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Orientierung Kulturwissenschaft: Was sie kann, was sie will
 
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Orientierung Kulturwissenschaft: Was sie kann, was sie will [Taschenbuch]

Hartmut Böhme , Peter Matussek , Lothar Müller
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 279 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 3 (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499556081
  • ISBN-13: 978-3499556081
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 50.465 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Kulturwissenschaft?

Über neuere Disziplinierungsversuche

Von Uwe Justus Wenzel

Auch Begriffe sind Schall und Rauch. Dienen sie zur Bezeichnung von akademischen Disziplinen, dann freilich könnten der Schall und der Rauch, der sie umgibt, auf Gefechtslärm deuten, darauf, dass Claims abgesteckt, Reviere demarkiert werden. Das Vokabular aus dem Wörterbuch des rationalen Eigeninteresses der Jäger, Sammler und Krieger allerdings sollte nicht zu der Unterstellung verleiten, es sei klar und deutlich, was da verteidigt oder erobert, abgezirkelt und definiert werde (es sei denn, man wollte sich, schnöde, auf schiere personale Subsistenzsicherung, auf Macht- und Gelderwerb als auf die «eigentlichen» Interessengebiete kaprizieren). Im Fall der sogenannten Kulturwissenschaften, die im deutschen Sprachraum und in der zugehörigen Academia mit den «althergebrachten» Geistes- und Sozialwissenschaften um jene Gelder konkurrieren, die Natur- und Technikwissenschaften ihnen übrig lassen, ist es sogar äusserst zweifelhaft, dass ihr Gegenstandsbereich eine einigermassen umrissene Identität besitze. Nicht einmal der blosse Wortkörper hat eine fixe Gestalt.

PLURAL ODER SINGULAR?

«Kulturwissenschaften» oder «Kulturwissenschaft» – Plural oder Singular: Das scheint eine Frage zu sein, die manche kulturwissenschaftlich sich Betätigende mehr und mehr beschäftigt. Grob könnte man so unterscheiden: Wer sich mit dem Plural begnügt, hält auf Distanz zu dem Problem der «Einheitlichkeit» einer Disziplin und betreibt in dieser Distanz seine historisch-philologischen Studien, seien sie näherhin wissenschafts- oder technikgeschichtlicher, kultur- oder naturhistorischer, kunst-, literatur- oder medienwissenschaftlicher Provenienz. Der überkommene Fächerkanon wird nicht ausser Kraft gesetzt, aber auch nicht als schützenswertes Gut dem Weltkulturerbe inkorporiert. Das Adjektiv «kulturwissenschaftlich» chiffriert dabei einen Denkhabitus der Offenheit, Elastizität und Lebensweltnähe. (Der Vorgänger dieses Habitus hörte auch auf den schwerfälligeren Namen «Inter-» oder «Transdisziplinarität». Seine Schrumpfform artikuliert sich in dem Forschungsmotto: Es gibt so manches Interessante.)

Wer hingegen den Singular «Kulturwissenschaft» bevorzugt – es dürfte noch immer die kleine und radikale Minderheit sein –, will zumindest mehr. Wie viel das und ob es erreichbar sei, steht, auch nach einem Jahrzehnt forcierter Institutionalisierungsbestrebungen, durchaus dahin. Zu diesem Ergebnis kommen auf ihre Weise auch drei Freunde des Singulars: Hartmut Böhme, Peter Matussek und Lothar Müller. Ihr Einführungsband «Orientierung Kulturwissenschaft» sagt es im Untertitel so: «Was sie kann, was sie will». – Dass die Autoren den Singular nicht aufgeben wollen, ist ebenso offenkundig wie das Fehlen eines Arguments, das für ein solches Wollen spräche. Das überaus heterogene Spektrum der Traditionen, Themen und Methoden – von der Historischen Anthropologie über die Völkerpsychologie bis zur Psychoanalyse, von der Mediävistik bis zu den Cultural Studies –, das Böhme, Matussek und Müller gekonnt und instruktiv auffächern, spricht gewiss nicht schon dafür.

Das «ungeklärte Nebeneinander» von Singular und Plural, von Essenz und Ferment, lässt sich kaum durch den programmatisch gemeinten und programmatisch bleibenden Verweis auf die «Einsicht» klären, das «moderne Konzept» von Kulturwissenschaft kenne «nur ein Apriori», nämlich das «historische Apriori». Wieso eigentlich dürfte die neue Disziplin dann nicht «Geschichtswissenschaft» heissen? Mit dem Postulat, auch «Natur» müsse als Kultur verstanden, als «kulturell konstruiert erkannt» werden, ist jedenfalls nicht schon die Notwendigkeit eines neuen Faches formuliert, geschweige denn dessen Innenausstattung gewonnen. (Die Frage, ob dies Postulat überhaupt verstehbar sei und, wenn ja, ob es dann mehr als eine Trivialität zum Ausdruck bringe, ist damit noch gar nicht berührt.)

