Irgendwann in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts...
Eine junge und tieftraditionell erzogenen Chinesin ist an dem Punkt, auf den sich ihr ganzes Leben ausgerichtet hat: Sie heiratet einen Mann aus angemessener Familie, mit dem sie kurz nach ihrer Geburt verlobt wurde. Alles, was sie bis jetzt gelernt und getan hat, hatte das Ziel, sie zu der guten Ehefrau zu machen, die sie sein will. Und es scheint, dass das alles vergebens war. Ihr Mann hat im Westen Medizin studiert und die Kultur des Westens schätzen gelernt. Er möchte eine moderne Ehe führen mit einer modernen Frau. Für seine junge Frau sind diese Wünsche und Ideale völlig fremd und unverständlich. Und so müssen sich nicht nur zwei Menschen, sondern auch zwei Kulturen näherkommen. Pearl Bucks Buch beschreibt einfühlsam und eindringlich den Konflikt zwischen zwei völlig gegensätzlichen Kulturen und das Dilemma einer Frau, für die alles bisher sichere zu schwanken und zu zerfallen beginnt, bis sie langsam anfängt, diese unsinnige fremde Kultur kennen zu lernen. Aber auch ihre Familie gerät in den Konflikt zwischen den alten, traditionellen Wegen und dem Einfluß der Veränderungen. Die chinesische Kultur und Traditin wird überzeugend und lebensnah geschildert. Das einzige, was mich an diesem Buch etwas störte, war, dass die chinesischen Traditionen oft abergläubisch, verstaubt, versteinert oder menschenfeindlich erscheinen, während das Wissen des Westens so fortschrittlich und überlegen scheint... Dennoch fesseln mich Handlung, Gefühle und Sprache des Buches immer und immer wieder. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)