Diese geniale Platte gewinnt im Jahr 2006 wieder mächtig an Bedeutung. Einer meiner größten musikalischen Wünsche löste sich in den letzten Monaten in Luft auf. Den im Oktober 2006 erscheint BAT OUT OF HELL III - The monster is loose. Ich denke, jeder Steinman und Meat Loaf Fan hätte sich nichts sehnlicher gewünscht, dass Jim und Meat eng kooperierend den Abschluss einer grandiosen Trilogie erschaffen. Doch aufgrund rechtlicher Streitereien um die Rechte an BAT OUT OF HELL wird es eine solche Kooperation nicht geben. Auf BAT III werden nur Steinman-Titeln zu finden sein, die in irgendeiner Form schon mal veröffentlicht wurden. Jetzt wird der eine oder andere sagen: Moment, die Internettrailer zu BAT III beinhalten doch Sätze wie "Jim Steinman...(u.a.) proudly present...". Das stimmt, doch über die offizielle Webseite von Jim Steinman ist zu erfahren: Jim hat nichts mit der Produktion von BAT III zu tun. Aber hier soll es schließlich um Original Sin von Pandora`s Box gehen. Der Zusammenhang zwischen dieser von Steinman produzierten CD und BAT III ist naheliegend; zwei Titel werden von Meat für BAT III gecovert: "It`s all coming back to me now" und "The future ain`t what it used to be". Und gerade deshalb muss man dieses phantastische Album wieder in Erinnerung rufen. Steinman schafft es mit vier talentierten Frauen (Elaine Caswell, Ellen Foley (war an BAT I beteiligt!), Gina Taylor, Deliria Wilde) ein bombastisches Album zu produzieren; Jim schrieb alle Songs und spielt am Keyboard und zeigt vor allem in "Pray Lewd" sein Talent fürs Tasteninstrument. Einige der Songs sind in späteren Alben wieder aufgetaucht; so wurde "Original Sin" von Meat Loaf auf "Welcome to the neighbourhood" erneut interpretiert und das, um ehrlich zu sein, deutlich schwächer. Das Original wirkt kräfiger, facettenreicher und reißt einfach unglaublich mit. Auch "It`s all coming back to me now" wurde später von Celine Dion erneut gesungen. Dions Stimme gab dem Song später die Kraft, die er verdient hatte. Foleys Stimme ist auf dieser Platte etwas zu dünn (laut Gerüchten ist Ellen Foley bei den Aufnahmen mehrmals in Ohnmacht gefallen) und ist den Anforderungen Steinmans nicht wirklich gewachsen. Dafür ist das Arrengement vielfältiger als bei Dions Cover; beispielsweise fehlt bei Celines Version der Abschnitt von Minute 3:26 bis 3:57 völlig und auch der Choreinsatz ist verschieden. Da Meat Loaf sich nun ebenfalls dieses genialen Songs bedient ist das Original interessanter denn je. Auch "It just won`t quit" und "Good girls" nahm Jim zusammen mit Meat Loaf für BAT II erneut auf. Vor allem bei "Good girls" sind die Unterschiede enorm. Zwei Originale gibt es dennoch: Zum einen "Safe sex" - eine wunderschöne und bombastische Ballade, die man als Steinman Fan einfach mögen muss. Zum anderen "The future ain`t what it used to be" - Ein 12 Minuten-Epos mit grandiosem Mittelteil und Acapella-Abschluss. Da Meat Loaf sich an diesem Titel versuche möchte lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte: Dieses Original kann man nicht schlagen und wohl auch nicht erreichen! Allerdings gibt es auf der CD auch kleine Fülltitel; gesprochene Passagen alà "I`ve been dreaming up a storm lately" und "The opening of the box" werden nur beinharten Steinman-Fans zusagen. Die Titel, die das Album grandios machen, sind letztlich: 2,4,5,8,12,13,14. Den Rest muss man nicht lieben. Dennoch: Steinman Fans oder welche, die es werden wollen, kommen an diesem Album nicht vorbei. Ein bombastisches, zeitloses und wahrhaft himmliches Meisterwerk und ein Pflichtkauf für alle, die abwechselungsreiche und vom Mainstream abweichende Musik schätzen.
Einen Hoffnungsschimmer für Steinman-Fans gibt es übrigens: Steinman hat derzeit das die Gruppe "The dream engine" gegründet, die neue und alte Lieder aus Jims Feder interpretieren werden. Ein Album ist geplant. Zugleich arbeitet Steinman an mehreren Musicals, unter anderem am BATMAN-Musical, das musikalisch ähnlich erfolgreich werden könnte wie TANZ DER VAMPIRE!