"Ich habe einen ganz einfachen Geschmack,
von allem nur das Beste"
(Oscar Wilde)
Oscar Wilde (1854-1900) ist ein Name, der die Leichtigkeit des Seins, die Vielfältigkeit der Beziehungen, die Tiefe der Erotik und das Fluide der Dauer verkörpert. Er ist am 16.10. geboren im Sternkreis der Waage. Er ist Renaissance-Mann, denn alles Leben ist Kunst und wie ein Maler eine leere Leinwand sein Leben nennt, ist es für Wilde das Leben selbst, welches seiner Farbe bedarf. Eine Welt, die von ihm erschaffen eine immerwährend idealistische ist. Liberal in den Auffassungen und doch voller Prinzipien, Pionier auf jedem Gebiet und verliebt in die paradoxe Form der gebundenen Unabhängigkeit, Oscar Wilde verkörpert dies alles in seinem Leben. Und noch vielmehr in seinen Werken. Hohe Ideale, Ästhetik und sein sinnliches Verlangen nach Nähe überträgt er seinem
Dorian Gray. Oscar Wilde ist von der Venus regiert, seine venusischen Qualitäten sind hellenistisch: Schönheit, Klugheit, Einheit. Und doch ist der Venus-Mann der eigentliche Cupido, wenn er den gewüschten Kuss
Salome gierig verlangend bis zum Tode gönnt.
Wilde selbst fühlt sich wie der Gott des Lichts, wie Apoll steht er da, gepaart mit der Intelligenz und starken Vernunft. Und doch auch voller Leidenschaft. Wie Apollo, der erst spät auf den Pantheon kam, gewinnt er mit Leichtigkeit die Musen der Musik, der Kunst, des Tanzes und des Lichts. Doch nicht nur scheinen wie Helios genügt ihm, er will gesehen werden. Das Licht repräsentiert spektral die Zahl sieben, Apollos heilige Zahl und so ist Oscar Wilde in allem die Personifizierung erleuchteter Eigenschaften.
Wilde ist der Aktive im Leben, der die Verwechselung als Spass erkennt
(siehe Bunbury), der die Weisheiten der Welt in Aphorismen packt, der Liebe in welcher Form auch immer seiner gegensätzlichen Gesellschaft offenbart.
Sich selbst zu lieben, hält er für die größte Romanze, lebenslang. Sein Bonvivantismus kann bis ins pathologische wie im
Teleny reichen, seine Phantasie ist hyperaktiv und seine Liebe zur Kunst und zum Leben grenzt an eine Art Performance, die ihn selbst zur Künstlichkeit verändert. Sein Leben nimmt er als Leichtgewicht, das Motto des ewigen Lebens wird zum Motto der ewigen Lebendigkeit, seine zahlreichen Talente sind ohne Spezialisierung, was er anfasst wird Gold, Gold, dass in anderen Neid erzeugte.
Angeklagt und verurteilt im Jahre 1895, zwei Jahre Haft in Reading und dann die Zeit in Paris. Einsam, allein, krank und dann tot zur Jahrhundertwende. Er war ein neuer Don Quijote, sein Leben war eines nach Wunsch und Vorstellung, dass Ende die Konfrontation mit der Realität, der Vorhang der befohlenen Vernunft fiel vor sein der Schönheit zugewandtes Talent. Nimmt man die griechische Herkunft talenton, das lateinische Synonym Talentum ist man bei Gewicht oder Waagenschale, wieder bei der Waage, das Symbol des Sternzeichens des Oscar Wildes. Der Kreis schliesst sich zum Ende eines Mannes, den das Blubbern unter der Oberfläche niemals interessierte. Ein Mann als personifizierte Idee der Schönheit. Ein großer Dichter, ein Genius.
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