Die Abende werden wieder länger, die Kälte schleicht durch die Ritzen der Wohnung. Was gibt es besseres als einer drohenden Herbstdepression mit einem wunderbaren Stück Musik zu entgegnen?
Jenn Grant heißt die Dame, die eigentlich jedes Herz berühren sollte. Ich würde soweit gehen und sagen, dass das Debüt Orchestra for the moon zu den 10 besten Platten dieses Jahres gehört. Die Kanadierin, die mir bis dato völlig unbekannt war (und es in Deutschland wahrscheinlich auch bleiben wird), spielt einen wunderbaren Folk-Pop der entspannten Sorte.
Trotzdem geht diese Stimme sofort ins Ohr. Die Songs sind wunderbar abwechslungsreich instrumentiert, klar produziert und weisen von vorne bis hinten ein Können vor, das seinesgleichen sucht. Bei den 13 Songs gibt es keinen einzigen Ausrutscher, die Platte läuft rund, so rund laufen Debüts selten. Natürlich hat ein Song wie Dreamer das größte Ohrwurmpotenzial, der Rest macht aber ebenso süchtig.
Schöne Streicher, luftige Drum-Beats, eine schöne Pedal-Steel, leichte Vaudeville-Sounds und sehnsuchtvolle Texte lassen schon einmal die Hälfte der skandinavischen Vertreterinnen der Gattung recht blass erscheinen.
Jenn Grant gehört definitiv schon jetzt zur ersten Liga der jungen Singer-Songwriterinnen. Wer gerne zu den Sounds von Anna Ternheim, Stina Nordenstam, Silje Nergaard, Kari Bremnes, Laura Veirs oder aber auch Joni Michell und Emmylou Harris schwelgt, liegt hier goldrichtig. Auch wem z.B. Joana Newsom immer noch zu stressig und quäkig ist, der sollte hier ebenso seine Erfüllung finden.
Also die CD aus Kanada ordern und dafür sorgen, dass diese Welt eine bessere wird. Punkt.