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Orlando: Eine Biographie Broschiert – Dezember 2006


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Broschiert, Dezember 2006
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Produktinformation

  • Broschiert: 256 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (Dezember 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596173639
  • ISBN-13: 978-3596173631
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 847.442 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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"[Von vielen Menschen] können wir mit Fug und Recht sagen, daß sie genau die achtundsechzig oder zweiundsiebzig Jahre leben, die ihnen auf dem Grabstein zugeschrieben werden. Bei den übrigen wissen wir von einigen, daß sie tot sind, obwohl sie unter uns wandeln; einige sind noch nicht geboren, obwohl sie die Formen des Lebens durchlaufen; andere sind hunderte von Jahren alt, obwohl sie sich als sechsunddreißig bezeichnen. Die wahre Länge eines Menschenlebens ist, ungeachtet dessen, was das Dictionary of National Biography sagen mag, immer eine strittige Angelegenheit."

Orlando ist sechzehn, als er einen Tag im 16. Jahrhundert unter einer mächtigen Eiche verträumt und sich, während die Nacht plötzlich hereinbricht, sputen muß, um den Empfang von Königin Elisabeth nicht zu verpassen. Sechsunddreißg Jahre zählt sie, denn Orlando erwacht nach einer langen Trance, die ein traumatisches Ereignis verursacht, plötzlich zu einer Frau, als sie ihren kleinen Sohn zur Welt bringt und in Wirklichkeit vier Jahrhunderte ins Land gegangen sind. Orlando ist endlich in der Gegenwart angelangt. Kutschen ohne Pferde fahren laut hupend durch London. Ein Krieg hat sich ereignet und sein Schloß mit den dreihundertfünfundsechzig Schlafzimmern gehört ihr nicht mehr. Seine/ihre Geschichte schließt damit, daß sie wieder die über die Jahrhunderte liebgewonnene Eiche aufsucht und sich wehmütig zurückerinnert an all das, was sie in der langen oder kurzen Zeit erlebt hat, seit sie sich zum ersten Mal auf seine knorrigen Wurzeln, die ihr als Knabe wie das Rückgrat der Welt erschienen, bettete.

Die Suche nach den Antworten auf die großen Fragen des Lebens trieb sie/ihn in die vielfältigsten Erfahrungen. Orlando suchte sie in der Liebe zu einer russischen Prinzessin, die ihn plötzlich verließ, in der Poesie, von der ihm ein Dichter abriet und ihm beinahe allen Mut dazu raubte, in der Politik als Gesandter am Hofe des Sultans von Konstantinopel, bei den Zigeunern, und wieder in der Liebe, diesmal als Frau zu einem Mann. Was ist Liebe? Was ist Freundschaft? Was ist Wahrheit? -- fragte sich Orlando über alle Zeiten hinaus, und berührte dabei viele knifflige Gebiete. Wie ist es, immer derselbe Mensch zu sein und dennoch in beiden Geschlechtern gelebt zu haben? Wieviele Ichs können in einem Menschen nach Leben verlangen? Wie fühlt es sich an, als Armer, als Reicher, als Herzog, als Liebhaber, als Geliebte, als Ausgestoßener oder Begünstigter, als Reisender durch verschiedene Epochen die Welt zu betreten?

Durch das faszinierende Spiel mit der Zeit, festgehalten in einem Stil von seltener Schönheit, läßt uns die berühmte Autorin der Weltliteratur das Leben aus ungewohnten Blickwinkeln betrachten. Am 17. März 1928 um fünf vor eins ist das Buch fertig, eine Eskapade, wie Virginia Woolf in ihr Tagebuch notiert, die sie für eine Weile fortbringen soll von den ernsthaften, poetischen Büchern. Einen satirischen Geist wollte sie diesem Werk einhauchen und von wilder Struktur sollte es sein. Es war ihr gelungen, stellte sie zufrieden fest, obwohl die Geschichte extrem ungeplant war und sich Orlando derart selbstständig machte, daß es schien, als würde er jeden Moment aus dem Roman heraustreten. Orlando ist eine Liebeserklärung an Vita Sackville-West, einer zu ihren Lebzeiten schon erfolgreichen Schriftstellerin, deren hochadlige Herkunft Virginia sehr beeindruckte. Ihr widmete sie diese fiktive Biographie, in der die erdachten Figuren auf wirkliche Begegnungen im Leben Vitas anspielen.

