Fiona Apple gehört wohl zu der Katergorie von Künstlern, von denen allgemein gesagt wird, dass man eben so nicht sein darf. Jedenfalls nicht, wenn man Karriere machen will. Unbequem, streitbar, dickköpfig, eigensinnig, arrogant und unglaublich gut. Traumatische Erbebnisse ihrer Kindheit und Jugend spiegeln sich in ihren Songtexten wider.
Musikalisch scheint Fiona Apple ebenso starrsinnig zu sein. Ihr erstes Album war sofort ein Megaerfolg. Das ist meistens schwierig, weil die Industrie dann eine gewisse Erwartungshaltung an den Tag legt und diesen Erfolg möglichst noch übertreffen möchte.
Tidal ist auch zurecht so erfolgreich gewesen. Tolle Lieder, wie Sleep To Dream, Never Is A Promise oder Shadowboxer, um nur mal drei heraus zu greifen. Eine wunderbare CD und Fiona Apple singt so überzeugend, man glaubt ihr jedes Wort. Und das berührte 1996 wohl eine Menge Hörer.
Das zweite Album When The Pawn... brachte dann schon Kontroversen mit der Plattenfirma, weil der Titel eigentlich aus einem 90-wörtigen Gedicht besteht, den man wohl vermarktungstechnisch nicht wollte. So überfordert man wohl die Musikindustrie und gilt schnell als schwierig. 1999 erschien dieses Album dann schliesslich doch und mir gefällt es sogar noch etwas besser als Tidal, weil es musiklalisch noch experimenteller ausfällt.
Das dritte Album Extraordinary Machine wurde schliesslich auch als nicht "kommerziell erfolgversprechend" abgeleht. Künstlerisch ist es fast wie ein Adelstitel, wenn eine Plattenfirma eine ambitionierte Künstlerin mit so einer Begründung ablehnt. Es dauerte bis 2005 noch weitere 2 Jahre bis diese CD dann doch veröffentlicht wurde. Angeblich stimmte die Company der Veröffentlichung nur zu, weil nach dem Umweg der meisten Songs von Internet-Tauschbörsen zu einigen Radiostationen, das Material komplett überarbeitet worden sein soll.
Wie auch immer: alle 3 Alben von Fiona Apple sind hörenswert und interessant, wobei das letzte Album für mich auch das schwierigste und damit am schwersten zugängliche sein dürfte. Nichtsdestotrotz lohnt sich die Beschäftigung mit dieser Musikerin alle Mal und günstiger und kompakter kommt man an alle drei CDs auf einen Schlag bestimmt nicht heran. Fast schade, dass es nur diese wenigen Alben von ihr gibt.