Neue Zürcher Zeitung
Die Geschichte der Osmanen
vss. Ein wichtiges Element zum Verständnis eines Staates oder Volkes ist die Geschichte; besonders dann, wenn sie ruhmvoll war. So, wie Österreich und das Bewusstsein vieler Österreicher kaum ohne Rückgriff auf die grosse Zeit der Habsburger zu erklären sind, bedarf es für das Verstehen der Türkei und der Türken zuweilen des Blickes auf das Osmanische Reich. Immerhin war es ebenfalls eine Weltmacht und ein islamischer Staat obendrein, und gerade in den letzten Jahren erinnert man sich dessen immer öfter rund um den Bosporus. Trotzdem sind in deutscher Sprache nur wenige gute Bücher über dieses Thema auf dem Markt. Das vielleicht beste ist Josef Matuz' «Das Osmanische Reich. Grundlinien seiner Geschichte», das ohne grosse Interpretationsversuche nüchtern und knapp das Reich vorstellt und seine Geschichte referiert. Die Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG) veröffentlichte es 1985. Doch mittlerweile ist es vergriffen. Um so erfreulicher ist, dass das neue WBG-Tochterunternehmen Primus-Verlag es nun in sein erstes Programm aufnahm. Denn weder als Übersichts- oder Nachschlagewerk noch als Einführung gibt es bisher ein besseres. Einzig die Bibliographie hätte bei dieser Gelegenheit auf den neuesten Stand gebracht werden können, sind doch seit 1985 noch zwei, drei nennenswerte Neuerscheinungen und Übersetzungen auf den deutschsprachigen Markt gekommen, etwa Majoros/Rill: Das Osmanische Reich (13001922), Regensburg 1994.
Philologia Fenno-Ugrica, Heft 5-6, 1999/2000
Kurzbeschreibung
Über den Autor
Vorwort
Nach der Konzeption des Verfassers hat die Arbeit drei Hauptaufgaben zu erfüllen: (1) Sie soll als erste Einführung für angehende Islamwissenschaftler dienen, (2) zur allgemeinen Orientierung für historisch interessierte Nichtorientalisten (etwa Historiker, Lehrer und Studenten der Geschichte, Publizisten usw.) verwendbar und daher, ohne Vorkenntnisse vorauszusetzen, allgemeinverständlich sein, (3) ferner auch als Nachschlagewerk zur Verfügung stehen. Zu letzterem Zweck dienen die ausführlichen Anlagen: Karten, Tabellen und nicht zuletzt die Zeittafel, die möglichst exakte Daten enthält, auch viele, die im Textteil der leichteren Lesbarkeit wegen nicht in Erscheinung treten.
Der Text des Bandes entstand im Rahmen der Vorlesungen und Kolloquien, die der Verfasser in den Jahren 1972-1978 an der Universität Freiburg i. Br. hielt. Die wertvollen Diskussionsbeiträge, zahlreichen Fragen und kritischen Ansätze, die die Teilnehmer beisteuerten, haben die Arbeit erheblich mitgeprägt: Ihnen allen, die hier nicht namentlich aufgeführt werden können, möchte ich verbindlich danken. Besonders hervorheben möchte ich die Namen vierer meiner ehemaligen Schüler, die an der Gestaltung des Textes maßgeblichen Anteil hatten: Dr. Armin Kößler, Dr. Harald List, Dr. Winfried Riesterer und Dr. Klaus Schwarz. Die Herren List, Riesterer und Schwarz haben auch die Korrekturfahnen mitgelesen. Herrn List verdanke ich ferner die Erstellung der Register.