In einer Situation, in der Ambitionen und Prätentionen überwiegen, mehrheitsfähige Definitionen und Konventionen aber rar sind, liegt es nicht fern, den Freunden des Singulars bei dem genauer zuzusehen, was sie tun und sagen, wenn sie über «Kulturwissenschaft» nicht nur reden, sondern sie betreiben. Friedrich Kittler tut in seinem neuen Buch, das einer an der Humboldt-Universität zu Berlin gehaltenen Vorlesung entwachsen ist, beides: Er spricht über Kulturwissenschaft in kulturwissenschaftlicher Perspektive und Absicht. Wie sähe diese Wissenschaft aus, so liesse sich – eingedenk des «historischen Apriori» – fragen, wenn Kittler sie mit seinem Kolleg schreibend und redend hervorgebracht hätte?

Sie pflegte einen Kanon «unersetzlicher Texte», der mit Giambattista Vicos «Scienza Nuova» (1744) nicht erst begänne und mit den Schriften des Informationstheoretikers Alan Turing nicht schon endete; einen Kanon des Weiteren, der ohne Hegel und Heidegger nicht auskäme. Die neue Wissenschaft kultivierte zudem gewisse – nicht eben nonkonformistische – Aversionen: gegen Soziologie, gegen «Amerika», gegen Cultural Studies (Plural!), gegen politische Korrektheit. Sie frönte einigen Passionen, die ihren Auslauf gewissermassen im Stilistischen und Methodischen hätten: der Ironie, mehr noch dem Sarkasmus, dem anekdotischen Glossieren (alias «Kontextualisieren») der heiligen Texte sowie dem hier vorläufig und unschön so genannten Reduzieren – dem «Zurückführen auf . . .».

Der Reduktionismus, ohne den keine Disziplin eine ist, wäre selbstredend mehr als eine Passion. Er motorisierte die «Kernkompetenz» der neuen Wissenschaft – und führte auf ihren eigentlichen, Natur und Kultur integrierenden Gegenstand: auf die Technik; genauer: auf die Nachrichtentechniken; noch genauer: auf die dem Vater aller Dinge sich verdankende Entwicklung der Medientechnologien (Speichern, Übertragen, Berechnen). Die kriegsbedingte Evolution technischer Medien «evolviert» auch die Kulturgeschichte der Kulturwissenschaft, die Kittler skizziert. Diese Skizze, die als solche hier nicht zu würdigen ist, versucht – teils ausdrücklich, teils zwischen den Zeilen – glauben zu machen: Kultur und Technik sind, als Kinder des Krieges, «letztlich» eins. Und dieses Eine, das sie sind, rechtfertigt, «letztlich», auch den Singular einer Kulturwissenschaft? Friedrich Kittler wirft die Frage nach dem Grund der Einheit und Einzigkeit der Disziplin, in deren Namen er das Wort ergreift, gar nicht erst auf.

FAIBLE FÜR HEIDEGGER

Es sieht indes so aus, als borge die im Werden begriffene Wissenschaft ihre Einheit – von der Philosophie, namentlich von Hegel und von Heidegger, den kanonisierten Heroen. Oder klingt es eher nach Annexion philosophischer Immobilien, wenn Kittler schreibt: «Ontologie, so könnte man zu sagen wagen, fällt schliesslich mit Kulturwissenschaft zusammen»? Insbesondere das Faible für Heidegger überrascht jedenfalls nicht. Dessen Spätphilosophie charakterisiert schliesslich die «seinsgeschichtliche» Epoche, in der wir leben, als die der Technik. Einer Technik, die, etwas zu kurz gesagt, über die herrscht, die sie zu beherrschen meinen. Kittler interpretiert Heideggers «Kehre» zur Spätphilosophie nach diesem Strickmuster der Inversion: als «Eingeständnis, dass kein wie auch immer geschichtliches Dasein den Rundfunk hat erfinden können, sondern dass gerade umgekehrt technische Medien wie etwa der Rundfunk über geschichtliche Weisen da zu sein bestimmen».

So viel Geschichtsmetaphysik ist den bereits zitierten Kollegen Kittlers offenbar nicht ganz geheuer. Sie befürchten, in dem «technologischen Ansatz der Medientheorie» nehme eine Bejahung der «Determinationsmacht» medialer Prothesen überhand. Doch wollen sie nicht schwarzmalen und erspüren in Kittlers «pessimistischer Grundtendenz» noch so etwas wie einen «kryptonormativen Appell». – Ob pessimistisch oder quasi-pessimistisch oder optimistisch: Mit blossen Gemütszuständen wird sich eine neue wissenschaftliche Disziplin nicht begründen lassen.

