Es wird Zeit, dass die musikalische Moderne ihre ganze Ausdrucksvielfalt ausbreitet und sich dem Diktat des Konzepts entzieht. Zu sehr verläßt sie sich immer wieder auf intellektuelle Pläne, deren "Ausformulierung" dann in Noten geschieht. Was sich dann logischerweise genauso anhört. Der Komponist Nikolaus Schapfl lebt im hier und heute, ist also modern im Wortsinn, sucht aber zugleich immer nach einer Neuformulierung eines gegenwärtigen Klangs, der Sinn und Sinnlichkeit nicht ausschließt. Hier, in dieser Eisnpielung, geschieht das im Mythos, im Ur-Mythos der Musik, sozusagen. Und dann passiert, was man von seriellen Trägerkonstruktionen nicht gewohnt ist: man wird in die Musik eingesogen, eingeatmet gleichsam, spürt Zwischentöne, Nuancen, Erinnerungen... Die Gegenwart drängt dann nicht mehr nach vorne, sie zerfließt, wird durch-hörbar. Musik kommt zu sich selbst.