"Ostblöckchen" kaufte ich, als ich gerade frisch in den "Westen" gezogen war. Leider stellte sich dieses Büchlein als große Enttäuschung heraus. Schon im Vorwort begegnet man der Art von Humor, mit der man es im ganzen Buch zu tun hat: Der angebliche Widerspruch des Nachnamens des Autors, also Tetzlaff, (wie Ekel Alfred Tetzlaff) und einem Ostalgie-Buch, höhöhö.... Das weckte bei mir nur ein müdes Lächeln, auch weil ein Teil meiner rein ostdeutschen Verwandtschaft ebenfalls Tetzlaff heißt. Dasselbe müde Lächeln hatte ich wohl die ganze Zeit drauf, während ich weiterlas, denn der Autor versucht die ganze Zeit, witzig und kultig zu sein, das Ergebnis allerdings ist verkrampft, abgedroschen und plump. Erzählt werden belanglose Episoden aus der Kindheit des Autors, in denen rein gar nichts außergewöhnliches passierte, nur dass sie eben in der DDR stattfanden. Ein einigermaßen origineller Schreibstil hätte mich ja noch versöhnen können, allerdings haben die Bildzeitungs-Leserbriefe noch einen Tick mehr Niveau als in diesem selten dämlichen Buch. Hier wurde nur versucht, auf dem Erfolg der Ostalgiewelle mitzuschwimmen, und leider bin ich auch darauf hereingefallen. Dieses Buch ist eines der witzlosesten "Humor"-Bücher, die mir jemals untergekommen sind. Ich überlege schon, wem ich es unterjubeln kann, in meinem Regal hat es jedenfalls nichts mehr verloren.