Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Organon der rationellen Heilkunde
OA 1810 Form Abhandlung Bereich Medizin
In der medizinischen Abhandlung Organon der rationellen Heilkunde stellt Samuel Hahnemann die Lehre der Homöopathie dar, als deren Begründer er gilt.
Hintergrund: Um die Bedeutung des Buchs zu betonen, gab ihm Hahnemann den Titel Organon (griech.: »Werkzeug«), ein Terminus, der seit R Aristoteles für logische Hilfsmittel des wissenschaftlichen Argumentierens und des systematischen Aufbaus der Wissenschaften steht. In die gleiche Richtung weist der Begriff »rationell«. Schon im Titel des Buches, der auf die gesamte »Heilkunde« abzielt, wird Hahnemanns Absicht deutlich, seiner Lehre den Absolutheitsanspruch eines neuen medizinischen Systems zu verleihen.
Inhalt: Hahnemann stellt in seinem Hauptwerk grundlegend sein medizinisches Lehrgebäude der Homöopathie vor. Das Simile-Prinzip ist die Grundlage der homöopathischen Theorie. Es handelt sich um ein medikamentöses Therapieprinzip, das Krankheitserscheinungen nicht durch Verabreichung direkt gegen die Symptome gerichteter Arzneien behandelt, sondern bei dem meist in niedriger Dosierung Substanzen gegeben werden, die in hoher Dosis den Krankheitserscheinungen ähnliche Symptome hervorrufen. So wird beispielsweise Thallium in niedrigster Dosierung zur Behandlung krankhaften Haarausfalls (Alopezie) eingesetzt.
Sein berühmter Selbstversuch führte Hahnemann zur Genese des Simile-Prinzips: Er bemerkte bei der Beschäftigung mit William Cullens (171090) Materia medica (1789), einem bedeutenden Buch zur Arzneimittellehre, dass der Autor die heilende Wirkung der Chinarinde gegen Malaria in der Kräftigung des Verdauungssystems begründet sah. Die Rinde des Chinabaumes (Fieberrinde, Cortex Chinae) ist eine als Malaria-, Fieber- und Bittermittel eingesetzte Arzneidroge. Da Hahnemann diese Ansicht Cullens anzweifelte, überprüfte er die Wirksamkeit der Chinarinde an sich selbst. Er glaubte, im Laufe dieses Selbstversuchs am eigenen gesunden Körper solche Symptome feststellen zu können, wie sie sonst bei der Malaria auftauchen.
Hahnemann erläutert, wie Erkrankungen durch Fehlfunktion des gesamten Organismus, die an ihren Symptomen zu diagnostizieren ist, hervorgerufen werden. Nach der Diagnosestellung müsse der Arzt sich für ein Heilmittel entscheiden, das beim gesunden Menschen ähnliche Krankheitserscheinungen erzeuge. Anschließend geht Hahnemann auf die Herstellung und Aufbewahrung der homöopathisch wirkenden Heilmittel ein. Des Weiteren thematisiert er die sog. »Potenzierung« (Dynamisierung) der Medikamente: Bei der Herstellung eines homöopathischen Medikaments solle die Ausgangssubstanz des Arzneimittels mit einer Trägersubstanz in einem definierten Verhältnis vermischt werden, das Hahnemann durch empirische Beobachtung gewann. Er stellte fest, dass die Arzneien nicht an Wirkung verlieren, je stärker sie verdünnt worden waren, sondern an Heilkraft zunehmen.
Wirkung: Das Organon der rationellen Heilkunde ist eines der wirkungsmächtigsten medizinischen Bücher überhaupt. Seit seinem Erscheinen 1810 sind mehr als 120 Ausgaben nachweisbar, fünf immer wieder verbesserte und erweiterte Auflagen kamen zu Lebzeiten Hahnemanns heraus. Zahlreiche Übersetzungen des Textes in alle Weltsprachen liegen vor.
