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Ostende: 1936, Sommer der Freundschaft (Ungekürzte Lesung, 3 CDs) Audio-CD – Audiobook, 1. April 2014

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Der Audio Verlag (1. April 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862313522
  • ISBN-13: 978-3862313525
  • Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 1,2 x 14,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (38 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 135.251 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Auf knapp 160 Seiten ist so ein beeindruckendes Stück Zeit- und Kulturgeschichte entstanden.«, Christine Westermann, vigo, 01.07.2014

»[Weidermann] zieht [...] kundig, beredt und mit der Kunst, Atmosphären zu erzeugen in die Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts hinein.«, Deutschlandradio Kultur, 06.05.2014

»Liebevoll und vorsichtig malt [Weidermann] sich und uns aus, wie es gewesen sein könnte in diesem Sommer des Abschiednehmens.«, Elke Heidenreich, Stern, 13.04.2014

»Weidermanns genauer Blick und sein großer Kenntnisreichtum machen den Band höchst lesenswert – ein bewegendes, durchaus melancholisches Sonderkapitel unserer Literaturgeschichte.«, WDR 3, 26.03.2014

»[...] ein faszinierendes Buch [...], das die zwar sehr heitere, aber eben ganz und gar nicht sorglose Atmosphäre dieses Sommers nachzeichnet, dabei glänzend recherchiert ist und hochinformativ [...].«, Die Welt, 22.03.2014 -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Volker Weidermann, 1969 in Darmstadt geboren, ist einer der renommiertesten Literaturkritiker Deutschlands. Seit 2003 ist er Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und lebt in Berlin. 2009 erhielt Weidermann den Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik für sein »Buch der verbrannten Bücher«. Der Sprecher Ulrich Noethen gehört zu den beliebtesten Kino- und Fernsehschauspielern Deutschlands. Zuletzt sah man ihn u. a. in »Oh Boy« (2011) und »Hannah Arendt« (2012). Er erhielt zahlreiche Preise, so z. B. den Deutschen Filmpreis, die Goldenen Kamera und den Grimme-Preis. Für den DAV hat er bereits Tolstois »Krieg und Frieden« und »Anna Karenina« ungekürzt eingelesen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Felix Richter TOP 100 REZENSENT am 6. März 2014
Format: Gebundene Ausgabe
Sie sind schon ein seltsames Paar, die zwei Freunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, der erfolgsverwöhnte, kontrollierte Stefan Zweig und der stets am Rande des Bankrotts entlang lavierende Alkoholiker Joseph Roth, radikaler Pazifist der eine, "begnadeter Hasser" der andere. Zweig, dem Verpflichtungen gegenüber anderen Menschen eigentlich ein Greuel sind, ist die Aufgabe zugefallen, seinen Freund vor sich selbst zu schützen, was im Wesentlichen heißt, ihn von der Flasche fern- und zum Schreiben anzuhalten, ein nahezu aussichtsloses Unterfangen, zumindest was das Trinken angeht (er wird einige Monate vor Kriegsbeginn daran zugrunde gehen).

Zweig hat Roth nach Ostende eingeladen, wo er den Sommer 1936 verbringt. Hier hat sich eine kleine Gruppe von deutschsprachigen Schriftstellern zusammengefunden, denen der Nationalsozialismus die Heimat geraubt hat; Egon Erwin Kisch, Arthur Koestler, Irmgard Keun, Hermann Kesten und Ernst Toller gehören dazu. Während Deutschland und die Welt unaufhaltsam auf die Katastrophe zusteuern, haben sie hier eine kleine Idylle gefunden, die meisten von ihnen zum letzten Mal, in der sie diskutieren, schreiben, hoffen und, allen voran die frischverliebten Roth und Keun, trinken können.

