Ich mag Klaus-Peter Wolf.
Er war wirklich ein Held meiner Jugend und seine Bücher "Dosenbier und Frikadellen" und "Die Abschiebung" haben mich seinerzeit nicht nur begeistert, sondern auch tief berührt. Bis heute hat die völlig zerlesene "rororo panther" Ausgabe von "Dosenbier und Frikadellen" einen Platz in meinem Bücherregal.
Nun ist Klaus-Peter Wolf - wie ich auch - dreißig Jahre älter geworden und vom Ruhrgebiet nach Ostfriesland gezogen.
Sozusagen "zum morden nach Norden".
Aus nostalgischen Gründen, weil auch mir die Gegend liegt und weil ich nach mehreren literarischen Ausflügen ein Buch zum Entspannen suchte, habe ich nun den zweiten Fall für Ann-Kathrin Klaassen gelesen und mich sehr gut unterhalten gefühlt!
Ann-Kathrin Klaassen lebt im Distelkamp in Norden und ist Kripobeamtin.
Von ihrem Mann lebt sie getrennt, er hat eine neue Freundin.
An einem Sommerabend wird ihr eine Leiche vor die Haustür gelegt und schon bald wird ihr klar, dass es sich keineswegs um einen "Dumme-Jungen-Streich" handelt, sondern um eine Reihe von Verbrechen und einen Täter, der auf unheimliche Weise den Kontakt zur Ermittlerin sucht.
Während Ann-Kathrin gerade die Liebe mit ihrem Kollegen Frank Weller neu entdeckt, scheint der Täter immer eine Nasenlänge voraus zu sein. Das ist auch kein Wunder, versucht er doch nicht nur Kontrolle und Macht auf seine Opfer auszuüben...
Klaus-Peter Wolf versteht sein Handwerk!
Seine Romanfiguren - allen voran natürlich Ann-Kathrin Klaassen - werden beim Lesen lebendig und agieren in einer komplexen Handlung, die durch rasche Schnitte, genaue Beschreibungen und natürlich Lokalkolorit überzeugt.
Man meint Klaus-Peter Wolf anzumerken, dass ihm die Reihe große Freude macht.
Seine langjährige Erfahrung, auch und vor allem die als Drehbuchschreiber, kommt ihm dabei zugute.
Und dann weiß er natürlich auch genau, wie schön es ist, wenn man als Leser etwas wieder erkennt.
Allein dafür, das Klaus-Peter Wolf mich mal wieder in die "Alte Bäckerei" von Petrus Poppinga in Greetsiel mitgenommen hat, hat sich das Lesen für mich gelohnt...
"Ostfriesenblut" ist das richtige Krimifutter für einen faulen Sommertag und den Strand - nicht nur an der ostfriesischen Küste.