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Osama
 
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Osama

 Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Rezensionen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der erste Spielfilm, der in dem von Kriegen gebeutelten Afghanistan nach dem Sturz der Taliban entstand, ist ein ergreifendes Zeitdokument, das auf wahren Begebenheiten beruht. Regisseur Siddiq Barmak schildert den alltäglichen Terror des menschenverachtenden Regimes in brutaler Offenheit, ohne dabei in gefühlsduseliges Betroffenheitskino zu verfallen.

Da Frauen nur noch in Begleitung eines Mannes das Haus verlassen dürfen, verliert eine verwitwete Frau ihre Arbeit als Krankenschwester und kann deshalb ihre Familie nicht mehr ernähren. Nun muss die 12-jährige Tochter, verkleidet als Junge, den Lebensunterhalt verdienen. Ein Freund ihres verstorbenen Vaters nimmt sie trotz der Gefahr für sein eigenes Leben als Gehilfe auf - die Familie scheint gerettet. Doch Osama, wie sich das Mädchen nennt, fürchtet beständig, enttarnt zu werden: Als Junge muss sie auch die Koranschule besuchen und an den männlichen Riten teilnehmen, die ihr völlig fremd sind.

Mit eindrucksvollen Bildern lässt Barmak die Wirklichkeit bedrohlich nahe rücken und setzt auf einfache Gesten und Worte, um die Ausweglosigkeit der Situation zu zeigen, die sich im Übrigen auch nach dem Krieg gegen die Taliban für viele der Opfer nicht wirklich zum Besseren gewandt hat. Nicht nur das Mädchen „Osama“ rechnet mit dem Schlimmsten. Auch dem Zuschauer wird bald klar, dass dieses beklemmende Stück Aufarbeitung jüngster afghanischer Geschichte am Ende keinen rettenden Ausweg in ein besseres Leben bieten wird. Dennoch will Barmak versöhnen und nicht spalten. Dem Film vorangestellt ist ein Zitat von Nelson Mandela: „Ich werde verzeihen. Aber ich werde nie vergessen.“ Produziert wurde das bewegende Drama vom iranischen Altmeister Mohsen Makhmalbaf (Reise nach Kandahar B00006HAVT). -- Birgit Schwenger

Movieman.de

Der Film ist tief erschütternd, denn er zeigt, wieviel irrsinniger Stumpfsinn in manchen Regionen der Welt herrscht, der Menschen die Existenz zur Hölle macht und sich dabei noch auf einen religiösen Auftrag beruft. Die darstellerische Eindringlichkeit wird hier oft dadurch erreicht, daß Laien-Akteure Rollen bekleiden. Dabei entwickelt der Film auch noch eine fesselnde Dramaturgie. Mitreißender sind Filme selten gewesen, denn bei "Osama" schwingt unerträglich viel Wahrheit mit. Fazit: absolut sehenswert

Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild ist durchaus noch gut, der Ton liefert stimmigen Stereo-Klang.

Bild: Die 4:3-Abtastung hantiert leider nicht mit dem Kinoformat, das im Abspann sichtbar wird, der in 1,85:1-Letterbox geframet ist. Leichte Mattscheibeneffekte in Bildsituationen mit großflächigen Hintergründen (00.37.31, Häuser) sind in Artefakthinsicht das einzig störende an der ansonsten stabilen Optik. Die Schärfe ist recht detailliert und liefert in Totalen durchaus noch etwas Biss (01.08.45, Esel). Bei gesundem Kontrast und sauberer Farbsättigung ein knappes Gut.

Ton: Der deutsche Stereomix bietet ein rundes Front-Volumen. Stimmen sind gut der Umgebung angepasst (00.10.54, im Krankenhaus) und in der Kulisse ist eine sauber Frontdirektionalität gegeben.

Extras: Das Making Of ist ein Amateur-Kamera-B-Roll, das in seinen 11 Minuten sehr viel Dreh-Atmo herüberbringt. Das Interview mit dem Regisseur zeigt seine Begeisterung für das Projekt und erzählt, wie die Hauptdarstellerin gefunden wurde. --movieman.de

VideoMarkt

Als die Taliban das Krankenhaus schließen, in dem eine verwitwete Mutter und ihre zwölfjährige Tochter arbeiten, stehen die beiden vor dem Nichts. Nun liegt es am Mädchen, die Familie zu ernähren. Als Junge verkleidet findet sie bei einem Milchmann Anstellung. Durch diese Verkleidung sieht sich "Osama" nun gezwungen, an den religiösen Riten der Männer teilzunehmen und die Koranschule zu besuchen. Doch die männlichen Verhaltensweisen sind ihr fremd - und die Furcht vor der Enttarnung wächst von Tag zu Tag.

Video.de

Der erste lange Spielfilm, der nach dem Ende der Taliban-Herrschaft in Afghanistan gedreht wurde. Die Darsteller sind Laien, die Story basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt vom alltäglichen Terror des Regimes. Poetisch in der Sprache, verweigert sich Regisseur Siddiq Barmak jeglicher Schwarzweißmalerei und zeigt, dass auch Männer vom System unterdrückt und instrumentalisiert wurden. Ein wichtiges "Zeitdokument", in Cannes umjubelt und mit der Fellini-Medaille der UNESCO ausgezeichnet. Geschichtsunterricht der besten Art.

