Ein unglaublich tolles Fachbuch für Kunst, mit tollen Abbildungen einmal quer durch die Augen und Künstlerhände aus Europa!
Das Buch ist eine Riesenbereicherung für alle, die sich gerne Bilder und Schriften anschauen und am Thema Orientalismus interessiert sind und vorher vielleicht noch gar nicht genau wissen, was dieses ominöse Wort für die Kunst eigentlich bedeutet.
Der geschichtliche Entstehungskontext der Bilder und die zeitgenössische Rezension ist teilweise sehr ausführlich und gut abgehandelt. Was aber stellenweise zu kurz kommt, sind Hinweise auf künstlerische Intentionen und was ich ganz besonders vermisst habe ist ein anständiges Quellenverzeichnis für bestimmte Sachen. Deshalb sollte man auch etwas skeptisch mit den Texten umgehen, an manchen Stellen haben sich unschöne Übersetzungsfehler eingeschlichen. Ich hab spezifisch nach Anne Louis Girodet Trioson gesucht, über den steht leider sehr wenig darin und noch dazu ist er laut Buch eine Frau, was zeigt, dass die Übersetzer wenig Fachkenntnis hatten (zeigt sich auch noch an anderen Stellen..).
Hilfreich sind die kurzen Künstlerbiographien im Anhang, wenn man nachschauen möchte, ob der Maler tatsächlich das gemalte Land bereist hat oder sich doch eher im Atelier seinen Phantasien von wilden Orgien in einem Harem hingegeben hat ;)
Alles in allem: Ein super gezeichneter Aufriss über orientale Themen für Liebhaber jeden Stils!