Ich mochte Tyler Bates Score zu "300", auch wenn ein Großteil der Filmmusikanhänger diesen und auch Bates als uninspiriert hinstellen. Seine Symbiose aus Elektroklängen und Orchester reißt mich immer wieder mit und auch "Watchmen" profitiert von diesem Talent, auch wenn einige mich jetzt steinigen wollen, weil ich die Worte "Talent" und "Tyler Bates" in einem Satz benutzt habe. Zum optisch genialen und faszinierenden Film, schrieb Bates eine atmosphärische und düstere Musik, die für mich sowohl im Film, als auch allein auf CD funktioniert!
Bates benutzt keine Leitthemen, nur das Actionmotiv aus "Rescue Mission" nimmt man einige Male wahr. Hauptsächlich geht Bates denselben Weg, wie auch bei "300" und setzt mehr Wert auf die Grundstimmung und das wunderbare Zusammenspiel aus Bild und Ton. Und das funktioniert! Aber wie gesagt, auch ohne Bilder schafft es Bates eine düstere und brutale Atmosphäre zu kreieren. Das Parallelen zu "Sin City" auftauchen ist nicht verwunderlich, weil beides sehr makabere Comics sind, deren Thematik in die selbe Richtung geht!
Doch zu "Watchmen": Die Stücke sind zwar nicht ganz chronologisch, aber der Hörfluss funktioniert auf diesem Album sehr gut, wie ich finde. Das Eröffnungsstück "Rescue Mission" ist eins meiner Highlights. Simpler Aufbau, a la Hans Zimmer, aber für mich ist hier nur das Ergebnis wichtig und das rockt. Ein dramatischer Klang, der einen sofort ins Geschehen hineinreißt, sehr schön.
Danach geht es etwas ruhiger und elektronischer zu. Die Stücke zum Comedian stechen durch ihre Verruchtheit heraus und charakterisieren auf eine simple, aber intensive Weise den brutalen Charakter von Edward Blake.
Daneben gibt es auch wieder etwas opulentere Stücke, wie "Silk Spectre" oder das synthlastige "Prison Fight". Aber auch die ruhigen und melancholische Passagen haben ihren Reiz ("American Dream"), durch den pulsierenden Einsatz des Chors.
Besonders grandios finde ich das Finale und wie Bates die Spannung und den großartigen Showdown aufbaut vom mitreißenden "Countdown" bis zum erlösenden "All That Is Good". Und mit Mozarts Requiem und dem zarten "I Love You" lässt Bates seinen Score sehr elegant ausklingen und lässt den Hörer in einer genauso bewegenden Stimmung zurück, wie der Film selbst.
Der Soundtrack ist eine nette Ergänzung, ich persönlich habe mir noch das opulente "Ride Of The Valkyries" dazugepackt (das berühmte Opernstück, dass beim Angriff auf Vietnam gespielt wird), weil es dem Score einen interessanten Touch gibt. Tyler Bates hat mich persönlich völlig überzeugt und hat einen sehr interessanten und intensiven Score zu einem der besten Filme 2009 geschaffen!