Geworben wird mit Gothic, Dark Wave, Industrial und ähnlichen Genres.
Aber was bekommt man tatsächlich zu lesen? Alternative Rock, Weichspül-Metal, Mittelalterrock, J-Rock (Visual Kei), Future Pop und ähnliche techno-inspirierte Genres, wie Aggrotech, bevölkern diese Zeitschrift schon seit mehr als einem Jahrzehnt und werden der Leserschaft vermeintlich als "Gothic", "Industrial" und "Dark Wave" dargeboten. Reine Vermarktungsstrategie, sage ich, um den Inhalt besser an den Mann/die Frau zu bringen. Präsentiert wird eben das, was sich gut verkauft und der Masse gefällt, und nicht das, was den Genres "Gothic" oder "Industrial" entspricht. Somit schrecken solche Gazetten nicht einmal vor Schlager- und Deutschrock-Combos à la Unheilig zurück.
Natürlich sollte nicht vergessen werden, dass Platz und Inhalt des Magazins stets von den jeweiligen Bands bzw. den Plattenfirmen gekauft wird. Wer genügend Kohle in der Tasche hat, bekommt auch sein Artikelchen. Mit "Independent" oder "Underground" hat das Ganze schon lange nichts mehr zu tun. Negatives wird man daher selten lesen. In diesem Fall steht der Orkus dem Sonic Seducer oder dem Zillo in Nichts nach.
Meine Empfehlung: Wer hier tatsächlich Gothic sucht, sollte stets eine Lupe bereithalten. Ob man selbst mit dieser fündig wird, mag ich allerdings bezweifeln. Der Aussage meines Vorredners, es würde sich im Orkus mehr Gothic Rock finden als in gleichgearteten Printmedien, kann ich ganz und gar nicht beipflichten. Als "Gothic Rock" fehlvermarktete Kitsch-Pop-Bands (ich sage nur HIM) trifft es wohl eher.
Besser ist es, das Geld zu sparen und in sinnvollere Dinge zu investieren. Sogar das Internet bietet derzeit brauchbarere Informationen als die derzeitige Hochglanz(boulevard)presse.