Die Erasure-Tristesse hat nach dem viel zu schnell gesunkenen "Loveboat" nun endlich ein Ende, denn mit "Other People's Songs" melden sich Andy Bell und Vince Clarke eindrucksvollst zurück. Auf ihrem zehnten Studio-Album interpretieren sie ihre persönlichen Favoriten aus unzähligen Jahren der Musikhistorie im vollelektronischen Soundgewand: Da ist das extrem groovige, "gospelige" "Solsbury Hill" (im Orginal von Peter Gabriel) etwa, das am 6. Januar als erste Single ausgekoppelt wird, das fantastische "Everbody's Got To Learn Sometime" (The Korgis), das in der minimalistischen Erasure-Version wie ein James-Bond-Titeltrack daherklingt, oder nicht zuletzt "Make Me Smile (Come Up And See)", die rasante Cockney-Rebel-Nummer und womöglich die zweite Single von "Other People's Songs". Soundmäßig lässt sich dieser Langspieler zwischen Erasures Alben "Wild!" (1989) und "Chorus" (1991) einordnen: Analoge Synthie-Soundspielereien, wie sich die Enthusiasten in Verzückung versetzen. Und so darf man hoffen, dass dieses Album, obwohl es sich "nur" um Coverversionen handelt, Sänger Andy Bell und den Computerfuturisten Vince Clarke wieder zurück ins Rampenlicht bringt. Denn da gehören sie hin. Weitere Anspieltipps: "Video Killed The Radio Star" - ein Computer singt den Buggles-Klassiker, während Andy Bell nur im Background zu hören ist, sowie "You've Lost That Lovin' Feeling" - Andy Bell hat den Song der Righteous Brothers in der Küche des Produzenten Gareth Jones eingesungen, oder "Goodnight" - eine Gänsehautnummer wie aus einem wundervollen Musical, einst geschrieben von Chris Eberhard. Nicht ganz so gelungen ist allein "Can't Help Falling In Love" - dieser Song wirkt eben nur mit der Stimme Elvis Presleys.