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4.0 von 5 Sternen
Gelungener Abschluss des "ursprünglichen" Dune-Zyklus, 15. Juli 2008
An der Anzahl der Rezensionen ist zu erkennen, dass im Vergleich zu den ersten Bänden des großen Zyklus von Frank Herbert nur mehr wenige Leser dabei sein dürften. Es besteht natürlich die Gefahr, dass diese wenigen, allein weil sie durchgehalten haben, Teil 6 besser bewerten, als er eigentlich ist. Glücklicherweise kann Entwarnung gegeben werden - die "Ordensburg" ist genauso typisch für die Serie wie alle anderen Bände auch. Neben den üblichen Stärken, die wieder überwiegen, gibt es auch die (von vielen, die es bis hierher geschafft haben mittlerweile nahezu liebgewonnen) Schwächen, die den ganzen Zyklus so reizvoll und auch so schwierig machen. Wieder sind einige Abschnitte langatmig und verwirrend, wieder ist es nahezu unmöglich zu verstehen, was einzelne Absätze überhaupt aussagen sollen. Diesmal ist die "Aufteilung" so, dass etwas mehr als die erste Hälfte des Buches von philosophischen Betrachtungen und langen Dialogen ausgefüllt wird, während die Erzählung zum Ende hin immer mehr Fahrt aufnimmt. Gesteigertes Erzähltempo und Actionszenen bestimmen den zweiten Teil des Bandes. Insgesamt sind die Grenzen zwischen den vertrackten philosophisch-psychologischen Ansätzen und den handlungstreibenden, spannenden und rasanten Abschnitten in diesem Teil der Saga am schärfsten, da sie praktisch mitten durch das Buch gehen. Gegensätze bieten auch andere Teile des Zyklus, aber nie in lediglich zwei großen Blöcken. Alles in allem ist das Buch - trotz des diesmal für mich etwas zu langatmigen, da unaufgelockerten Philosophieteils - ein gelungener Abschluss der Dune-Reihe. Wobei man natürlich bedenken muss, dass es sich hierbei um keinen eigentlichen Abschluss handelt, Frank Herbert wollte ja noch einen Band folgen lassen, kam aber nicht mehr dazu. Dieses Vorhaben wurde nun von seinem Sohn Brian abgeschlossen, bewerten sollte man in diesem Zusammenhang aber nur das Gesamtwerk von Frank Herbert, also den "originalen" Zyklus. Die Bücher von Brian Herbert sind eine andere Geschichte. Ich bewerte das Buch im Gesamtkontext des (ursprünglichen) "Wüstenplanet-Zyklus". Eine Einzellektüre ist eigentlich nur bei Band 1 möglich - alle anderen Bücher ergeben ohne die Zusammenhänge wenig bis gar keinen Sinn. Wüstenplanet-Zyklus 1. Der Wüstenplanet: ***** Wüstenplanet-Zyklus 2. Der Herr des Wüstenplaneten: *** Wüstenplanet-Zyklus 3. Die Kinder des Wüstenplaneten: *** Wüstenplanet-Zyklus 4 Der Gottkaiser des Wüstenplaneten: **** Die Ketzer des Wüstenplaneten: Der Wüstenplanet. Fünfter Roman: ***** "Die Ordensburg des Wüstenplaneten": ****
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Macht wieder Spaß!, 14. Dezember 2009
