Rezension
Ein wunderbares deutsches HipHop-Album. Die Posse um ZM Jay stammt aus Chemnitz, Leipzig und Berlin und gehört zu denen, die schon in der DDR die Fahne für Sprechgesang hochhielten. Die Low-budget-Produktion macht sich nicht negativ bemerkbar, läßt nur vage erahnen, was die Jungs mit mehr Equipment anstellen würden. Die Sampleauswahl jedenfalls ist exquisit, die Produzenten Jaleel, DJ Opossum und die Stiebers nehmen Dich mit in die Zeit des 80er-Funk, schachteln Querflöten zwischen Jazzpianos, lassen viel Platz für die Lyrics und variieren zwischen Mambo und einer Menge HipHop-Vergangenheit. ZM Jays Stil ist gewöhnungsbedürftig, manchmal etwas zu übertrieben, und lebt ganz klar von den getragenen Beats, wird aber bei jedem Hören eingängiger. Doch ist der Zeremonienmeister selten um ungewöhnliche Reime oder Vergleiche verlegen und liefert sich u. a. auf dem Track "Rock'n'Roll', einem wahren Lehrstück für Reimanfänger, einen beeindruckenden Schlagabtausch mit SMC aus Berlin. Dies gehört wie die düstere Zukunftsvision "Bann Der Vision' und dem Stieber-Track "ZM Am Zug' zu den Highlights der Platte. Nur singen sollte ZM nicht, doch das soll ihm ebenso erlaubt sein wie Opossum seine kitschigen Skit-Ausflüge in die 80er. Eine meiner Platten des Monats.
Thomas Praus / © Intro - Musik & so
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Produktbeschreibungen
Concerto pour orgue, op.31 - Cortège et Litanie, op.19 n°2 - Poème héroïque, op.33 - Symphonie pour orgue & orchestre, op.25 / Daniel Jay McKinley, orgue - Columbus Indiana Philharmonic - David Bowden, direction