Die Hofkirche zu Dresden steht heute ganz im Schatten der glanzvoll wiedererrichteten Frauenkirche, jedoch beherbergt sie mit der letzten Silbermann-Orgel ein wahres Schmuckstück, dessen klangvolle Pracht schier überwältigend ist. Mozart äußerte bei einem Besuch in Dresden im April 1789 über die Orgeln der Frauenkirche wie auch der Hofkirche: "Es sind über die Maßen herrliche Instrumente". Nur die Orgel der Hofkirche konnte durch Auslagerung Anfang 1944 vor der Vernichtung durch den Krieg gerettet werden (ausgenommen Gehäuse und Windanlage). Die Wiederherstellung erfolgte weitgehend originalgetreu (im späteren Gegensatz zur Frauenkirche) und war 1971 vorläufig abgeschlossen (in den Jahren 2001 und 2002 erfolgte die endgültige Fertigstellung).
Im Mai 1984 ist eine digitale Aufnahme entstanden, die klangtechnisch keine Wünsche offen lässt und neben der Toccata und Fuge (BWV 565) auch Präludium und Fuge (BWV 552 und 542) wie auch Passacaglia (BWV 582) und Toccata, Adagio und Fuge (BWV 564) umfasst. Die ausgezeichnete Klangwirkung wird durch eine vorbildliche Akustik der (in Medaillonform gebauten barocken) Hofkirche begünstigt. Der zu den besten seines Fachs zählende Herbert Tachezi sorgt darüber hinaus für eine packende Interpretation. Bei meinen gelegentlichen Besuchen in Dresden gehörte es schon immer zu meinem Pflichtprogramm, die Hofkirche zu besuchen, um insbesondere den dortigen Orgelklängen zu lauschen. Satte Klangfülle in den mittleren und tiefen Registern, ohne auch nur ansatzweise zu dröhnen, überstrahlt von den hohen Registern mit fast schon posaunenartigem Glanz, sind die signifikanten Merkmale dieses einzigartigen Meisterwerks der Orgaulbaukunst.