ja, wenn es nicht doch diverse Kritikpunkteb gäbe. Zuerst mal: Der Roman spielt nicht wirklich im Patchworkmilieu! Es müssen erst mal über 100 Seiten vergehen, bis Patchwork das erste mal erwähnt wird und dann flackert das Thema sehr spärlich im Roman verteilt immer mal wieder kurz auf. Insgesamt zu wenig, um es als einen "Roman aus dem Patchworkmilieu" (Klappentext) zu bezeichnen. Leider ganz klar Thema verfehlt!
Ausserdem stören die unzähligen Schreibfehler und Satzfehler (verlorene Absätze, falsch gesetzte Absätze, falsch gesetzte Absatzmarken, etc.). Eine Lektorin wird sogar extra genannt, aber solche Fehler dürfen nicht passieren.
Auch in Sachen Patchwork sind mehrere grobe Fehler vorhanden. Nur zwei Beispiele: Einen "Woolcloth Quilt" gibt es nicht, das müsste "Wholecloth Quilt" heissen und ist der Name einer bestimmten Art von Quilt. Und auch die beste Quilterin kann nicht mit 20 Stichen pro Inch handquilten (ich selbst schaffe 10 - 11 Stiche und die sind schon winzig).
Für mich stellt sich dieser Roman ein Durcheinander von verschiedenen Erzählsträngen dar, die sich teilweise arg im Nirgendwo verlieren. Besonders am Anfang versucht die Autorin zuviel auf einmal und führt den Leser in den zahlreichen Rückblenden in ein Labyrinth von verschiedenen Geschichten. Wenn der Leser mit den Figuren noch nicht vertraut ist, hemmt diese Aneinanderreihung von Rückblenden den Lesefluß ungemein. Figuren werden eingeführt, scheinen sich interessant zu entwickeln und sind dann plötzlich wieder verschwunden. Insgesamt bleibt die Qualität unter dem Level von Earlene Fowler, Jennifer Chiaverini & Co.
Mir ist auch unverständlich, wieso die Autorin die Handlung dieses Romans unbedingt in den USA verlegen musste. Sie gibt im Klappentext selbst an, dass sie noch nie dort war. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte an sich mit einem Schauplatz in Deutschland genauso funktionieren können und genau das wäre mal eine echte Innovation gewesen! Es gibt einfach schon sehr viele amerikanische Quiltromane. Und etliche davon sind schon ins Deutsche übersetzt. Die in Deutschland mittlerweile lebhafte, fest etablierte und ständig wachsende Quiltszene hätte an einem in Deutschland lokalisierten Roman ganz sicher Gefallen gefunden.
Fazit: Der Ansatz ist prima, die Geschichte an sich könnte richtig gut sein und wäre sicherlich auch ein tolle Basis für eine ganze Buchreihe. Aber die offensichtliche Nachlässigkeit in der handwerklichen Ausführung machen das Lesevergnügen leider zunichte.