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Oscar Wilde im Kreuzverhör. Die erste vollständige Niederschrift des Queensberry-Prozesses
 
 
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Oscar Wilde im Kreuzverhör. Die erste vollständige Niederschrift des Queensberry-Prozesses [Gebundene Ausgabe]

Merlin Holland , Henning Thies
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 455 Seiten
  • Verlag: Blessing; Auflage: 1. Auflage. (18. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896672401
  • ISBN-13: 978-3896672407
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 673.983 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 26.11.2003
Burkhard Müller-Ulrich ist froh, dass Oscar Wildes Enkel Merlin Holland sich einer literaturhistorisch so bedeutenden Lücke angenommen und die Protokolle des Queensberry Prozesses nun erstmals vollständig veröffentlicht hat. Wildes Verleumdungsklage gegen Lord Queensberry, der ihn mehr oder weniger öffentlich der Sodomie bezichtigt hatte, stellte sich als Rohrkrepierer heraus. Wie ein sich seiner Schlagfertigkeit anfangs allzu sicherer Wilde quasi selbst auf die Anklagebank redete, ist ein Dokument von "eigentümlichem Reiz", bekundet der Rezensent. "Widerlich und brillant zugleich, beängstigend und mitleiderregend, voller Lügen und Wahrheiten." Gern hätte Müller-Ulrich mehr von dem Ton erfahren, in dem Wilde und der Ankläger Carson sich beharkten, gern hätte er mehr vom "Tempo dieser Schlagabtäusche" gewusst. Das vermittle der Text leider nur stellenweise. Auch der Wunsch des Rezensenten, mehr über die Mienen, Gesten und Reaktionen der übrigen Anwesenden zu erfahren, bleibt unerfüllt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 30.12.2003
Ein "beklemmendes, bei einigen Kürzungen übrigens durchaus bühnentaugliches Gerichtsdrama" erblickt Gustav Seibt in dieser Niederschrift des Queensberry-Prozesses, die Oscar Wildes Enkel Merlin Holland ediert und "nachdenklich" kommentiert hat. Wie Seibt berichtet, geht es um das Beleidigungsverfahren, das Wilde gegen den Marquis of Queensberry anstrengt hatte, und das zum Auftakt von zwei Kriminalprozessen wurde, die Wilde nicht nur eine zweijährige Haft mit Zwangsarbeit, sondern auch die Zerstörung seines Rufes, seiner Gesundheit und seinen frühen Tod eintrugen. Queensberry hatte Wilde, den er als Verderber seines verkommenen Sohnes Bosie erachtete, als "posierenden Sodomiten" bezeichnet - eine Beleidigung, die Wilde nicht auf sich sitzen lassen wollte. Ausführlich schildert Seibt den Prozess, in dessen Verlauf Edward Carson, der Anwalt der Gegenpartei, Wilde im Kreuzverhör systematisch auseinander nahm, um schließlich erdrückende Beweise für Wildes Homosexualität zu liefern. Wildes Versuch, auf eine elitäre Kunstautonomie als Verteidigungsstrategie zu setzen, ging nicht auf, er verlor das Verfahren. "Warum ein so erlesener Geist so viel Gefallen an ungebildeten rohen jungen Männern finden konnte", schließt Seibt, "diese ätzende Frage Carsons war nicht mehr zu klären."

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Am 18. Februar 1895 hinterließ der Marquis von Queensberry, der Vater von Lord Douglas, in Wildes Club eine Karte "Für Oscar Wilde, den posierenden Homosexuellen". Gegen den Rat seiner Freunde entschloss sich Wilde, den Marquis wegen Verleumdung zu verklagen - und setzte damit einen Prozess in Gang, der wie eine Komödie begann und sich vor den Augen einer fassungslosen Öffentlichkeit unaufhaltsam in eine Tragödie verwandelte. Wilde befand sich im Zenit seines Ruhms, als er so sein Schicksal herausforderte und damit den größten Skandal seiner Zeit auslöste. Entsprechend tief war sein Fall - er verlor und wurde anschließend zu zwei Jahren Zuchthaus und Zwangsarbeit verurteilt. Aus der Niederschrift dieser dreitägigen Gerichtsverhandlung ist ein Buch entstanden, das über die reine Dokumentation weit hinausgeht. Wir erleben darin einen siegessicheren Helden, der souverän seinen Witz einsetzt, um selbst im Gerichtssaal das Publikum für sich zu gewinnen. Und wir erleben, wie diesem Helden der Prozess gemacht wird - nicht nur aufgrund seines teils fragwürdigen Verhaltens, sondern auch aufgrund seines literarischen Werkes. Es ist ein verzweifelter Kampf, den der "Herr der Sprache" hier führt, und er muss erkennen, dass ironische Überlegenheit als Waffe nicht taugt. Eine untaugliche Waffe ist auch die Lüge - auf sie hatte Oscar Wilde vergeblich gesetzt.

