Kurzbeschreibung
Im Zentrum der Darstellung steht die Einführung der Hausnummerierung und Volkszählung in den westlichen Ländern der Monarchie in den Jahren 1770-1772. Besondere Beachtung finden dabei die immensen Schwierigkeiten, mit denen die Kommissare bei der Durchführung ihres aufwändigen Geschäfts zu kämpfen hatten. Fragen der Papierproduktion rückten damit ebenso in den Vordergrund wie Fragen der Benennung der Subjekte und Ortschaften, Probleme der Klassifikation der Subjekte sowie der Definition der Nummerierungseinheit Haus. Den besonderen Eckpunkt bildet die Entfamiliarisierung, das heißt, das Aufweisen des Zufälligen, zuweilen auch des Lächerlichen von Ordnungssystemen. Dadurch können Aufschlüsse zu der immer wieder aufflammenden Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Volkszählungen, biometrischen Daten, Bürgerkarten usw. gegeben werden.
Über den Autor
Anton Tantner (geb. 1970) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der Volkszählung, der Hausnummerierung sowie der frühneuzeitlichen Adressbüros.