Während Übersetzer und Verlage lange nichts mit den Illustrationen (Familienfotos und Porträts von Vita, die Orlando in seinen verschiedenen Lebensphasen darstellen), einem Vorwort und einem Register, so wie es sich für eine vollständige Biographie gehört, anfangen konnten, erscheint Orlando nun zum ersten Mal in der vollständigen und von Virginia Woolf so beabsichtigten Gestalt. --Daphne Großmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Orlando
OT Orlando OA 1928 DE 1929Form Romanbiografie Epoche Moderne
Dem Roman Orlando von Virginia Woolf liegt die Idee einer überzeitlichen Biografie der adeligen englischen Schriftstellerin und Freundin Vita Sackville-West (1892–1962) zu Grunde. Orlando vereinigt Elemente des historischen Romans, des Entwicklungsromans sowie der Lebensbeschreibung und stellt damit eine revolutionäre Form der Gattung Biografie dar.
Inhalt: Die Romanbiografie erzählt chronologisch das 400 Jahre umfassende Leben des literarisch ambitionierten Orlando, der abwechselnd das männliche und das weibliche Geschlecht annimmt und lediglich um 20 Jahre altert. Im 16. Jahrhundert ist der adelige Jüngling Orlando ein Günstling Königin Elisabeths I. (1533–1603), später lebt er am Hof Jakobs I. (1566–1625). Als Botschafter Jakobs II. (1633 bis 1701) in Konstantinopel fällt der 30-jährige Orlando in einen tiefen Schlaf, aus dem er als Frau wieder erwacht. Nach England zurückgekehrt lebt Orlando als Dame der Gesellschaft des 17. und 18. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert ist Orlando eine Schriftstellerin, die einen Literaturpreis erhält, ebenso wie die Autorin Sackville-West im Jahr 1928. Dank des androgynen Wesens ist Orlando in der Lage, männliche wie weibliche Eigenschaften in sich zu vereinen und diese Erfahrungen zu einem literarischen Werk zu verarbeiten.
Struktur: In chronologischer Reihenfolge stellt Orlando anhand der Biografie die englische Kultur-, Sozial- und Literaturgeschichte dar. Das präsentierte Ideal der Androgynität der Hauptfigur ist zugleich das Ideal der Autorin Woolf: Losgelöst von einem geschlechtlichen Korsett, bildet es die Voraussetzung für literarische und künstlerische Kreativität.
Im Werk finden sich deutliche Parallelen zur Familiengeschichte der Sackvilles; so ist das Stammschloss Knole Vorbild für den Familiensitz Orlandos und auch das Wappentier, der Leopard, ist übernommen.
In humorvoller, ironischer Erzählweise behandelt Woolf bevorzugte Themen ihrer literarischen Arbeiten: die Zeit, die Polarität des Menschen sowie den Unterschied der Geschlechter. Ebenso wie in Mrs. Dalloway ist auch in Orlando die Diskrepanz zwischen äußerlich messbarer Zeit (clock-time) und innerlich erlebter Zeit (mind-time) berücksichtigt. Dadurch wird das subjektive Empfinden der Hauptfigur in den Vordergrund gerückt.
Wirkung: Lange im Buchhandel als Biografie geführt, fand Orlando als einziges Werk von Woolf eine breite Leserschaft. Von der Literaturkritik wurde die fiktive Romanbiografie erst spät gewürdigt. T. R. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von P. Lankau am 12. November 2004
Format: Taschenbuch
Orlando, ein Mensch. Ein aufgeklärter Geist. Ein Romantiker durch und durch. Ein Werkzeug seiner Schöpferin. Die Lebensgeschichte Orlandos ist fantastisch und schön. Oberflächlich sehen wir einen Menschen, der durch die Kraft der Liebe (oder einen Fluch) jung bleibt und nicht sterben kann. Als Nebeneffekt ändert sich jedoch mit der Zeit das Geschlecht. Was sich seelisch schon lange anbahnt, verführt körperlich die Wanddlung mit einem Paukenschlag. Also keine müde transsexuelle Geschichte. Jedoch sollte die Betrachtung nicht so oberflächlich bleiben.
Es amüsiert den Leser, wie die Autorin eine verrückte Geschichte nutzt, um ein Gemälde ihres Landes durch die Zeit des größtesn Wandels zu malen. Orlando führt uns von Elisabeth der ersten bis in die Neuzeit, die Gegenwart der Erzählerin.
Während dieser Zeit erleben wir auch den Wandel der Literatur, immer geschildert durch das Auftreten bekannter Schriftsteller und Kritiker. Dabei kommen die Kritiker weit schlechter weg als die Autoren.
Zudem erhalten wir ein Sittengemälde der Epochen. Nicht zu vergessen die spöttisch ausgeführte Kritik an der Unfähigkeit der Protagonisten, über den eigenen Schatten zu springen. Das gipfelt in dem Prozess gegen Orlando, in dessen Verlauf dem Ex-Pier zwar seine Existenz trotz Geschlechterwandel zugesprochen wird, ich will nicht zu viel verraten.
Meine Angst, es handele sich hier um eine lesbische unerfüllte Liebesgeschichte, die in der Realität der Autorin bestimmend für ihr Leben war, mich aber nicht viel angeht, hat sich nicht bestätigt. Es ist zwar erhellend, diesen Umstand zu kennen, trägt aber zum Verständnis der Geschichte nicht bei.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von A. Wolf am 13. Juli 2008
Format: Broschiert
Virginia Woolfs "Orlando" erschien am 11. Oktober 1928 in London. Als befreiende Entspannung nach den Strapazen im Zuge der Entstehung von "Miss Dalloway" und "To the Lighthouse" (dt. "Die Fahrt zum Leuchtturm") geschrieben, steht "Orlando" nicht in einer Reihe mit den ganz großen Werken Virginia Woolfs. Die Autorin schlüpft darin in die Figur eines Biographen, der über mehrere Jahrhunderte hinweg die Geschichte des androgynen Wesens Orlando schildert. Die Zeitspanne, die dabei abgedeckt wird, reicht vom elisabethanischen England bis ins Jahr 1928.

