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Ordnung und Vernichtung: Die Polizei im NS-Staat
 
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Ordnung und Vernichtung: Die Polizei im NS-Staat [Broschiert]

Florian Dierl , Mariana Hausleitner , Martin Hölzl , Andreas Mix
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Sandstein (31. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942422204
  • ISBN-13: 978-3942422208
  • Größe und/oder Gewicht: 24 x 17 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 96.918 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Polizei war ein zentrales Herrschaftsinstrument des NS-Regimes. Von seinen Anfängen bis zu seinem Untergang konnte es sich auf die Polizei stützen. Ausstellung und Katalog zeigen, dass nicht nur die Gestapo, sondern auch die Kriminalpolizei und die uniformierte Polizei die politischen und weltanschaulichen Gegner des NS-Staates verfolgten zunächst im Innern des Deutschen Reiches und ab Kriegsbeginn 1939 auch in den von der Wehrmacht eroberten Gebieten. Alle Sparten der Polizei waren am nationalsozialistischen Völkermord beteiligt, an der Unterdrückung des Widerstands und an der Verschleppung von Zivilisten zur Zwangsarbeit. Diese Verbrechen verübten Polizisten, die mehrheitlich in der Weimarer Republik, einem demokratischen Rechtsstaat, ausgebildet worden waren. Nur wenige von ihnen mussten sich für ihre Taten nach 1945 vor Gericht verantworten. Viele konnten in der Bundesrepublik ihre Karrieren im Polizeidienst fortsetzen.

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Beim vorliegenden Buch handelt es sich um einen Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung im Historischen Museum Berlin von März bis Juli. Einführend erläutern ausgewiesene Kenner des Forschungsobjektes (z.B. Gerhard Paul) die Materie. Diese Einführung erstreckt sich aber nur auf etwa 95 Seiten des ganzen Katalogs.
Empfehlenswert ist dieser Katalog für interessierte Laien und Schüler. Für tiefergehendes Interesse seien die Standardwerke zur Polizei im NS-Staat empfohlen: Mallmanns Untersuchungen zur Gestapo, Stefan Klemps Standardwerk zu den Polizeieinheiten im Krieg und die Ahndung ihrer Verbrechen in der Nachkriegsjustiz, Gerhard Pauls Studien zur Ordnungspolizei im Osteinsatz, Wolfgang Curillas Standardwerk zur Orpo im Baltikum, Jürgen Matthäus Publikationen zu Ausbildung der Waffen-SS und Ordnungspolizei und nicht zuletzt Andrey Angricks (et al.) mikrohistorische Untersuchung zum Polizeibataillon 322.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Pflichtlektüre 29. April 2011
In diesem Band sind Essays zum Thema und Beschreibungen der Ausstellungen zusammengefasst.

Polizei im Nationalsozialismus konnte erst spät wirklich zum Thema werden.Jetzt kommt diese Ausstellung, Jahre nach der Wehrmachtsausstellung.

Beide werden immer noch als Skandalon empfunden;diejenigen,die früher auf die Belastung hinwiesen, wurden als Nestbeschmutzer beschimpft.
Mit höchster Billigung( Adenauer 1951)wurde Vergessen ebenso wie Vertuschung praktiziert, viele Belastete kamen wieder,konnten über lange Zeit ihre Karrieren in der Bundesrepublik fortführen.

Dabei weiss man heute:"Die Polizei war ein zentrales Herrschaftsinstrument des NS-Regimes. Von seinen Anfängen bis zu seinem Untergang konnte es sich auf die Polizei stützen. Ausstellung und Katalog zeigen, dass nicht nur die Gestapo, sondern auch die Kriminalpolizei und die uniformierte Polizei die politischen und weltanschaulichen Gegner des NS-Staates verfolgten zunächst im Innern des Deutschen Reiches und ab Kriegsbeginn 1939 auch in den von der Wehrmacht eroberten Gebieten. Alle Sparten der Polizei waren am nationalsozialistischen Völkermord beteiligt, an der Unterdrückung des Widerstands und an der Verschleppung von Zivilisten zur Zwangsarbeit. Diese Verbrechen verübten Polizisten, die mehrheitlich in der Weimarer Republik, einem demokratischen Rechtsstaat, ausgebildet worden waren. Nur wenige von ihnen mussten sich für ihre Taten nach 1945 vor Gericht verantworten." so die Beschreibung bei arte. Wobei man kritisch hinzufügen muss, dass es nicht wirklich gelang, die Polizei zum Verteidiger der Weimarer Republik zu machen, auch wenn es einzelne, wie etwa den Polizeivizepräsidenten Weiss in Berlin gab, der sich bemühte, aber schon in der Endphase der Weimarer Republik von den Nazis verunglimpft, dafür bei der reaktionären Justiz kaum Schutz erhielt und schon vor Ende der Republik abgelöst worden war ( Preussenschlag).

2008 erst beschlossen die Innenminister eine gründliche Arbeitung, die momentan im Historischen Museum in Berlin zu sehen ist."Im Mittelpunkt der Ausstellung... steht die Rolle der Polizei als Stütze der nationalsozialistischen Diktatur. Das bezieht sich zum einen auf die Polizeiarbeit in Deutschland selbst, dann aber vor allem auf die Polizei als Vollstreckerin des Holocaust in den besetzten Gebieten Osteuropas. Dabei werden beispielhaft Biographien von Tätern präsentiert; Biographien von Verweigerern zeigen, dass es auch Möglichkeiten des Widerstands gab. Schließlich widmet sich die Ausstellung unter dem Titel Neuanfang, aber keine Stunde Null der schleppenden Aufarbeitung der Geschichte der Polizei im NS-Staat nach 1945."

Die Forschungsgruppe hat sich umfassend der Rolle der Polizei im dritten Reich gewidmet. Die Herkunft aus der Weimarer Zeit, die Veränderung durch den Nationalsozialsmus, die immer tiefere Verstrickung in die Brutalität des Regimes, die Weisswäscherei nach dem Krieg und die nur bedingte Aufarbeitung der Verbrechen.

Die Innenminister forderten, die Erkenntnisse in die Ausbildung von Polizisten einfliessen zu lassen. Dies ist das Handbuch dazu.
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