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5.0 von 5 Sternen Hohes Gericht, 6. Februar 2006
Von 
Skatersally "skatersally" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Oscar Wilde im Kreuzverhör. 2 CDs (Audio CD)
Ende des 19. Jahrhunderts kam es zwischen dem Schriftsteller Oscar Wilde und dem Marquis von Queensberry zu einem Gerichtsprozess. Wilde klagte den Marquis wegen Verleumdung an. Zuerst schien es zugunsten Wildes auszugehen, doch dann kam ein Wendepunkt, der alles zu einer Tragödie machte. Der damals schon sehr erfolgreiche und bekannte Dichter begann sehr selbstsicher und eloquent seine Aussage mit dem ihm eigenen Witz. Allerdings gelingt es dem Verteidiger des Marquis dennoch, übliche Tätigkeiten des Alltags und der Gästebewirtung als Beweise der Homosexualität des Klägers umzudrehen. Nicht zuletzt stützt er die Verteidigung auf das damals erschienene Buch „Das Bildnis des Dorian Gray“. Plötzlich sieht sich Wilde selbst als Beklagter und wird schließlich zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt.
Geschrieben wurde dieses Hörspiel von Merlin Holland, dem einzigen Enkel von Oskar Wilde. Dem Hörer wird das auf wahren Gegebenheiten beruhende dreitägige Geschehen im Gerichtssaal sehr nahe gebracht und durch die passenden Nebengeräusche hat man das Gefühl, man sei dabei. Die Sprecher Marcus Kiepe (Wilde), Ulrich Noethen (Verteidiger Carson) und andere geben eine erstklassige Vorstellung. Insgesamt füllen die zwei CDs 90 Minuten, in denen nicht ein Moment langweilig wirkt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Packendes Hörspiel auch für Oscar Wilde Laien, 26. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Oscar Wilde im Kreuzverhör. 2 CDs (Audio CD)
Das Hörspiel handelt von dem Prozess gegen den ursprünglich von Oscar Wilde angeklagten Vater seines Liebhabers, der sich dann aber in dramatischer Weise gegen Oscar Wilde selber richtet und in seiner Verurteilung endet.
Anfänglich zeigt sich Oscar Wilde noch selbstsicher und über allem stehend. Der Gegenanwalt beabsichtigt aber von Anfang an nicht die Verteidigung seines Clienten sondern die Verurteilung von Wilde. Plötzlich kippt die Stimmung Wildes dramatisch als er in die Ecke gedrängt wird. Er wird unsicher und teilweise aggressiv. Die Aufmerksamkeit des Zuschauers, der bisher eher amüsiert den Ausführungen Wildes gelauscht hat, wird gepackt und lässt bis ihn zum Ende nicht mehr los.
Jede Rolle der Sprecher sind hervorragend besetzt; man sieht die Figuren bildlich vor sich im Gerichtsaal.
Das Hörspiel macht einen süchtig es immer wieder zu hören.
Es ist auf jeden Fall auch für Oscar Wilde Laien zu empfehlen, obwohl eine vorherige Auseinandersetzung mit ihm und seiner Zeit sicherlich hilfreich ist.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen erschütternde Einblicke, 6. Januar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Oscar Wilde im Kreuzverhör. Die erste vollständige Niederschrift des Queensberry-Prozesses (Gebundene Ausgabe)
Herzstück des Buches sind die Protokolle des Verleumdungsprozesses gegen Lord Queensbury - den Vater von Bosie - den Wilde zu führen versuchte. Nach einer informativen Einleitung des Enkels vonm Wilde, kann man Zeuge werden, wie Wilde sich langsam in sein Verderben redet. Der sehr gute und streckenweise leider geniale Verteidiger des Lords steht ein total überforderter Rechtsbeistand Wildes gegenüber, der hauptsächlich schweigt.

Besonders interessant fand ich zu lesen, wie Wilde gesprochen hat. Er soll ja im Gespräch noch besser gewirkt haben als in seinen Werken. Leider kommt er recht überheblich mit seine vielen Bomonts rüber, die zwar die Zuhören zum Lachen, das Gericht aber gegen ihn einnehmen.

Leider fehlen die Protokolle des anschließenden Strafprozesses gegen Wilde, aber vielleicht werden die auch einmal veröffentlicht. Durch die vielen Namen im Prozess führen die sehr guten Fußnoten. Es ist schon traurig, wie ein Genie hier untergeht. Er war eben für das damalige England zu exotisch.

Wer am Leben von Wilde interessiert ist, wird das Buch interessant finden. Vorher sollte man jedoch "Dorian Gray" gelesen haben, zu dem hier Wilde lange befragt wird. Er muß dann Passagen erklären. Eigentlich unglaublich.

Für Wilde-Einsteiger scheint mir das Buch zu speziell. Die sollten erst etwas aus seine Werken lesen.

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