Die von Hahnemann begründete homöopathische Lehre forderte seit Anbeginn zahlreiche Kritiker heraus. Trotz oder wegen der immensen Fortschritte der naturwissenschaftlich ausgerichteten modernen Medizin kann sich die Homöopathie als beliebtes Naturheilverfahren bis heute behaupten. W. G.
Organon der rationellen Heilkunde
OA 1810 Form Abhandlung Bereich Medizin
In der medizinischen Abhandlung Organon der rationellen Heilkunde stellt Samuel Hahnemann die Lehre der Homöopathie dar, als deren Begründer er gilt.
Hintergrund: Um die Bedeutung des Buchs zu betonen, gab ihm Hahnemann den Titel Organon (griech.: »Werkzeug«), ein Terminus, der seit R Aristoteles für logische Hilfsmittel des wissenschaftlichen Argumentierens und des systematischen Aufbaus der Wissenschaften steht. In die gleiche Richtung weist der Begriff »rationell«. Schon im Titel des Buches, der auf die gesamte »Heilkunde« abzielt, wird Hahnemanns Absicht deutlich, seiner Lehre den Absolutheitsanspruch eines neuen medizinischen Systems zu verleihen.
Inhalt: Hahnemann stellt in seinem Hauptwerk grundlegend sein medizinisches Lehrgebäude der Homöopathie vor. Das Simile-Prinzip ist die Grundlage der homöopathischen Theorie. Es handelt sich um ein medikamentöses Therapieprinzip, das Krankheitserscheinungen nicht durch Verabreichung direkt gegen die Symptome gerichteter Arzneien behandelt, sondern bei dem meist in niedriger Dosierung Substanzen gegeben werden, die in hoher Dosis den Krankheitserscheinungen ähnliche Symptome hervorrufen. So wird beispielsweise Thallium in niedrigster Dosierung zur Behandlung krankhaften Haarausfalls (Alopezie) eingesetzt.
Sein berühmter Selbstversuch führte Hahnemann zur Genese des Simile-Prinzips: Er bemerkte bei der Beschäftigung mit William Cullens (171090) Materia medica (1789), einem bedeutenden Buch zur Arzneimittellehre, dass der Autor die heilende Wirkung der Chinarinde gegen Malaria in der Kräftigung des Verdauungssystems begründet sah. Die Rinde des Chinabaumes (Fieberrinde, Cortex Chinae) ist eine als Malaria-, Fieber- und Bittermittel eingesetzte Arzneidroge. Da Hahnemann diese Ansicht Cullens anzweifelte, überprüfte er die Wirksamkeit der Chinarinde an sich selbst. Er glaubte, im Laufe dieses Selbstversuchs am eigenen gesunden Körper solche Symptome feststellen zu können, wie sie sonst bei der Malaria auftauchen.
Hahnemann erläutert, wie Erkrankungen durch Fehlfunktion des gesamten Organismus, die an ihren Symptomen zu diagnostizieren ist, hervorgerufen werden. Nach der Diagnosestellung müsse der Arzt sich für ein Heilmittel entscheiden, das beim gesunden Menschen ähnliche Krankheitserscheinungen erzeuge. Anschließend geht Hahnemann auf die Herstellung und Aufbewahrung der homöopathisch wirkenden Heilmittel ein. Des Weiteren thematisiert er die sog. »Potenzierung« (Dynamisierung) der Medikamente: Bei der Herstellung eines homöopathischen Medikaments solle die Ausgangssubstanz des Arzneimittels mit einer Trägersubstanz in einem definierten Verhältnis vermischt werden, das Hahnemann durch empirische Beobachtung gewann. Er stellte fest, dass die Arzneien nicht an Wirkung verlieren, je stärker sie verdünnt worden waren, sondern an Heilkraft zunehmen.
