Nach der Debut-Single ELECTRICITY (1979) die auf dem berühmten Factory-Label aus Manchester rauskam, wechselten OMD für ihren ersten Longplayer zu DinDisc. Andy und Paul, die beiden Band-Begründer, konnten ihr Glück damals kaum fassen. Dem Hörergeschmack und auch den von den Label-Leuten gefiel die Musik allerdings von vornerein relativ gut, auch wenn der Durchbruch - erst - mit der Single MESSAGES kam. Das Album enthält überwiegend Songs, denen der analoge Zeitgeist der Anfangs-Achtziger nicht nur anzuhören ist, auch das Gefühl ist sehr deutlich da. Einfache Musikstrukturen in ziemlich poppige Songs gepackt, emotionaler Gesang mit Synthie-Kühle: packender Widerspruch. Andy McCluskey: It was punk synths. It was two teenager in someones backroom who decided to do it themselves and were playing with the most ridiculously cheap load of 2nd-hand equipment and playing with self-taught knowledge - one fingered melodies and simple primary chord structures. (Aus dem beigefügten Booklet).
So sieht es aus. Für mich teilt sich OMD in die Prä- und Post-Zeit von dem Album DAZZLE SHIPS ein - alles was danach kam fand ich nicht mehr so spannend, alles davor völlig interessant (ich bitte zu beachten das dies keine Bewertung darstellt sondern meine persönliche Meinung :o) und somit ist das erste Album ein Wave-Pop-Meilenstein, inspiriert von Kraftwerk, Neu! und Can.
Ach ja: neben dem Album mit 10 Tracks sind 6 Bonus-Tracks enthalten, unter Anderem die Single-Version von MESSAGES (deutlich glatter und peppiger - ich bevorzuge die Album-Version) und alternative Studio-Versionen von ELECTRICITY und ALMOST (superspannend!) Der Sound des Albums ist digital aufgepeppt und viel besser als auf den früheren Vinyl-Scheiben, wenn auch nicht herausragend aus heutiger Sicht - das macht aber nichts. Ein sehr charmanter Erstling und für Fans wie Neugierige hörens- bzw. entdeckenswert.