Ostrock! Popmusik in der DDR- Kleine Rezension zum Buch von Elmar Schwenke
Als eingefleischten, unverbesserlichen alten Ostrock- Fan freut es mich besonders, ein weiteres Werk zum Thema Ostrock auf dem Büchermarkt vorzufinden. Ostrock! Popmusik in der DDR ist von einem Autor geschrieben, der selbst zu den Machern dieser Musik zählte und sein Buch liebevoll mit Details eines Zeitzeugen, der auf den selben Bühnen stand und spielte wie die abgebildeten und beschriebenen Bands und Interpreten, gewürzt hat. Die wichtigsten Vertreter dieser so eigenen und unverwechselbaren Musik- Epoche sind dann auch aufgeführt und der Blickwinkel ist stets wohlwollend. Schön(e) bunte Fotos garnieren die informativen Texte und es ist wunderbar, sich bei der Lektüre an diese, nicht nur im Nachhinein schillernde Musikzeit zu erinnern. Es war schließlich nicht zuletzt unsere nicht immer so trist verlaufene, wie heute oft Glauben gemacht wird, Jugendzeit, zu der auch der Ostrock den Soundtrack lieferte. Sind es für den Einen die lebendigen Erinnerungen, die bei der Lektüre hochkommen, kann es für den Anderen vielleicht der Einstieg in die Beschäftigung mit dem Ostrock/ Ostpop sein. Bereuen wird es der geneigte Leser jedenfalls nicht, findet er doch reichhaltige Quellen für die Beschäftigung mit viel musikalischer Eigenständigkeit, textlicher Aussagekraft, nicht selten zeitlos, gepaart mit solidem musikalischen Handwerk. Schließlich war es nicht nur schlecht, dass ein Ostmusiker, wollte er die berühmte Profi-Pappe (Berufs- Spielerlaubnis) besitzen, fundierte musikalische Kenntnisse in Theorie und Praxis nachweisen musste. So mancher unserer Zeitgenossen hat das erst im Nachhinein erkannt, als er sich mit der oft empfundenen Beliebigkeit der heutigen Popmusik- Szene konfrontiert sah. Der Preis des großformatigen Buches von Ex- Zebra- Keyboarder Elmar Schwenke bewegt sich in einem Segment, das seinen Besitz für Musik- Nostalgiker und interessierte Sympathisanten mehr als rechtfertigt.
Michael Gerlach
aus Finsterwalde
im Mai 2011