Liebevoll und mit großem Detailwissen beschreibt Volker Weidermann die komplizierte Freundschaft zwischen den Stefan Zweig und Joseph Roth. Mit einfachen, knappen Worten zeichnet er ein atmosphärisch dichtes Bild zweier Menschen, die sich trotz der immer deutlicher werdenden Aussichtslosigkeit ihrer Situation Charakterstärke, Motivation und Kreativität bewahren können, und ihres kleinen, aber feinen und bei all den Widrigkeiten erstaunlich lebensfrohen Freundeskreises.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von la Gila TOP 500 REZENSENT am 30. Juni 2015
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Das in Ostende herrliche Urlaubsflair von früher ist für den Schriftsteller Stefan Zweig nicht mehr. Die Freundschaft mit seinem besten belgischen Freund Èmile Verhaeren ist in Feindschaft geendet, der aufkommende Nationalsozialismus in Deutschland hat sie entzweit.

Stefan Zweig hat 1936 seinen in Amsterdam lebenden Freund und Pazifisten Joseph Roth zu sich nach Ostende in Belgien geholt. Roth ist gesundheitlich und finanziell am Ende. Seine Bücher werden wie viele seiner Kollegen nicht mehr in Deutschland verlegt und er ist auf seinen großzügigen Geldgeber Stefan Zweig angewiesen. Zehn Jahre besteht ihre Freundschaft und hat bislang manche Krise überstanden.

In Ostende finden sich mehrere deutschsprachige Dichter und Denker zusammen, zu denen nebst Stefan Zweig auch Arthur Koestler, Egon Erwin Kisch samt Ehefrau, Hermann Kesten, Ernst Toller und die junge, hübsche und lebenslustige Irmgard Keun als einzige Arierin gehört, in die sich Joseph Roth unsterblich verliebt. Sie alle halten Kontakt miteinander und sind verzweifelt, schreiben, diskutieren, sorgen sich und wollen über die fatale politische Entwicklung in Deutschland unterrichtet sein. Ihr jetziges Leben hat sich grundlegend verändert.

Sie sind eine Gemeinschaft von Fliehenden mit keiner Heimatzugehörigkeit mehr und versuchen dem Nationalsozialismus zu entkommen. Es sind Menschen jüdischen Glaubens im Exil und hier in Ostende, wo sie sich auch früher trafen, wollen sie mit simulierter Sorglosigkeit ein vorgetäuschtes Urlaubsflair wahrnehmen wollen. Optimismus ist Pflicht, den Strick haben sie im Koffer und erwähnen ihn nicht.
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Gavin Armour am 2. Juni 2014
Format: Gebundene Ausgabe
Volker Weidermann - Kulturchef der FAS - hat in diesem schmalen Band eine schöne, recht stimmige Beschreibung davon gegeben, wie sich einige jener Dichter und Autoren gefühlt haben müssen, die später als Exilliteraten bezeichnet wurden, als sie merkten, daß Hitlerdeutschland ernst macht, daß sie Verfolgte sind, daß ihr Leben nicht mehr so sein wird, wie es immer gewesen ist.

Vornehmlich Stefan Zweig und Joseph Roth, deren "Gegensatz" als weltmännischer Westjude Wienerischer Prägung (Zweig) zum galizischen Ostjuden mit der Prägung des Stettls (Roth) er herausarbeitet, sind die Protagonisten dieses als Fließtext getarnten Aufsatzes, der auf offensichtlich sehr guter und genauer Recherche fußt. Zu diesen beiden gesellt sich Irmgard Keun hinzu, die es ebenfalls nach Ostende verschlagen hatte, in diesem Sommer 1936, als die Welt noch einmal wohlwollend nach Berlin schaute, auf die Olympischen Spiele. Sie hingegen war davongelaufen, weg aus Berlin, weg aus Deustchland, weg vor den Herrschern eines Landes, das sie kaum mehr wiedererkannte. In Ostende tat sie sich mit dem "großen Trinker" Joseph Roth zusammen und gemeinsam mühten sie sich, die Angst, den Unmut und die Hilflosigkeit gegenüber dem, was da unweigerlich aufzuziehen schien, wegzutrinken. Zweig hingegen war in jenem Jahr schon dabei, sich zu lösen von allem, was seine Welt, sein Leben ausgemacht hatte: Das Haus in Salzburg stand zum Verkauf, von Frau und Töchtern hatte er sich getrennt, mit seiner Sekretätin verband ihn bereits mehr als ein Arbeitsverhältnis und zum Ende dieses Sommers war er unterwegs Richtung Brasilien.
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