Wirkung: Das Organon der rationellen Heilkunde ist eines der wirkungsmächtigsten medizinischen Bücher überhaupt. Seit seinem Erscheinen 1810 sind mehr als 120 Ausgaben nachweisbar, fünf immer wieder verbesserte und erweiterte Auflagen kamen zu Lebzeiten Hahnemanns heraus. Zahlreiche Übersetzungen des Textes in alle Weltsprachen liegen vor.
Die von Hahnemann begründete homöopathische Lehre forderte seit Anbeginn zahlreiche Kritiker heraus. Trotz oder wegen der immensen Fortschritte der naturwissenschaftlich ausgerichteten modernen Medizin kann sich die Homöopathie als beliebtes Naturheilverfahren bis heute behaupten. W. G.
Kurzbeschreibung
Hahnemann stellt in seinem Hauptwerk grundlegend sein medizinisches Lehrgebäude der Homöopathie vor. Das Simile-Prinzip ist die Grundlage der homöopathischen Theorie. Es handelt sich um ein medikamentöses Therapieprinzip, das Krankheitserscheinungen nicht durch Verabreichung direkt gegen die Symptome gerichteter Arzneien behandelt, sondern bei dem meist in niedriger Dosierung Substanzen gegeben werden, die in hoher Dosis den Krankheitserscheinungen ähnliche Symptome hervorrufen. So wird beispielsweise Thallium in niedrigster Dosierung zur Behandlung krankhaften Haarausfalls (Alopezie) eingesetzt. Sein berühmter Selbstversuch führte Hahnemann zur Genese des Simile-Prinzips: Er bemerkte bei der Beschäftigung mit William Cullens (1710-90) Materia medica (1789), einem bedeutenden Buch zur Arzneimittellehre, dass der Autor die heilende Wirkung der Chinarinde gegen Malaria in der Kräftigung des Verdauungssystems begründet sah. Die Rinde des Chinabaumes (Fieberrinde, Cortex Chinae) ist eine als Malaria-, Fieber- und Bittermittel eingesetzte Arzneidroge. Da Hahnemann diese Ansicht Cullens anzweifelte, überprüfte er die Wirksamkeit der Chinarinde an sich selbst. Er glaubte, im Laufe dieses Selbstversuchs am eigenen gesunden Körper solche Symptome feststellen zu können, wie sie sonst bei der Malaria auftauchen. Hahnemann erläutert, wie Erkrankungen durch Fehlfunktion des gesamten Organismus, die an ihren Symptomen zu diagnostizieren ist, hervorgerufen werden. Nach der Diagnosestellung müsse der Arzt sich für ein Heilmittel entscheiden, das beim gesunden Menschen ähnliche Krankheitserscheinungen erzeuge. Anschliessend geht Hahnemann auf die Herstellung und Aufbewahrung der homöopathisch wirkenden Heilmittel ein. Des Weiteren thematisiert er die sog. >>Potenzierung<< (Dynamisierung) der Medikamente: Bei der Herstellung eines homöopathischen Medikaments solle die Ausgangssubstanz des Arzneimittels mit einer Trägersubstanz in einem definierten Verhältnis vermischt werden, das Hahnemann durch empirische Beobachtung gewann. Er stellte fest, dass die Arzneien nicht an Wirkung verlieren, je stärker sie verdünnt worden waren, sondern an Heilkraft zunehmen.
Buchrückseite
Ein Jahr vor seinem Tod vollendete Hahnemann das Manuskript für eine sechste Auflage des Organon, die aber aufgrund widriger Umstände nicht mehr im 19. Jahrhundert erscheinen konnte. Erst 1921 gelang es Richard Haehl, eine Abschrift dieses Manuskripts herauszugeben, auf der bis vor kurzem alle deutschsprachigen Organon-Ausgaben beruhten. 1992 endlich konnte Josef M. Schmidt eine textkritische Ausgabe des Original-Manuskriptes Hahnemanns erstellen und bei Haug veröffentlichen. Seitdem ist die immer wieder angezweifelte Athentizität dieser letzten Auflage des Organon, die als wichtigste Neuerung die Beschreibung der Q-Potenzen enthält, definitiv gesichert. Die vorliegende Standardausgabe folgt strikt dem Wortlaut der textkritischen Ausgabe, ist vollständig neu gesetzt, integriert die Anmerkungen Hahnemanns in den Hauptteil des Textes und garantiert maximale Werktreue.
