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Ostpreußens Schicksalsjahre 1944-1948
 
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Ostpreußens Schicksalsjahre 1944-1948 [Restexemplar] [Broschiert]

Ruth Kibelka
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Titel des Buches ist leicht irreführend. Ruth Kibelka behandelt nicht das Schicksal Ostpreußens als Ganzes, sondern beschränkt sich auf das Memelland und das Königsberger -- heute Kaliningrader -- Gebiet. Auf die beiden deutschen Territorien also, die nach dem Zweiten Weltkrieg als einzige an die UdSSR angeschlossen wurden. Der heute zu Polen gehörende südliche Teil Ostpreußens bleibt dagegen ausgeklammert.

Die Autorin setzt eine Zäsur im Jahre 1948. Das hat gute Gründe. Ihr geht es weniger um Flucht und Vertreibung als vielmehr um die Frage, warum sich die sowjetische Besetzung in diesen beiden Gebieten so unterschiedlich auf die deutsche Bevölkerung auswirkte. Warum wurden die Königsberger 1947/48 vertrieben, während zum gleichen Zeitpunkt die Mehrzahl der Memelländer aus Deutschland in ihre Heimat zurückkehren durfte? Und hätte es für die damaligen Entscheidungen Alternativen geben können?

Gestützt auf russische Akten arbeitet Kibelka nun erstmals die differenzierten Situationen der deutschen Einwohnerschaft des Memellandes und des nördlichen Ostpreußens detailliert heraus. Sie beschreibt den unterschiedlichen Sowjetisierungsprozess der Gebiete und zeigt, dass die Besatzungsbehörden zunächst noch über keine verbindliche bevölkerungspolitische Konzeption verfügten. Erst im Herbst 1947 war das Schicksal der Deutschen nördlich und südlich der Memel endgültig besiegelt.

Bislang wurde die Situation der Zivilbevölkerung in Ostpreußen meist als reine Leidensgeschichte geschrieben, ohne den Handlungsspielraum der Deutschen und den gesellschaftspolitischen Hintergrund der nachfolgenden Besatzungszeit näher auszuloten. Dieses Defizit wird mit der vorliegenden Studie beseitig. Die Leiden der Bevölkerung werden freilich auch von Kibelka nicht verschwiegen. Sie schildert sehr eindringlich die Gräueltaten der Roten Armee, die Beutezüge der "Trophäenkommandos", und die "Säuberung" der Gebiete durch die Geheimpolizei. Auch damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels deutsch-russischer Geschichte. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Warum scheiterten die Pläne der Sowjets, das Memelland und das Königsberger Gebiet zum kommunistischen Musterland zu entwickeln? Warum wurde die Rückkehr in die Heimat für Memelländer zum Trauma? Ruth Kibelkas detaillierte Antworten auf diese und andere Fragen basieren auf neu erschlossenen Archivmaterialien und intensiven Recherchen. Ein fundierter Beitrag zur Debatte um Vertreibung und Aussiedlung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg und über die Zukunft Kaliningrads angesichts der EU-Erweiterung.

Der Autor über sein Buch

Antworten auf viele ungeklärte Fragen
Warum wurde die Bevölkerung des Königsberger Gebietes nicht im Potsdamer Abkommen erwähnt? Weshalb verhandelten die Alliierten nicht über das Memelland? Wie kam es zu der Ausweisung der Königsberger nach dem Zweiten Weltkrieg? Warum durften sie nur in die Sowjetische Besatzungszone ausreisen? Wie kam es, das Memelländer nach Kriegsende in ihre Heimat zurückkehrten ? Über diese und viele andere Fragen konnte man bis zur Öffnung der ehemals sowjetischen Archive nach 1990 nur mutmaßen. Mit dem vorliegenden Buch können heute zum ersten Mal stichhaltige Antworten auf die Vorgänge jener Jahre geliefert werden. Dabei habe ich mich bemüht, nicht nur aus der Vogelperspektive, in großen Zusammenhängen zu urteilen, sondern in bestimmten Bereichen detailgenau Entwicklungsstränge aufzuzeigen, wodurch sich der Leser in konkrete Situationen hereindenken und auf diese Art und Weise Entscheidungsprozesse mitverfolgen kann. Beispielsweise beschreibe ich die Verödung deutscher Dörfer im Königsberger Gebiet, Dörfer, die seit 1945 nicht mehr bewohnt wurden und von denen man heute nur noch überwachsene Grundmauern finden kann. Ebenso berichte ich vom Rückweg memelländischer Familien in die Heimat, von ihren damaligen Erwartungen und Enttäuschungen, die bis heute einen unauslöschbaren Platz in ihren Erinnerungen behalten haben. Die Leser erhalten darüber hinaus einen Einblick, welche Erwartungen und Perspektiven die sowjetischen Behörden mit dem Erwerb des Memellandes und des Königsberger Gebietes verbanden. Durch das Aufzeigen dieser Hintergründe lassen sich heutige postsowjetische Entwicklungen weitaus gründlicher bewerten. (Im polnische Teil Ostpreußens nahmen die Dinge einen etwas anderen Verlauf. Polnische und deutsche Historiker haben die dortige Geschichte bereits hervorragend aufgearbeitet.) Gerade im Kontext der heutigen Debatte um die Zukunft Kaliningrads angesicht der EU-Entwicklung erhält mein Buch zusätzlich eine besondere Aktualität. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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