sister rosetta tharpe (20.3.1915 - 9.10.1973) darf man bei gott neben der berühmten mahalia jackson nicht unerwähnt lassen - rosetta spielte außerdem noch gitarre (was mahalia nun mal gar nicht beherrschte) - und zwar derart dynamisch, dass sie eine unzahl von blues- und rock-gitarristen stilgebend beeinflusste. sie arbeitete mit dem blues-pianisten sammy price zusammen wie mit der country-guitar legende roy acuff, sie sang im duett mit marie knight oder tourte mit muddy waters durch europa. sie sang in kirchen und nachtclubs, in der carnegie hall und für radio-shows, welche die weltkrieg II. soldaten trösten sollten. es gab auch eine vorläufertechnik heutiger MTV-video-clips: rosetta tharpe war auf SOUNDIES zu sehen: 3-minuten-filme, die in einer art video-jukebox betrachtet werden konnten, die in allen möglichen bars und cafes in USA und kanada in den 40ern zu finden waren. rosettas dynamischer, energischer gitarrenstil, synkopiert, im tempo forciert - er ließ immer wieder jazz-musiker die zusammenarbeit mit ihr suchen. sie war eine der ersten fusion-künstler - und hatte deshalb sehr viel ärger von konservativer religiöser seite einzustecken. gegen ende ihres lebens (am schluss saß sie trotz einer bein-amputation auf der bühne und schrubbte wenige akkorde) - am ende ihres lebens erfuhr sie eine ehrenvolle präsentation auf europäischen jazz-festivals - in den USA waren liberale musik-mode und sich verkapselnde kirchliche kreise endgültig auseinandergedriftet und hatten neue, getrennte pfade eingeschlagen.