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Pressenotiz zu : Die Tageszeitung, 13.10.1999
Wladimir Kaminer erzählt in seiner Rezension einige sehr interessante Begebenheiten aus Mandelstams Leben. Nicht recht deutlich wird dabei jedoch, ob der Rezensent diese Begebenheiten in einer Biografie nachgelesen hat, oder ob er sie durch den vorliegenden Band in Erfahrung bringen konnte. Kaminer deutet in seiner Rezension nämlich an, das man eher Alltägliches in Mandelstams Briefen zu lesen bekommt (finanzielle Probleme mit dem Schneider, dem Vermieter etc.). Das klingt weitaus weniger spannend, als die von Kaminer erwähnten Prügeleien und vorlauten Äußerungen, mit denen sich Mandelstam zu Stalins Zeiten mehrfach in Lebensgefahr gebracht hat. Interessant ist jedoch der Hinweis des Rezensenten, dass erst durch die Öffnung der russischen Archive die Veröffentlichung dieser Briefe möglich geworden ist.
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Kurzbeschreibung
Der Band, der die Briefe des großen russisch-jüdischen Dichters Ossip Mandelstam von 1907 bis 1938 umfaßt, beginnt mit einer Karte des nach Paris reisenden Studenten Mandelstam und endet mit dem letzten, auf einen Zettel gekritzelten Schreiben des Lagerhäftlings aus dem Transitlager bei Wladiwostok.
Neben Zeugnissen der Verfolgung und des Widerstandes gibt es in diesem Briefwerk auch das Zeugnis einer ungewöhnlichen Liebe. In den Briefen Mandelstams an seine Frau Nadeschda ist diese Liebe in ihren zärtlichen Alltagsgesten und in ihrer unbändigen Lebensfreude nachlesbar. Beigegeben sind die Dokumente, die Mandelstams Verfolgung, Verhaftung und Verschickung ins fernöstliche Arbeitslager erhellen, aber auch die Stimmen von zwanzig Dichtern dieses Jahrhunderts, die ihre Bewunderung für den "Sonderling" Mandelstam formuliert haben.