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Pressenotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 17.06.2000
Dieses Buch des Rechts- und Sozialwissenschaftlers, der in den fünfziger Jahren als Verwaltungsjurist im niedersächsischen Kulturministerium gearbeitet hat, ist posthum erschienen und mit ihm, so schreibt Rezensent Detlef Horster, "schließt sich der Kreis". Damit ist gemeint, dass Luhmann hier zum ursprünglichen Gegenstand zurückgekehrt ist, dessen Untersuchung ihn zur Formulierung einer Gesellschaftstheorie gebracht hat, nämlich zum Nachdenken über die Beständigkeit von Organisationen. Hier wendet er wiederum auf Organisationen an, was er als gesellschaftstheoretischen "Überschuss" aus seinen ersten Überlegungen zu Organisationsstrukturen gewonnen hatte. So erfährt man nun, dass zwangsläufig eine "Infantilisierung" von Mitarbeitern großer Organisationen stattfindet. Denn die täglich zu treffenden Entscheidungen müssen von Unsicherheiten gefeit sein, weshalb etwas "so gemacht wird, wie wir es immer gemacht haben". Luhmann unterscheidet dabei zwischen Konditionalprogrammen (beispielsweise Katastrophenschutz) und Zweckprogrammen (z.B. die Realisierung eines Großprojektes ), sie bilden gewissermaßen das "positive Recht" von Organisationen, die Akten ihr "Gedächtnis" usw. Horster beschränkt sich in seiner Rezension im wesentlichen auf die Einordnung dieses Textes in das Gesamtwerk Luhmanns sowie eine Inhaltsangabe. Und komischerweise klingt das alles ziemlich flach, obwohl man doch über Luhmann auch heute noch oder wieder trefflich streiten könnte.
© Perlentaucher Medien GmbH
Dieses Buch des Rechts- und Sozialwissenschaftlers, der in den fünfziger Jahren als Verwaltungsjurist im niedersächsischen Kulturministerium gearbeitet hat, ist posthum erschienen und mit ihm, so schreibt Rezensent Detlef Horster, "schließt sich der Kreis". Damit ist gemeint, dass Luhmann hier zum ursprünglichen Gegenstand zurückgekehrt ist, dessen Untersuchung ihn zur Formulierung einer Gesellschaftstheorie gebracht hat, nämlich zum Nachdenken über die Beständigkeit von Organisationen. Hier wendet er wiederum auf Organisationen an, was er als gesellschaftstheoretischen "Überschuss" aus seinen ersten Überlegungen zu Organisationsstrukturen gewonnen hatte. So erfährt man nun, dass zwangsläufig eine "Infantilisierung" von Mitarbeitern großer Organisationen stattfindet. Denn die täglich zu treffenden Entscheidungen müssen von Unsicherheiten gefeit sein, weshalb etwas "so gemacht wird, wie wir es immer gemacht haben". Luhmann unterscheidet dabei zwischen Konditionalprogrammen (beispielsweise Katastrophenschutz) und Zweckprogrammen (z.B. die Realisierung eines Großprojektes ), sie bilden gewissermaßen das "positive Recht" von Organisationen, die Akten ihr "Gedächtnis" usw. Horster beschränkt sich in seiner Rezension im wesentlichen auf die Einordnung dieses Textes in das Gesamtwerk Luhmanns sowie eine Inhaltsangabe. Und komischerweise klingt das alles ziemlich flach, obwohl man doch über Luhmann auch heute noch oder wieder trefflich streiten könnte.
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Werbetext
Das Spätwerk eines großen Denkers
Kurzbeschreibung
Organisationsbildung setzt eine Erkennungsregel voraus, die erlaubt festzustellen, welche Handlungen und unter welchen Aspekten sie als Entscheidungen der Organisation zu gelten haben. Diese Erkenntnisregel ist zunächst und vor allem eine Mitgliedschaftsregel. Sie legt fest, wer als Mitglied des Systems angesehen wird und in welchen Rollen diese Mitgliedschaft ausgeübt werden kann. Durch Personalauswahl und Rollendefinition wird die Organisation gegen das sie umgebende sonstige Soziale abgegrenzt und ausdifferenziert. 35 Jahre nach der erstmaligen Veröffentlichung von "Funktionen und Folgen formaler Organisation" schließt "Organisation und Entscheidung" das Gesamtwerk Niklas Luhmanns mit einem weiteren Grundlagenwerk zur soziologischen Theorie formaler Organisationen ab.
Buchrückseite
Organisationsbildung setzt eine Erkennungsregel voraus, die erlaubt festzustellen, welche Handlungen und unter welchen Aspekten sie als Entscheidungen der Organisation zu gelten haben. Diese Erkenntnisregel ist zunächst und vor allem eine Mitgliedschaftsregel. Sie legt fest, wer als Mitglied des Systems angesehen wird und in welchen Rollen diese Mitgliedschaft ausgeübt werden kann. Durch Personalauswahl und Rollendefinition wird die Organisation gegen das sie umgebende sonstige Soziale abgegrenzt und ausdifferenziert. 35 Jahre nach der erstmaligen Veröffentlichung von "Funktionen und Folgen formaler Organisation" schließt "Organisation und Entscheidung" das Gesamtwerk Niklas Luhmanns mit einem weiteren Grundlagenwerk zur soziologischen Theorie formaler Organisationen ab.
Über den Autor
Niklas Luhmann (1927 - 1998) war Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Gebundene Ausgabe
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