Autorenporträt
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Hahnemann, Samuel dt. Arzt *10.4.1755 Meißen, 2.7.1843 Paris Organon der rationellen Heilkunde, 1810 Samuel Hahnemann ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Medizingeschichte des 18./19. Jahrhunderts. Er gilt als Begründer der Homöopathie, die er in seiner 1810 erschienenen Schrift Organon der rationellen Heilkunde zusammenfassend darstellt. Nach dem Besuch der Fürstenschule in Meißen studierte Hahnemann seit 1775 Medizin in Leipzig. 1779 wurde Hahnemann in Erlangen promoviert. In den folgenden Jahren bis 1784 arbeitete Hahnemann in Hettstedt und als Physikus in Gommern. Anschließend gab er seine Praxis auf und bildete sich in Dresden zum Gerichtsmediziner weiter. 1786 gab Hahnemann seine klassische Schrift Über die Arsenikvergiftung heraus; zwei Jahre später verließ er Dresden und führte ein unstetes Wanderleben. Erst 1805 wurde Hahnemann in Torgau ansässig. 1810 erschien sein Organon der rationellen Heilkunde, die Zusammenfassung seiner homöopathischen Lehre. 1811 siedelte er nach Leipzig über, wo er sich habilitierte. Wegen Streitereien mit der Apothekerschaft wurde er 1821 der Stadt verwiesen. Er ging nach Köthen, wo er eine Praxis aufbaute, die später durch sein Wirken international bekannt wurde. 1835 zog er nach Paris um, wo er erneut eine Praxis führte, die es ihm erlaubte, bis zu seinem Tod in luxuriösem Wohlstand zu leben. Biografie: K. Schreiber, Samuel Hahnemann in Leipzig. Förderer, Gegner und Patienten, 1998
Hahnemann, Samuel dt. Arzt *10.4.1755 Meißen, 2.7.1843 Paris Organon der rationellen Heilkunde, 1810 Samuel Hahnemann ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Medizingeschichte des 18./19. Jahrhunderts. Er gilt als Begründer der Homöopathie, die er in seiner 1810 erschienenen Schrift Organon der rationellen Heilkunde zusammenfassend darstellt. Nach dem Besuch der Fürstenschule in Meißen studierte Hahnemann seit 1775 Medizin in Leipzig. 1779 wurde Hahnemann in Erlangen promoviert. In den folgenden Jahren bis 1784 arbeitete Hahnemann in Hettstedt und als Physikus in Gommern. Anschließend gab er seine Praxis auf und bildete sich in Dresden zum Gerichtsmediziner weiter. 1786 gab Hahnemann seine klassische Schrift Über die Arsenikvergiftung heraus; zwei Jahre später verließ er Dresden und führte ein unstetes Wanderleben. Erst 1805 wurde Hahnemann in Torgau ansässig. 1810 erschien sein Organon der rationellen Heilkunde, die Zusammenfassung seiner homöopathischen Lehre. 1811 siedelte er nach Leipzig über, wo er sich habilitierte. Wegen Streitereien mit der Apothekerschaft wurde er 1821 der Stadt verwiesen. Er ging nach Köthen, wo er eine Praxis aufbaute, die später durch sein Wirken international bekannt wurde. 1835 zog er nach Paris um, wo er erneut eine Praxis führte, die es ihm erlaubte, bis zu seinem Tod in luxuriösem Wohlstand zu leben. Biografie: K. Schreiber, Samuel Hahnemann in Leipzig. Förderer, Gegner und Patienten, 1998