an Milz", die legendäre Predigt über "Theo, wir fahr'n nach Lodz", Harry Hirsch, der knallharte Reporter, oder Susi und ihr verzauberter Föhn, um nur einige zu nennen. Erwähnenswert ist auch ein Gipfeltreffen zwischen Otto und dem amerikanischen Filmemacher Mel Brooks, das unter dem Arbeitstitel "Die verkaufte Braut" mit hineingenommen wurde. In dieser Bildgeschichte, die ein wenig an jene des Jugendmagazins "Bravo" erinnert, wird Mel Brooks' Frau Anne Bancroft an den deutschen Komiker verschachert. Diese Fotogeschichten werden immer wieder durch Cartoons, die von Otto selbst angefertigt wurden, aufgelockert. Wie etwa "Otto's Zeichenschule", die in nur sieben Tagen einen Crashkurs zum Erlernen dieser Kunst bietet. Denn "ein Zeichner, der nicht Otto's Zeichenschule durchlaufen hat, ist wie ein Radfahrer ohne Freischwimmerausweis." Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.