Die Bene Gesserit kontrollieren unzählige Planeten und haben bei jeder wichtigen Entscheidung ihre Finger im Spiel. Aber die MAFEA, die Raumgilde, die Tleilaxu, die Fischredner-Truppen würden diese alten Frauen, in denen unzählige Vorleben aus fast fünf Jahrtausenden als Gedächtnisspuren erhalten geblieben sind, gerne loswerden. Da kehrt aus der Diaspora, dem Teil des Universums, das zum Fluchtpunkt vieler Wesen wurde, die der Tyrannei des Gottkaisers Leto entflohen, eine Gruppierung zurück, die zur tödlichen Gefahr für die Bene Gesserit wird: Die "Geehrten Matres". Diese Frauen sind mörderisch. Sie sind schneller als alles, was die Bene Gesserit je gesehen haben, skrupelloser als sie selbst und absolut tödlich für jeden, der sich ihnen in den Weg stellt. Oder für jeden, den sie einfach, um ein Exempel zu statuieren, ermorden wollen. Denn Töten ist für sie Passion, Leidenschaft und Genugtuung. Viele Planeten sind den "Geehrten Matres" bereits zum Opfer gefallen und Milliarden Leichen säumen ihren Weg durch das bekannte Universum. Ihnen widersteht niemand. Alle Gruppierungen versuchen durch Verträge oder Demut, ihrem Hass auf das alte Universum zu entgehen. Doch diese Frauen sind gnadenlos. Einzig die Bene Gesserit haben einen Plan, sie zu besiegen. Eine gefangene "Geehrte Matres", ein Duncan Idaho-Klon und vor allem der Klon ihres berühmtesten Heerführers Miles Teg, soll dies ermöglichen. Immer noch grübeln sowohl die Bene Gesserit als auch die "Geehrten Matrs" darüber nach, was ihr Bashar Miles Teg in seiner letzten Schlacht tat. Die Gerüchte besagen, dass er sich so schnell bewegen konnte wie ein Falke im Sturzflug und unzählige der unbesiegbaren "Geehrten Matres" tötete, ehe er sich opferte. Der sechste und letzte Teil des Roman-Zyklus?, der Frank Herbert unsterblichen Ruhm verlieh, ist ein krönender Abschluss. Anders als die kontrovers diskutierten Bände Zwei und Drei ist er spannend und im Gegnsatz zu Band Vier und Fünf, wird sehr viel mehr "Action" geboten. Weitere Qualitäten des sechsten Wüstenplanet-Abenteuers sind die funkelnden, interessanten und widersprüchlichen Charaktere, die Herbert neu einführt. Eine solche Fülle an Handlungselementen, Schauplätzen und Gedankenspielen vermag wohl nur dieser Ausnahme-Schriftsteller zu einem stimmigen Gesamtwerk zu vereinen. So komplex dieser Roman auch ist, so viele philosophierende Charaktere auch "mitspielen", es gelingt ihm, einen Spannungsbogen zu erzeugen und den Leser für seine Ideen zu begeistern. Wären nicht der enttäuschende Schluss, die gelegentlichen Längen und überbordenden Beschreibungen, dieser Teil wäre der Beste der Reihe. Vor allem der Gegensatz zwischen "Geehrten Matres" und Bene Gesserit ist so facettenreich und faszinierend, so widersprüchlich und scheinbar unvereinbar, dass es ein intellektueller Genuss ist, diesen Zweikampf mitzuverfolgen. Da auch die Spannung nicht zu kurz kommt, ist dieser Roman jedem Leser zu empfehlen, der die ersten fünf Bände gelesen hat. Auch die von fünften Band enttäuschten Fans sollten einen Blick wagen. Wer aber bereits nach dem dritten oder vierten Band ausgestiegen ist oder gar zu den "Dune-Abstinenten" gehört, kann dieses sechste Abenteuer getrost vergessen - ohne Vorkenntnisse aller fünf Bände ist dieses Buch ungenießbar. Fazit: Der sechste Band des Wüstenplanet-Zyklus ist ein neuer Höhepunkt. Er ist für Leser der fünf "Dune"-Bücher ein unverzichtbares Muss. Wer auch nach dem sechsten Band noch nicht genug hat, dem seien die Bücher des Sohnes von Frank Herbert empfohlen. Hier wird mit eher mäßigem Erfolg versucht, die Vorgeschichte des Romanwerkes rund um "Dune" zu erzählen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Ein experimenteller Roman, 20. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Ordensburg des Wüstenplaneten. 6. Roman des Dune- Zyklus. Science Fiction Roman (Broschiert)
