Helmut Klepzig, langjähriger Mitarbeiter von Dr. Otto Buchinger, hat ein Buch über seinen ehemaligen Chef und Klinikbetreiber herausgegeben. Sich zurückziehen, vom Alltagstrubel, Einkehr halten, zur Ruhe kommen, sich besinnen, einfach und aus sich selbst heraus leben - das alles kann Fasten sein. Heilfasten ist mehr als Abspecken - Fasten ist die wirksamste Methode, um deutlich abzunehmen und dabei den Körper zu entschlacken und zu entgiften. Heilfasten - ein Begriff, der mit dem Namen Dr. Otto Buchinger verbunden ist. Am 2. August 1920 nahm Otto Buchinger seine ersten Patienten zur stationären Behandlungen in sein Privathaus in Witzenhausen auf. Aus diesem Anfang ging, bei stetig wachsender Klientel, das Städtische Kurheim Dr. Med. Buchinger Witzenhausen hervor, so beginnt das Kapitel über Dr. Buchinger und seine Zeit in der Kirschenstadt. Otto Buchiger - Ein Leben für das Heilfasten, von Helmut Klepzig ist eine Biografie des Fastenarztes, in der dieser auch selbst zu Wort kommt. Vor und nach Kriegen Das Buch enthält zahlreiche Bilder aus dem Leben Buchingers (1878 - 1966). Dieser erlebte eine Zeit vor, während und nach zwei Weltkriegen mit ihren umwälzenden Veränderungen bei einem spannungsreichen persönlichen Schicksal: Kindheit, 16 Jahre Sanitäts-Offizier bei der Kaiserlichen Marine in Friedens- und Kriegszeiten, 16 Jahre Fastenarzt in Witzenhausen sowie 16 Jahre zwischen Bewährung, Bedrohung und Bewahrung in Bad Pyrmont. Von 1920 bis 1936 wirkte er in Witzenhausen und das Buchinger-Heilfasten nahm seinen Anfang. Bemerkenswert ist seine Entwicklung vom Marinearzt zum Fastenarzt, vom Militär zum Pazifist. Auch als Dozent der Witzenhäuser Kolonialschule war Buchinger tätig. Der Ruf, den sich das Kurheim erwarb, bekam auch für die Stadt Bedeutung, die Buchinger und seine Methode nach zunächst großer Distanz später unterstützte. In dem Buch gelingt es Kreutzig, den bedeutsamen und vielschichtigen Lebenslauf des Dr. Buchinger mit Feingefühl zu zeichnen. Helmut Klepzig selbst war langjähriger Mitarbeiter Buchingers und schildert mit detaillierten Hintergrundinformationen, wie dessen Krankengeschichte ihn zum heilsamen Fastenerlebnis führte. Eine gelungene Beschreibung des Charismas Buchingers macht verständlich, wie sich das Fasten als breit angelegte Basis sowohl der Therapie wie der Vorsorge der aktuellen Stoffwechselkrankheiten wie chronischer Leiden selbst gegen die Widerstände der Schulmedizin durchsetzen konnte. Intensiv werden die späten Jahre geschildert. So erzählt Klepzig, dass Buchinger noch in seinem neunten Lebensjahrzent fastete - jeden zweiten Monat sechs Tage, dann in größer werdenden Abständen. Kein Wunder, dass das Buch scheinbar ganz nebenbei auch zu einer Lebensreform anregt. Es ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis, denn Helmut Klepzig ist Praktiker. Seit seiner Ausbildung zum Physiotherapeut kam er 1950 zur Buchinger-Klinik in Bad Pyrmont. Jahrzehnte war er anschließend im Sanatorium in Überlingen (Bodensee) für das kulturelle Programm verantwortlich. Über den Verfasser der Buchinger-Biografie erfährt man in dem Buch selbst nichts. Helmut Klepzig erzählt lieber über den Doktor und dessen Lebenswerk, als über sich.