Blickpunkt:

Beim Begriff Afghanistan denkt man nicht gerade zwingend an Film. Um so überraschender Siddiq Barmaks Blick zurück auf das menschenverachtende Taliban-Regime. 'Osama' ist ein Stück Vergangenheitsbewältigung, die nicht nur in dem geschundenen Land für Diskussionsstoff sorgen sollte, wo auch nach dem Krieg Frauendiskriminierung zum Alltag gehört. Die Entstehung des Films ist Mohsen Makhmalbaf zu verdanken. Der Iraner unterstützte das Projekt finanziell erst aus eigener Tasche und knüpfte die Kontakte zu Koproduzenten in Japan und Irland.

Siddiq Barmak, Filmbeauftragter der afghanischen Regierung, sieht seine primäre Aufgabe darin, die Verbreitung und Produktionsmöglichkeiten von Film zu stärken - denn die liegen seit dem Ende der Terrorherrschaft gänzlich danieder. Die Taliban schlossen Kinos und Videotheken und vernichteten jegliches Filmmaterial, das sie in die Hände bekamen. Die wenigen Filmemacher gingen ins Exil, zumeist nach Pakistan. Barmak, der mit 'Uruj' den ersten Spielfilm nach dem Abzug der Sowjets realisierte, kehrte nach der Wahl der Übergangsregierung zurück und wurde wieder als Direktor bei 'Afghan Film' eingesetzt, gründete die Buddha Film Organisation und löste im Frühjahr dieses Jahres Mohsen Makhmalbaf als Leiter der Afghanischen Kinder-Erziehungs-Bewegung (ACEM) ab.
Er greift mutig ein immer noch brisantes und tabuisiertes Thema auf. Die religiösen Eiferer verboten den Frauen, ohne männliche Begleitung das Haus zu verlassen. Für Alleinstehende und Witwen ein harter Schlag, konnten sie doch nicht mehr arbeiten und ihre Kinder ernähren. In ihrer Not verkleidet eine Ärztin ihre 12-jährige Tochter als Sohn, damit sie mit ihm am Arm in die Klinik gehen kann. Als sie ihren Job verliert, arbeitet der 'Junge' im Laden eines Freundes und muss die Koranschule besuchen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Mädchen entdeckt und ins Gefängnis geworfen wird. 'Osama' spiegelt die schlimmsten Seiten der Fundamentalisten-Diktatur wider, die Hilf- und Wehrlosigkeit einer ganzen Gesellschaft. Wenn das Mädchen trotz größter Angst vor Enttarnung Mittel und Wege findet, ihre Identität zu kaschieren, glaubt man sich in einem Krimi. Fast unglaublich die Szenen, in denen ein alter Mullah den Schülern Reinlichkeitsrituale erklärt und sich dabei lüstern selbst befingert, oder der greise und geile Turbanträger ihr zur Zwangshochzeit das schönste Vorhängeschloss schenkt, um sie anschließend von der Welt wegzusperren.
Der Regisseur konfrontiert mit grauenvoller Wirklichkeit: die Mullahs rekrutierten ihren Frauennachschub aus Flüchtlingslagern und nutzten die soziale Situation schamlos aus. Heute sind die Opfer gesellschaftlich geächtet und müssen mangels Perspektiven bei ihren Peinigern bleiben. Für Glaubwürdigkeit sorgt die junge Laiendarstellerin Marina Golbahari, ein Bettelkind. Visuelle Kraft entfaltet die Kamera (35mm) von Ebrahim Ghafuri, die eingesetzte Symbolik erinnert an die Stärken des iranischen Kinos. Barmak möchte trotz allem versöhnen, nicht umsonst steht am Anfang das Zitat von Nelson Mandela: 'Ich werde verzeihen. Aber ich werde nie vergessen.' Der u.a. mit dem 'Preis der französischen Arthouse-Kinos' ausgezeichnete Film sollte nicht zuletzt durch die Verbindung von politischer Aktualität und professioneller Machart ein aufgeschlossenes Publikum finden. mk.

Blickpunkt: Film Kurzinfo

Der erste nach dem Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan produzierte Spielfilm: Eine Zwölfjährige muss sich als Junge durchs Leben schlagen.

Kurzbeschreibung

Der erste nach dem Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan produzierte Spielfilm: Eine Zwölfjährige muss sich als Junge durchs Leben schlagen.

Produktbeschreibungen

Als die Taliban das Krankenhaus schließen, in dem sie arbeiteten, stehen eine zwölfjährige Afghanin und ihre verwitwete Mutter ohne Jobs da. Hinzu kommt das Verbot für Frauen, das Haus ohne männliche Begleitung zu verlassen Dem Mädchen bleibt keine andere Wahl, als sich fortan an als Junge mit Namen Osama auszugeben.
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