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Die kraftvoll federnden Sätze der Suiten Nr. 1 bis Nr. 5 haben aber nichts von pathetischem Heldentum, pompösen Militärmärschen oder gar moralisch erhobenem Zeigefinger. Die mitreißenden Melodien bewegen sich immer nah am Volkslied und sind hartnäckige Ohrwürmer.
Erst mit dem Thema mit Variationen und der Kammer-Symphonie orientierte sich Eisler zehn Jahre später wieder mehr an der 12-Tonmusik.
Der dritte Satz der 1. Suite enthält die um 1930 berühmt gewesenen Lieder der Arbeiterbewegung, wie das "Taiga Lied" und "Iwan"; man hört sich mitsummen: "zieht euch warm an". Weltbekannt auch das "Solidaritätslied" aus der 4. Suite aus dem Film Kuhle Wampe von Bert Brecht. Die Schlagkraft der Stücke, erreicht durch ausgeklügelte Akkordverschiebungen und geschickte rhythmisch-metrische Diskrepanzen, bewirkt eine Bildhaftigkeit, die die Idee des Widerstandes auch unpolitischen Köpfen verständlich werden läßt.
Die ungewöhnliche, aber sehr charmante Orchestrierung mit Schlaginstrumenten und verstärkten Bläsern, erinnert stark an die Produktionen des Duo Bert Brecht und Kurt Weill. Die CD Hanns Eisler: Orchesterwerke I fängt diese Stimmung durch digital bearbeitete, ältere Aufnahmen ein. Leider wurden als Vorlagen nicht die Original-Einspielungen verwendet, sondern fast ausschließlich Live-Aufführungen der Leipziger Kammermusikvereinigung von 1973. Trotzdem ist diese CD ein Stück faszinierende Musikgeschichte. --Sabine Stoessel
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