Der Autor schreibt ein Buch über Veränderungen, und zwar Veränderungen von Gesellschaften, Organisationen und Menschen, Veränderungen, die sichtbar seien und über solche, die unsichtbar blieben, Veränderungen, die ersehnt würden und solche, die Angst erzeugten, Veränderungen, die von selbst geschähen und solche, die bewusst gestaltet würden, Veränderungen, die gelängen und solche, die scheiterten. Vom Blickpunkt des Autors her – und auch vom Rezensenten – wird Wissen als ein elementarer Bestandteil erfolgreicher Veränderung „gehandelt“. Gleichzeitig ist Veränderung der zentrale Aspekt von Wissen. Obwohl Wissen für viele Wissenden nur noch Zentimeter vom Schreibtisch entfernt zu sehen ist – im Computer -, verarbeitet die Mehrzahl der Menschen Informationen noch wie vor 1000 Jahren, kommunizieren und lösen Konflikte mehr oder weniger in derselben Weise wie Konflikte gelöst wurden vor 100 Jahren. Dasselbe gilt für den Umgang mit Wissen, privat oder in Organisationen. Erst wenige begriffen, was die immateriellen Ressourcen für organisierte Wertschöpfung bedeuten und was Menschen tun müssen, um mit Wissen person- und sachgerecht umzugehen. Und so liegen Wissenspotentiale sehr oft brach, weil gemeint wird, in herkömmliche Wertschöpfungsmuster nicht zu passen und so ist es erklärbar, dass Wissen entwertet, vernichtet oder rationalisiert wird. Mich interessiert diese Buchthematik und des Autors Standpunkte insofern, weil wir in unserem Forschungsschwerpunkt an der Universität Köln und in unseren Trainings-Seminaren das situative Wissen fördern, um träges Wissen zu vermeiden. Zugleich beabsichtigen wir schon seit geraumer Zeit, das Wissen und das Wissen in die kleinste „Unternehmenshütte“ zu bringen und klein- wie mittelständische Unternehmen zur Organisation ihres Wissens und zur Gestaltung ihres Wissens zu führen. Der Autor gibt kein Buch an die Hand, um neue Wahrheiten zu vermitteln. Ihm geht es um die Anleitung zu einem selbst-bewussten Umgang mit Wissen in jeglichen Organisationen. Ich merke, dass des Autors Buch aus tiefer Überzeugung geschrieben wurde, dass die Wissensorganisation und deren Welten noch vor uns liegen und die Zukunft von Organisationen Wissen atmen wird. Wissen lässt sich nicht durch Verarbeiten und Veredeln in einen noch höheren Wert verwandeln. Doch wissen wir heute: Je wissensintensiver Organisationen werden und handeln, desto dringlicher wird die Frage nach Gestaltungsformen des Wissens auf die zukommen, die dem Wissen gerecht werden wollen. Der Autor eröffnet zukunftssichere Perspektiven, die mir den praktischen Umgang mit der elementaren Ressource von Organisationen nachhaltig eröffnen werden.
Dr. Karl-J. Kluge