Puh, durch! Das Buch schafft den Manager. Mein Sohn gab mir dieses Buch, nachdem er sich damit für seine Diplomklausur vorbereitet hat. Ihn hat es auch geschafft. Und er sein Diplom. Soviel zur verzichtbaren Vorgeschichte.
Dieses Buch, geschrieben von einem der schillernsten (Ex-)Vorstände und einem jungen Wissenschaftler, der bisher bereits im Bereich Mergers & Acquisitions beaknnt war, ist das, was ich mir immer wünsche, dass ich es geschrieben hätte. Es ist anstrengend, schwierig, zwingt zum noch mal lesen, zum selber denken, zum selber managen. Das ist es wohl, was es so speziell macht: Es ist eines der ersten Managementbücher, dass Selbstmanagement und Selbstorganisation in sich aufnimmt. Es ist hochtheoretisch, dann wieder erfrischend polemisch und immer einen Dreh weiter, als das was man täglich in den Bestsellerlisten sehen muss.
Die Kapitel "Zukünfte der @rByte" und "www.kun.de" sind leicht zu lesen und haben hochinteressante neue Aspekte. Ich habe selten eine so instruktive Sammlung von Paradoxien und Mythen zum Human Resource Management und zum E-Commerce gelesen.
Aber -auch wenn die WirtschaftsWoche etwas anderes empfiehlt - lesen Sie das Kapitel "Virtuouse Nachbarschaftspflege". Die Auflösung von Organisationen in Wertschöpfungsnetze und das entscheidende Kapital des neuen Jahrhunderts "Beziehung" wird in einer Komplexität vorgetragen, dass es einen wirklich unruhig macht. Man weiss gar nicht mehr wohin man schauen soll, wenn man Organisationen sucht...
Die interviews geben noch mal interessante Querperspektiven, wobei insbesondere Lufthansavorstand Sattelberger und auch Adidas CEO Dreyfus hilfreiche Positionen vermitteln. Der Anspruch, das Buch in sich selbst mit anderen zu diskutieren ist nur konsequent.
Fazit: Für alle Organisationspraktiker und -theoretiker ein Muss (auch für die die nicht Luhmann lieben). Peters ehrwürdige Nachfolge.