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Moviemans Kommentar zur DVD: Das Schwarzweißbild ist natürlich nicht mehr das jüngste. So tendiert es zu Überbelichtungen (Gesicht, 00:05:35) und groben Schärfewerten, die, je mehr Distanz vorhanden ist, gröber werden. Auch lösen sich feine Kanten in feine Griesel auf. Ein wirklich tiefes Schwarz findet sich nicht, dafür sind eher eine Vielzahl an Grautönen vorhanden. Der Klang aus dem Center ist deutlich, beinhaltet aber eine nostalgische Blechernheit, die man ihm nicht verübeln kann. Als Extras kommen 8 Trailer zu anderen Oswalt-Kolle-Filmen aus den Jahren 1968 bis 72 hinzu. --movieman.de
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3.0 von 5 Sternen
Das blaue Wunder der Ehe,
Von
Rezension bezieht sich auf: Oswalt Kolle - Das Wunder der Liebe: Teil 1 - Sexualität in der Ehe (DVD)
Dieser Film hat's viel mehr in sich als man auf den ersten - schmunzelnden - Blick vermuten möchte. Was heutztage Allgemeinplätze sind, hat Oswalt Kolle in diesem Film recht offen angesprochen, so etwa die unterdrückte und mit Schmutz assoziierte Sexualität von Kindern und das frühzeitige hineinzwängen in stereotype Geschlechterrollen oder die Forderung nach mehr Ritterlichkeit bei jenen Männern, die, wenn sie sich beim Liebesspiel schon nicht "beherrschen" können, doch bitte nach dem kurzen Feuerwerk wenigstens noch die Lust ihrer Frau bedienen mögen. Überhaupt die Entdeckung und Legitimation der weiblichen Sexualität... (Entdeckt worden sein mag sie sicherlich schon bei Römern und Griechen): Kolle tritt auf als Retter der Ehe, die permanent bedroht zu sein scheint von falschen Erwartungen an Sex und von falschen oder fehlenden Vorstellungen von der Sexualität des Partners. Ob es nun der Mann ist, der in seinem Liebesspiel zu schnell und ungestüm vorgeht (Mannsein hatte noch eine ganz andere Dynamik in den 60ern! und auch eine andere Kindlichkeit...) oder der chronisch von Arbeit ermattete und lustlose Familienernährer: Kolle spricht dies ebenso an wie das von Tabus und Geschlechterrollen unterdrückte "Drüber Reden" und die Ermunterung der Frauen auf Durchsetzung ihrer Wünsche. Nur: ob er damit erreicht hat, was er vorgab, bleibt fraglich. Denn die andere Seite der Medaille ist, dass er mit seinen Filmen ja auch Geld verdienen wollte. Und das konnte er damit erreichen, dass Leute in scharen in die Kinos gepilgert sind, um sich zu den klängen von hoch psychedelischer, fast hypnotischer Musik in einen feuchten Traum mit viel nackter Haut fallen zu lassen. Dass Kolles Filme maßgeblich mitgespielt haben beim Lostreten des Sexwelle, ist hinlänglich bekannt ebenso wie die Tatsache, dass diese Sexwelle dem Eheleben sicher nicht zu mehr Stabilität verholfen hat.Kolles Bilder von kopulierenden Paaren strahlen auch heute noch eine Erotik aus, die ganz anders ist als die entsinnlichte, hypersexualisierte und zum Selbstzweck gewordene Pornosexualität unseres frisch angebrochenen Internetjahrhunderts. Seine Protagonisten haben ein idealtypisch dargestelltes Leben vor, neben und nach dem Sex und das trägt den Habitus der 60er. Der Film ist sicherlich anregend dabei, zu überlegen ob und in welchem Maß Kolles Aufklärung dazu beigetragen hat, dass wir heute viel mehr über Sex wissen als vor 40 Jahren. Erwartungen an Sex in Einklang zu bringen mit ihrer Verwirklichung in Partnerschaft und Ehe ist angesichts der immer weiter steigenden Erwartungen, die dem ausgebüchsten Internetsexmonster hinterherhecheln, eher noch utopischer geworden. Da wünscht man sich manchmal einen Filmemacher, der tabulos zeigt, wie das eigene Monster ihn einholt und die zur Alltäglichkeit mutierte Sexwelle den Menschen in ein Dilemma treibt: Er glaubt einerseits, der aufgeblasenen Sexnorm genügen zu müssen und sieht andererseits gerade in der Partnerschaft die einzige Möglichkeit, diesem Druck zu entgehen. So wirkt rückblickend Kolles Film eher wie das blaue Wunder, das die Ehe erleben musste. Und wer sich mit dem Wunder der Liebe befassen möchte, der greife doch lieber zu Erich Fromms "Die Kunst des Liebens" Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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