Die Patrone muss definitiv in verschiedenen Richtungen betrachtet werden, auf die ich im folgenden separat eingehen werde:
Kapazität
Mit einer einzigen Füllung kommt man laut Hersteller auf 300 bzw. 260 Seiten (wenn die Seiten zu 5 % mit Farbe bedeckt werden). Die Füllmenge liegt zwischen 15 und 20 ml in der Schwarzpatrone, zwischen 10 und 15 ml in den Buntpatronen (Ich habe bereits eine Patrone nach dem Gebrauch auseinander genommen und intensiv studiert -> Eine konkrete Füllmenge konnte ich im Internet nicht finden). In der Relation zu den derzeit härtesten Kontrahenten ist das Preis-Leistungs-Verhältnis relativ schlecht. Beispielsweise ist die HP 920XL Patrone oder die HP 940XL Patrone deutlich günstiger in der Preis-Leistungs-Relation. Die zugehörigen HP-Drucker bekommt man inzwischen auch zu erschwinglichen Preisen.
Nachfüllbarkeit
Was die vorliegenden Patronen jedoch von allen anderen mir bekannten Patronentypen absetzt, die nicht von Brother produziert werden, ist ihre Nachfüllbarkeit. Es gibt unterschiedliche Wege, dies bei der Patrone zu bewältigen. Ich bin da etwas rustikal. Ich säge mit einer Handsäge die Nase der Patrone ab, die man auf dem Produktbild auf der rechten Seite sieht. Darin befindet sich noch keine Tinte. Man sieht dann den Tintentank, der nochmals ein einzelnes weiß-durchsichtiges Behältnis innerhalb der schwarzen Plastikschale ist. Nun kann ich mit einer 2,5-mm-Handbohrer ein Löchlein in die Patrone Bohren, über das ich immer wieder nachfüllen kann. Das verschließe ich mittels einer Gehäuseschraube mit großem Kopf, sodass ich die Schraube von Hand rein und raus schrauben kann. Die Gehäuseschraube ist an der Stelle, wo zuvor die abgesägte Nase war und hat so auch im Drucker einwandfrei Platz.
Beim häufigeren Nachfüllen bietet die Patrone gegenüber vielen anderen Patronen zwei sehr wesentliche Vorteile. Die Patrone hat keinen Schwamm. Bei anderen Patronen spielt ein Schwamm in der Patrone eine wesentliche Rolle. Ein Schwamm nutzt sich auf Dauer ab und ermöglicht so eine begrenzte Anzahl von Nachfüllungen. Noch ehe eine weitere Nachfüllung am Schwamm scheitert, bieten viele andere Patronen eine Instanz, die das Nachfüllen schon vorher unterbindet: Einen Chip, der dafür sorgt, dass mit der Patrone nur eine begrenzte Anzahl von Druckvorgängen möglich ist. Auch dieses kleine Feature zum Verhindern von Nachfüllen besitzt die Brother-Patrone nicht. Das die Patrone leer ist, registrieren die zugehörigen Drucker über einen kleinen Hebel in der Patrone. Dieser stellt sich automatisch wieder auf voll, sobald man die Patrone nachgefüllt hat. Der Hebel zeigt auch erst wieder an, dass die Patrone leer ist, wenn sie auch tatsächlich leer ist.
Diese Aspekte sind im Übrigen auch gut für die Umwelt, da so keine Resttinte mit dem Schwamm entsort wird. Auch muss man keine halbvolle Patrone wegwerfen, weil ein Chip weiteres Nachfüllen untersagt.
Ich verwende die Patronen noch nicht lange genug, um das definitiv sagen zu können. Aber wie ich es im Moment sehe, ist die Patrone so konzipiert, dass sie praktisch unendlich oft nachgefüllt werden kann. Zudem entsteht weniger Kunststoffabfall...
Relation zu Plagiaten (Nachbauten)
Die nachgebauten Patronen von Fremdherstellern sind vor den Druckergebnissen ähnlich gut, wenn nicht sogar die Leistung sogar gleich ist. Allerdings macht es dabei auch Unterschiede, zu welchen Billigpatronen man greift. Natürlich will jeder Anbieter den anderen im Patronenpreis unterbieten. Das geschieht nicht selten dadurch, dass zu qualitativ schlechterer Tinte, geringerer Tintenfüllung oder anderen Sparmaßnahmen gegriffen wird.
Allerdings ist das Fehlen eines Chips eine Eigenart dieser Patronen, die das Nachbauen sehr erleichtert. Denn (meines Wissens) versuchen alle (!) anderen großen Hersteller von Druckern/Patronen, durch möglichst komplexe und schwierig imitierbare Chips die Nutzung von Nicht-Original-Patronen zu unterbinden (Denn dies wäre mit erheblichen finanziellen Verlusten verbunden, zumal Patronen in der Regel überteuert verkauft werden). Haben Patronen Chips und nimmt man eine Billigpatrone, deren Chip nicht kompatibel ist (sprich nicht vom Drucker als Original erkannt wird), kann keine Seite gedruckt werden.
Soviel dazu. Hätte ich Geld zu viel, würde ich vielleicht die Originalpatronen aus lauter Nächstenliebe heraus kaufen. Denn Brother macht es uns wirklich einfach und vor allem günstig.
Andere Alternativen
Etwas mehr Kapazität weisen die Originalpatronen LC1100 von Brother auf. Die Patronen LC1100 passen in alle Brotherdrucker, die auch für die LC980 ausgelegt sind.
Fazit
Das Nachfüllen von Patronen ist meist eine große Sauerei und mit relativ wenigen Einsparungen verbunden. Bei Brotherpatronen ist dies nicht der Fall und ich kann sehr raten, es damit zu versuchen.
Lediglich Menschen, die nur Originalpatronen kaufen wollen und diese nicht nachfüllen wollen, sind hier definitiv an der falschen Stelle. Die sollten sich dann eher den leistungsstarken Officejet 6000 von HP oder ein anderes gutes Gerät zulegen.
Im Fotodruck sind die Patronen von Brother nicht die Besten. Experimentiert man etwas mit den Einstellmöglichkeiten beim Drucken, kommt man aber durchaus auf einwandfreie Fotos (Wenn die Farben auch nie eins zu eins mit dem tatsächlich gemachten Bild übereinstimmen).
Ich gebe den Patronen fünf Sterne, weil ich sie durch Nachfüllen mehrfach benutzen kann und so andere Patronen mit ihrem Preis letztendlich der vorliegenden Patrone unterliegen.