Aandra (Alexandra Hampton) demonstriert mit ihrem Debütalbum, wie intelligente Chillout-Musik klingen kann.
Nach unzähligen Cafe del Mar und ähnlichen Compilations, die man an jeder Ecke kaufen kann, hat sich das Chillout-Genre schnell ausgelutscht. Alle wollten auf der Chillout-Welle mitschwimmen und "Künstler" wie Hornbostel, Don Gorda, Enrico Donner usw. zeigen wie belanglos dieser Einheitsbrei klingen kann. Hübsche leicht bekleidete Damen, dazu ein loungiges Setting fürs Cover, und schnell ist die CD produziert und an den Mann gebracht. Der selbe Titel wird dann für die nächste CD mit einer weiteren sich am Strand räkelnden nackten Dame nochmals aufbereitet, und erneut vermarktet.
Ich kenne unzähle Lounge und Chillout-Sampler. Angefangen von diversen Blank&Jones Serien über diverse Balearic, Ibiza weiss der Kuckuck was Lounge-CDs, die ich nach 2 Titeln meist wieder weglege, weil die Musik teilweise auf unterstem Niveau dahinplätschert und in manchen Fällen sogar nervt.
Bei Aandra hingegen hört man sofort, dass hier eine echte Musikerin am Werk ist. Gefühlvolle jazzig angehauchte Harmonien, dazu sphärische Synthsounds vermischt mit akustischem Klavier und Trompetensoli, über einen groovigen relaxten Beat gelegt, und man schebt im Einklang mit der Musik. Einige Titel sind sogar gesungen, die Vocals bleiben jedoch trotzdem sehr dezent im Hintergrund.
Am ehesten würde ich Aandra klanglich mit Naoki Kenji vergleichen, wobei Aandra für meinen Geschmack noch relaxter und gleichzeitig verspielter klingt. Wenn ich auf einem Lounge Sampler mit dutzenden unterschiedlichen Künstlern vielleicht 2 Titel finde, die mir tatsächlich gefallen, kann ich mich bei Aandra an fast keinem der Titel satthören. Insgesamt eines der wirklich wenigen Chilloutalben, die ich kenne, die mich auch als ganzes überzeugen können.
Ende 2013 soll bereits ihr nächstes Album erscheinen, ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt darauf.