Zu Beginn steht der Jüngling Orlando: Ein poesiebegeisterter Knabe, der vom großen literarischen Ruhm träumt. Schließlich steht er in den Diensten von Königin Elisabeth und wächst zu deren Günstling empor. Bald folgen die erste große Liebesenttäuschung und daraufhin eine weite Reise als Gesandter an den türkischen Hof. Es ist das große und ewige Thema der Autorin, das uns auch in "Orlando" begegnet: der Wandel des Menschen. Den großen Clou landet Woolf, als sie Orlando nach tagelangem Schlaf als Frau erwachen lässt:

"The trumpeters, ranging themselves side by side in order, blow one terrific blast: --
'THE TRUTH! at which Orlando woke. He stretched himself. He rose. He stood upright in complete nakedness before us, and while the trumpets pealed Truth! Truth! Truth! we have no choice left but confess -- he was a woman."

Vita Sackville-West, die Geliebte Virginia Woolfs, stand Pate für Orlando. Ihre hochadelige Herkunft bedingte eine Familiengeschichte, die über mehrere Jahrhunderte reicht. 8 Illustrationen sind dem Buch beigegeben, teilweise ist Vita selbst darauf zu sehen, teilweise Personen aus ihrem Umfeld selbst.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von RobLo am 18. Januar 2008
Format: Taschenbuch
So grob man den Inhalt dieses Romans auch zusammenfasst - einzigartig bleibt er:
Orlando, anfangs ein stattlicher Höfling, durchlebt (seelisch höchst verwundbar, nie aber sterblich), die Jahrhunderte, und wird, ganz am Rande und ohne ärztliches Zutun, zur Frau.

Allein für diese Fabelführung muss man Virginia Woolf einfach lieben. - Wobei gerade ihr Werk zeigt, dass es einen so allgemeingültiges Abstraktum wie "Man" nicht gibt. Jeder Mensch ist ein Universum für sich, zu komplex, um nichts weiter als ein Teil der Gesellschaft zu sein. Das Überschreiten epochaler und sexueller Grenzen wird in Orlando" als etwas Natürliches, dem Menschen Ureigenes dargestellt. Ursachen für die Langlebigkeit des Protagonisten und Motive für dessen Geschlechtswechsel lassen sich allenfalls erahnen, werden aber in keiner Zeile benannt. Orlando lebt einfach weiter - und nimmt es hin. Wird einfach zur Frau - und nimmt es hin - ungeachtet seiner sonst so leidenschaftlichen Natur.
Auch bleiben Orlandos Empfindungen dieselben. Der Wandel seines/ ihres Verhaltens basiert vor allem auf äußeren Einflüssen (vor allem denen der Mode). Dabei zeigt sich, dass die geschlechtsspezifische Kleidung Gegensätze zwischen Mann und Frau nicht nur hervorhebt, sondern bewirkt.
Dessen ungeachtet verbinden sich auch nach dem Geschlechtswechsel männliche und weibliche Eigenschaften in Orlando. Immer wieder schlüpft sie in die ursprüngliche Männerkleidung, um dann, wie befreit, ins Frauengewand zurückzukehren. (Ein Aspekt, den Sally Potters Verfilmung leider ignoriert).
Obwohl leicht und luftig hingezaubert, mag der Roman (vor allem im letzten Drittel) seine Längen haben.
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