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Die Zeit, 24.02.2000
Dass es "Kulturwissenschaften" gibt, wusste der Rezensent Jörg Lau ja schon, aber ob es auch eine Kulturwissenschaft im Singular gibt - das ist ihm auch nach der Lektüre des Bandes nicht klar geworden. Und so begrüßt er, dass auch die Autoren des Bandes in dieser Frage eher skeptisch bleiben, obwohl sie als Dozenten des Fachs an sich ein Interesse haben müssten, seine Existenz zu beweisen. Weniger gefällt Lau allerdings, wie in dem Band bestimmte Größen der Geistesgeschichte - er nennt Freud und Lacan - zu bloßen Stichwortgebern der Kulturwissenschaft degradiert würden.

© Perlentaucher Medien GmbH

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von sonaleu
Diese Orientierung bietet genau das, was der Titel verspricht. Wer sich über kulturwissenschaftliche Arbeitsfelder informieren und wissen will, wo und wie sich kulturwissenschaftliche Ansätze wissenschaftsgeschichtlich verorten lassen, wird hier fündig. Ein Tipp für von Vorwissen weitgehend freie Leser: Lesen Sie zunächst Seiten 104 - 108, wo die Autoren ein kurzes „enzyklopädisches Stichwort" zum Begriff „Kulturwissenschaft(en) voranstellen.
In einem ersten Kapitel werden nun kurz internationale kulturwissenschaftlich Ansätze vorgestellt (cultural studies, new historicism, Mentalitätsgeschichte)und wird aufgezeigt, warum überhaupt die Diskussion um Kulturwissenschaft(en)im deutschsprachigen Wissenschaftsbetrieb im Rahmen einer Reform der Geisteswissenschaften losgebrochen wurde. Im zweiten Kapitel stellen die Autoren im deutschen Sprachraum entstandene kulturwissenschaftliche Ansätze vor. Als solchen verstehen sie 1. Die versuchte Etablierung einer „Völkerpsychologie" im 19. Jahrhundert, 2. Die Kulturgeschichtsschreibung, die ihre Wurzeln ebenfalls im 19. Jahrhundert hat, 3. Die Kulturphilosophie innerhalb derer besonders die Rolle Simmels hervorgehoben wird., 4. Die „Theorie symbolischer Formen", in diesem Abschnitt werden besonders die Ansätze Ernst Cassieres und die wichtigen Impulse Aby Warburgs hervorgehoben, 5. Die Psychoanalyse in ihrer Eigenschaft als Kulturtheorie und 6. Die Kritische Theorie der Frankfurter Schule. All diese Ansätze sind in ihrer Bedeutung für die Kulturwissenschaft(en) kurz und verständlich dargestellt. Es wird deutlich, dass es sich um Strömungen handelt, die zu ihrer Entstehungszeit immer mehr oder weniger am Rande oder ausserhalb des universitären Wissenschaftsbetriebs standen.
Das 3. Kapitel stellt das „Herzstück" des Buches dar, hier werden nun die Felder kulturwissenschaftlicher Forschung dargestellt: 1. Wissenschaftskulturen: hier geht es vorallem darum zu untersuchen, wie wissenschaftliche Erkenntnis zustande kommt und in welcher Wechselwirkung wissenschaftliches Forschen und Erkennen mit Weltdeutungsmodellen, aber auch mit den von ihr genutzen Medien zur Erforschung steht.
2. Kulturgeschichte der Natur. Auch das Verhältnis des Menschen zur Natur ist kulturell geprägt, was er unter Natur versteht, welche Fragen er an die Natur stellt, ist kulturabhängig, deshalb kann und muss auch die Kulturgeschichte der Natur Gegenstand kulturwissenschaftlicher Forschung sein.
3. Historische Anthropologie: Ebenso wie Sicht der Natur, ist das Menschenbild in all seinen Ausprägungen kulturell geprägt. Das Gesamtspektrum der Wissenschaften des Menschen und der Künste rückt so ins Blickfeld einer kulturwissenschaftlichen historischen Anthropologie. So fällt zum Beispiel auch die heute so aktuelle Gender-Thematik in dieses Gebiet.
4. Erinnerung und Gedächtnis. Hier berufen sich die Autoren vor allem auf Jan Assmann, der in der „Erinnerung eine neues Paradigma der Kulturwissenschaften" sieht, „das die verschiedenen kulturellen Felder ... in neuen Zusammenhängen sehen lässt."
5. Kulturgeschichte der Technik. Die wesentlichen Erscheinungsformen von Kultur sind technisch geprägt. Aufgabe der Kulturwissenschaft kann es u. a. sein, „die bestimmende Kraft der Techniken für das Alltagsleben... zurückzuverfolgen, um die Dynamik zu verstehen, mit der sie eben nicht nur von Arbeit und Industrie, Wissenschaft und Verwaltung, sondern auch von der Lebenswelt Besitz ergriffen haben."
6. Mediale Praktiken. Kulturwissenschaft befasst sich auch in hohem Masse mit der Medienabhängigkeit der Kultur. Gerade hier wird auch der Rückgriff auf die verschiedenen kulturwissenschaftlichen Ansätze deutlich von deutschsprachigen Ansätzen bei Cassirer, Benjamin, Adorno zur angelsächsischen Forschung (McLuhan, Havelock etc) bis hin zu Derrida. Auch ein Verweis auf Kittler, der von der Literaturwissenschaft zur Medientheorie gekommen ist, fehlt nicht.
Es folgen nun noch zwei Kapitel („Perspektiven" und „Kulturwissenschaftliche Einrichtungen und Studiengänge"), die leider veraltet sind und dem Buch meiner Meinung nach einen Bewertungsstern kosten.
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10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
palaver 15. August 2004
Von Ein Kunde
nunja, die definitionsversuche des faches werden jedenfalls nicht hier geführt, wie die anzahl der rezensionen zeigt.

