Das Thema "Organisational Memory" ist stark im anglo-amerikanischen Sprach-raum etabliert, in dem seit Jahren eine Diskussion von Konzepten und Lösun-gen diesbezüglich stattfindet. Der Autor ist der Überzeugung, dass in Deutsch-land bereits interessante Pilotanwendungen und innovative Projekte diesbezüg-lich angelaufen seien. Einige stellt er in seinem Buch vor. Mit hoher Neugier öffnete ich mich dem Organisational Memory System, das eine neue und inno-vative Art des Einsatzes von Informationstechnologien und -systemen in Unter-nehmen darstellt. Mir wird deutlich, dass durch Organisational Memory Systems auch eine generelle und längerfristige Bedeutung für die Entwicklung von Or-ganisationen zukommt. Im Prinzip verfügt jedes Unternehmen über ein O-M-S. Der Autor und ich glauben: Die Unterschiede liegen einerseits im Ausmaß der bewußten Gestaltung, andererseits in der Nutzung technologischer Hilfsmittel. Es handelt sich bei solchen Systemen um eine konsequente Weiterführung ei-ner Entwicklungslinie, die von der operativen Datenverarbeitung über Informati-onssysteme vom Wissensmanagement führt. "In den Unternehmen und in der Wirtschaft geht es - weil ein Übermaß an Informationen um uns herum sich be-wegen bzw. bewegt werden - wahrscheinlich in Richtung Überflutung." Mir gab und gibt diese Veröffentlichung eine umfassende Einführung und einen Über-blick in ein bedeutendes Konzept und System für organisatorisches Lernen. Mein Blick wird sowohl auf die praktische Umsetzung als auch auf ungelöste Probleme und auf offene Fragen in Verbindung mit O-M-S gelenkt. Für mich ist F. Lehners Idee und Engagement eine Hilfestellung und Orientierung in Rich-tung auf ein innovatives und zukunftsorientiertes Anwendungsfeld. M.E. existie-ren bislang weder eine Übersicht über die Entwicklungen noch eine theoretisch oder empirisch ausreichende Fundierung über O-M-S. Für mich ist die in diese Veröffentlichung vorgestellte Begriffssystematik und Begriffsdarstellung eine geordnete und vielfältige Begriffssystematik und Übersicht, die theoriegebun-den und ansatzorientiert diskutiert wird. Zugleich versteht sich die Substanz dieser Veröffentlichung auch als "Teil eines Prozesses", der weltweit im Gange ist und der vom Einzelnen nur sehr schwer zu "überschauen sei". Für mich sind mit der Lektüre dieser Veröffentlichung folgende Ziele erreicht worden:
Vermittlung von Überblicken über die heterogenen Entwicklungen und den Stand der Technik von O-M-S
Dokumentieren jenes Potentials einer neuen Generation von Informati-ons-Systemen anhand von Beispielen
Angeregt werden und Vorbilder finden für Projekte zur Entwicklung von O-M-S und Aufzeigen von Verbindungen bisher weitgehend isolierter Entwicklungen und Ideen.
Souverän hielt ich mich an das Angebot des Autors, mich nicht unbedingt linear oder vollständig an ein Buchlesen von vorne bis hinten halten zu müssen, son-dern auch mir meinen selektiven Zugang zu einzelnen Kapiteln suchen zu dür-fen. Ich fand einen breiten Überblick einerseits und andererseits sehr detaillier-te Hinweise auf weiterführende Quellen.
Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis: - Die Herausforderung: Wandel und Bewältigung von Wandel in Unter-nehmen - Was bedeutet Organisation und Organisieren heute? - Was ist und wozu dient das organisatorische Gedächtnis? - Das organisatorische Gedächtnis zwischen Theorie und Praxis - Lösungsansätze und Rahmenkonzepte in Betriebswirtschafts- und Ma-nagementlehre - Wissensmanagement - Organisationsentwicklung - Technische Unterstützung und Umsetzung: Organisational-Memory-System - Werkzeuge und Plattformen - Fallbeispiele und Erfahrungen aus der Praxis - Ausblick auf die weitere Entwicklung
Für die erew-BIBLIO-KOM Dr. Karl-J. Kluge