"Die Ordensburg des Wüstenplaneten" ist der letzte Band des Dune-Zyklus, der von Frank Herbert geschrieben wurde. Da die von seinem Sohn Brian gemeinsam mit Kevin Anderson geschriebenen ergänzenden Romane chronologisch vor dem oder zu Beginn des eigentlichen Dune-Zyklus angesiedelt sind, ist er zugleich auch der chronologisch letzte Band. In "Die Ordensburg des Wüstenplaneten" wird die Handlung von "Die Ketzer des Wüstenplaneten" unmittelbar fortgeführt. Zentrale Figur ist die Bene Gesserit-Oberin Odrade, primärer Schauplatz der Planet "Ordensburg" (englisch mit "Chapter House" etwas glücklicher benannt), das Zentrum der Bene Gesserit. Dieser Planet ist mit herkömmlichen Mitteln nicht auszumachen, was sehr wichtig ist, weil die Geehrten Matres mit äußerster Brutalität die Planeten des Alten Imperiums überrollen. Die Bene Tleilax sind schnell ausgelöscht (ihr letzter Meister ist eine Mischung aus Flüchtling und Gefangenem auf Ordensburg), die Gilde scheint keine Rolle mehr zu spielen. Odrade verfolgt nun mehrere Strategien, um die Bene Gesserit zu retten: Ordensburg wird in einen zweiten Wüstenplaneten verwandelt, auf dem Sandwürmer leben können. Murbella, die gefangene Geehrte Mater, wird zu einer Bene Gesserit "umgedreht". Duncan Idaho bleibt gefangen, darf aber militärische Strategien entwickeln und auch Teg ausbilden, den mit Tleilaxu-Wissen frisch gezüchteten Ghola des legendären Bashar. In einer Nebenhandlung eilt den Bene Gesserit im von den Geehrten Matres besetzten Gebiet eine kleine Gruppe zur Hilfe, die einer antiken Religion anhängt, dem Judentum. Geprägt wird das Geschehen von zwei konkurrierenden Frauen-Orden, den überlegend-beobachtenden Bene Gesserit und den impulsiv-hysterischen Geehrten Matres. Das in diesem Spannungsfeld viel über Liebe philosophiert wird, verwundert nicht. Das Buch ist nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch eine Fortführung von "Die Ketzer des Wüstenplaneten". Nach meinem Empfinden bekommt man noch weniger Handlung und Beschreibung, dafür noch mehr Gedankenfluss geboten. So werden die "Stuhlhunde", lebende Möbelstücke, zwar ständig erwähnt, aber wie sie aussehen, weiß ich auch nach zwei dicken Büchern noch nicht. Einige Handlungsstränge erscheinen mir unmotiviert, vor allem der über die Juden. Manche Elemente wirken albern, etwa der große Heerführer Teg im Kinderkörper, der aus nicht erklärten Gründen auf den Schultern einer Ehrwürdigen Mutter reiten muss. Die Qualität des Romans liegt für mich im experimentellen Bereich. Mit seinen endlos scheinenden Reflexionen über Reflexionen von (im Bezugsraum des Lesers) irrealen, abgehobenen Fragestellungen wirkt er wie ein Free Jazz in Druckerschwärze. Während "Die Ketzer des Wüstenplaneten" bei mir noch eine angenehm meditative Stimmung erzeugte, konnte "Die Ordensburg des Wüstenplaneten" mich nicht mehr überzeugen. Dune insgesamt ist ein bedeutender Zyklus, der die Science Fiction mit geprägt hat. Wer ihn komplett lesen will, wird auch dem letzten Band nicht ausweichen können - das ist aber auch schon der einzige Grund, aus dem man ihn meines Erachtens zur Hand nehmen sollte.
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