natürlich gehts bei fachdefinitionen auch um gelder, aber ob die durch definitionspalaver mehr fließen sollten als durch eigene fantasie im umgang mit dem fach ist fraglich. das ist ein diskurs an den unis, in den sich dummerweise immer wieder leute reinziehen lassen. den autoren gehts auch nicht so sehr sehr darum.

das buch kommt in einer hochzeit auf den markt als kulturwissenschaft zum modestudium wird, das buch will einfach davor bewahren, das falsche zu studieren, nicht mehr , nicht weniger. es bietet einen überblick wo in deutschland kulturwissenschaft studiert werden kann inkl der jeweiligen schwerpunkte der universitäten - auch fachhochschulen mit richtung klturmanagement werden aufgeführt. das sind viel eher fragen, die dies fach aktuell beschäftigen, nämlich inwiefern und wofür wird realistisch ausgebildet. auch universitäten tendieren dahin den schwerpunkt in die kulturmanagende richtung zu lenken, weniger wissenschaft, mehr markt, das sind wesentlich gravierendere fragen als die, die der kritiker der nzz feuilletonistisch angeht. das buch bietet den überblick, welche schwerpunkte an den verschiedenen hochschulen gesetzt werden.

DANN kann man inhaltlich diskutieren, DIES buch will aber nur einen überblick geben. natürlich stehen die autoren auch für eine bestimmte art von kulturwissenschaft, derjenigen an der humboldt-universität berlin. allein im sinn einer möglichst großen pluralisierung ist es nicht angezeigt, die versch. formen kulturwissenschaft zu betreiben gegeneinander auszuspielen.

der kritiker der nzz führt kittler an, der kein kulturwissenschaftler ofiziell ist, sondern am institut für ästhetik lehrt, sein akademisches giften gegen die cultural studies spricht viel eher für eine kulturwissenschaft im singular. kittler ist nicht so liberal wie die autoren dieses buches. es kann aber nicht um das errichten von dogmen gehen.

dies buch aber ist zunächst nichts weiter als eine orientierungshlfe im modestudium kulturwissenschaft, was gerade im modestudium dazu dient, die richtige universität für die eigenen interessen zu finden.

eine wichtige person als vertreterin der kulturwissenschaft im singular vergisst der nzz-vertreter nonchalant. auch christina von braun lehrt am kuwi-institut der humboldt uni, sie war maßgeblich daran beteiligt, als erste in deutschland einen eigenen gender studies studiengang auch an der humboldt-uni aufzubauen. anhand diese studiengangs ohne eigenes institut, über mehrere fakultäten veteilt lässt sich schön ablesen, was pluralität im singular sein kann.

ein wichtiges kriterium kulturwissenschaft zu studieren und dann zu betreiben ist sicher "fremd werden" (eben christina von brauns motto). nicht im trott gehen. mut haben, dinge anders zu machen, anders zu sein. nicht auf anerkennung schielen und diese zum maßstab machen. das hat sehr viel mit der frage singular oder plural zu tun. nämlich dann wenn plural auch bedeutet, es der eigenen kleinen fachgruppe, des kleinen fachzweiges recht zu machen. es besteht dann die große gefahr, dass nur dieser fachzweig bedient wird, mit wissenschaft hat sowas dann überhaupt nichts mehr zu tun. das ist oft die schwäche der amerikanischen culture studies (und vermutlich meint das auch kittler).

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